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Huhn und Ei auf Deutschlandtour free

Drei Tage lang reisten Sven Meier zu Evenhausen, Thomas Fabry und Sebastian Horn quer durch Deutschland. Mit ihrem Infostand zur Geflügelhaltung zogen sie neugierige Blicke auf sich. (Foto: Lenfers)

Drei Junglandwirte starteten in der Woche vor Ostern eine Dialog-Tour durch sechs deutsche Großstädte. Ihr Ziel: Einblicke in die Haltung von Legehennen, Hähnchen und Puten geben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Wochenblatt.com

Zur Osterzeit haben Eier Hochkonjunktur. Der Absatz von frischen und gekochten, bunt gefärbten Hühnereiern steigt vor Ostern um ein Vielfaches. Fast 24 Milliarden Eier Essen die Deutschen im Jahr. Davon kommen 14 Milliarden Eier aus deutschen Ställen. Doch wie sieht es dort eigentlich aus? Woher kommen unsere Frühstückseier und wie leben die Hühner, die sie legen?

GeflügelMobil to go

Auf diese Fragen gaben jetzt drei Junglandwirte als sogenannte AgrarScouts Antworten. Thomas Fabry sowie die Geflügelhalter Sven Meier zu Evenhausen und Sebastian Horn, alle aus NRW, reisten drei Tage von Hamburg über Bremen, Osnabrück, Münster und Leipzig nach Magdeburg. Mit dabei hatten die jungen Männer ein GeflügelMobil: Mittels 360°-Videos luden sie auf einen virtuellen Streifzug durch verschiedene Geflügelställe ein.

Wie funktioniert Geflügelhaltung in Deutschland? Gerade vor Ostern war das Interesse am Info-Stand der Junglandwirte groß. (Foto: Lenfers)

Ausgestattet mit einer großen rollbaren Kiste mit reichlich Utensilien zum Thema Geflügel, machten sich die Westfalen von Stadt zu Stadt. Auf gut besuchten Marktplätzen und Uni-Standorten schlugen sie ihr Camp auf. Mit dabei ein Legehennennest, Geflügelfutter und eine Jeans. Besonders bei der Jeans kamen die Bürger ins Stutzen. Diese war häufig der Eisbrecher für ein konstruktives Gespräch. Symbolisieren sollte die Jeans das Beschäftigungsmaterial in Putenställen. Ein buntes Osterei mit einem QR-Code zu einer Internetseite mit mehr Informationen zur Geflügelhaltung, gab es als Geschenk.

Vollständiger Rundumblick

Durch verschiedene 360°-Videos auf einem Tablet-PC konnten Verbraucher auch ohne weit aus der Stadt hinaus zu fahren, einen umfassenden Einblick in die moderne Geflügelhaltung bekommen. Das Video-Format ermöglicht einen vollständigen Rundumblick. Rechts, links, oben, unten – 360 Grad eben. Durch die Drehung des Tablets konnten die Interessierten den Bildausschnitt verändern. Filme gab es zu den Schwerpunkten Legehennen, Hähnchen und Puten. Zu jeder Geflügelart aus drei Perspektiven: dem Landwirt, dem Verbraucher und der Industrie.Was sind die Inhaltsstoffe und Zusammensetzung des Eies? Was sind die Unterschiede zwischen Bio- und konventioneller sowie zwischen  Freiland- und Bodenhaltung? Aber auch: Was passiert mit den Bruderhähnen? waren typische Fragen.

Zwischen Image und Arbeit

Insgesamt haben die Junglandwirte viel positives Feedback erhalten. Die Leute waren sehr interessiert. Die drei Westfalen waren zuvor schon öfters als AgrarScout im Einsatz. „Es ist spannend mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Ich zeige gerne was wir machen, weil ich voll und ganz dahinterstehe“, sagt Sebastian Horn.

Wenn wir nicht vor Ostern Öffentlichkeitsarbeit machen, wann dann?

Sven Meier zu Evenhausen

Als Legehennenhalter mit Direktvermarktung kurz vor Ostern nicht auf dem Hof zu sein, ist außergewöhnlich. „Ich habe mir für die Dialog-Tour freigenommen. Mein Vater war nicht so begeistert. In der Woche vor Ostern brennt bei uns der Baum. Ich habe es aber durchgeboxt bekommen. Irgendwann müssen wir Öffentlichkeitsarbeit machen. Wenn nicht vor Ostern, wann dann?!“ verdeutlicht Sven Meier zu Evenhausen seine Motivation.

Landwirtschaft on Tour

Organisiert wurde die Dialog-Tour vom Forum Moderne Landwirtschaft. Das Geflügelmobil kann für ein anstehendes Hoffest oder eine andere Öffentlichkeitsveranstaltung beim Forum ausgeliehen werden. Wer die Dialog-Tour auf Instagram oder Twitter nachverfolgen möchte, findet Bilder und Videos unter dem Hashtag #ModerneLandwirtschaftontour.

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