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15 Millionen Euro für Cannabis-Start-up free

Der Markt für medizinisches Cannabis bleibt für Investoren interessant. Der Anbau in Deutschland ist gesetzlich noch nicht gut geregelt. (Foto: Michael Fischer/pexels)

Der Cannabis-Importeur Cannamedical stellt Medizinprodukte aus importierten, getrockneten Hanfblüten her. Nun schließt das Start-up eine Finanzierungsrunde in Höhe von 15 Mio. € ab.

Cannabis bewegt die Investoren-Szene. Die Cannamedical Pharma GmbH hat von dem in New York und Hamburg ansässigen VC-Investor Orkila Capital LLC eine Kapitalbeteiligung von 15 Mio. € erhalten. Mit der Investition erwirbt der Investor eine Minderheitsbeteiligung am Cannabis-Start-up.

David Henn, CEO und Gründer der Cannamedical Pharma GmbH: „Die Investition von Orkila ermöglicht es uns, weitere Versorgungspunkte mit medizinischen Cannabis-Produkten in Deutschland und der EU aufzubauen sowie unsere Verarbeitungskapazitäten und den Vertrieb zu erweitern.“

David Henn handelt mit medizinischen Cannabis-Produkten. (Foto: cannamedical)

Bislang keine deutschen Lieferanten

Bislang hat das Kölner Unternehmen anscheinend wenig Konkurrenz und bezieht die Produkte ausschließlich als Importware. In Deutschland wird bislang kein medizinisches Cannabis angebaut. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte im Juli 2018 eine Ausschreibung für den Anbau und die Ernte von Cannabis zu medizinischen Zwecken veröffentlicht. Die Frist zur Abgabe von Angeboten endete am 11. Dezember 2018. Nachgelesen werden können die Details im Europäischen Amtsblatt veröffentlichten Ausschreibungsunterlagen. Das BfArM geht allerdings nach Angaben auf der Institutswebsite davon aus, dass ab 2020 Cannabis aus dem Anbau in Deutschland zur Verfügung stehen wird. (f3 bleibt an dem Thema dran.)

Wir sind überzeugt, dass wir das Potenzial des europäischen medizinischen Cannabis-Marktes gemeinsam erschließen können.

Jesse Du Bey

Investor Jesse Du Bey schielt schon jetzt auf den noch geschlossenen Markt in Deutschland: „Für unsere Investitionen suchen wir nach innovativen Marken in sich rasant entwickelnden Verbrauchermärkten. Wir sind davon überzeugt, dass wir das Potenzial des europäischen medizinischen Cannabis-Marktes gemeinsam erschließen.“

Geschätzte Marktaussichten für Cannabis

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Derzeit haben rund 60.000 Patienten in Deutschland ein Rezept zur Verwendung von medizinischem Cannabis. Untersuchungen und Datenvergleiche aus anderen Ländern zeigen, dass theoretisch bis zu 3% der Bevölkerung von einer Behandlung mit medizinischem Cannabis profitieren könnten. In Deutschland entspricht dies etwa 2,5 Millionen Patienten. Für die EU insgesamt könnte die Patientenzahl schließlich rund 15 Millionen betragen. Bei diesen Zahlen handelt es sich um die Markteinschätzungen des Unternehmens.

Die Cannamedical Pharma GmbH wurde 2016 gegründet und nahm ihren Betrieb nach der Legalisierung von medizinischem Cannabis in Deutschland im März 2017 auf. Heute beschäftigt das Unternehmen in Köln rund 40 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Millionenumsatz.

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