farm food Gründerwerkstatt

Osnabrück: 28 Unternehmen geben je 50.000 € für Start-ups free

Das Seedhouse aus Osnabrück hilft frischen Start-ups aus den Bereichen Agrar, Food und Digitales Schritt für Schritt auf den Weg. (Foto: startupstockphotos.com)

1,4 Millionen Euro sind in Osnabrück von 27 Unternehmen eingesammelt worden, um die Start-ups der Region zu fördern. Zusätzlich stehen Landesmittel bereit. Der Fokus des Accelerators liegt auf den Themen Agrar, Food und Digitalisierung. Das „Seedhouse“ sucht noch Teilnehmer.

Ein Accelerator (zu deutsch: Beschleuniger) ist ein Programm, das Start-ups vor allem in ihrer frühen Entwicklungsphase für einen gewissen Zeitraum „an die Hand“ nimmt und ihnen mit Mentoring, Workspace und ersten Kontakten auf den Weg hilft. In den vergangenen Jahren haben sich viele solcher Programme etabliert. Doch in Osnabrück, Niedersachsen, ist nun ein besonderer „Beschleuniger“ an den Start gegangen. Das Seedhouse wird zum einen vom InnovationsCentrum Osnabrück (ICO), einer Tochter der Wirtschaftsförderungen von Stadt und Landkreis Osnabrück, finanziert. Zum anderen geben 28 Unternehmen aus der Privatwirtschaft je 50.000 € in Form einer Beteiligungsgesellschaft dazu.

Was das Seedhouse bietet:

Das Seedhouse bietet Start-ups für drei, maximal sechs Monate Mentoring, Coaching und einen kostenlosen Workspace in einem ehemaligen Kasernengebäude in Osnabrück. Start-up Manager Tim Siebert betreut die Gründer vor Ort. Neben drei bereits gescoutetenTeams ist noch Platz für weitere: „Wir suchen motivierte Gründer und Gründerinnen, die mit Herzblut bei der Sache sind und zur Betreuung auch hier vor Ort sein können“, sagt Tim. „Der Fokus liegt auf Agrar- und Food-Ideen. Auch Digitalisierungsthemen sind gern gesehen.“

Die Unternehmen stellen den Start-ups Mentoren zur Verfügung.

Florian Stöhr

Wovon die Start-ups vermutlich am meisten profitieren könnten, ist der enge Draht zu den Unternehmen aus dem vor- und nachgelagerten Bereich, die sich der Beteiligungsgesellschaft angeschlossen haben. Florian Stöhr, Beauftragter für die Beteiligungsgesellschaft, sagt: „Jedes Unternehmen stellt einen Mentoren zur Verfügung, der den Start-ups in seinem Fachgebiet für Fragen zur Verfügung steht.“ Kommen bei den Teams gerade zum Beispiel Fragen zur Patentanmeldung auf, kann Florian den jeweiligen Fachmann ansprechen. Haben sie fachliche Fragen, greift er ebenso zum Hörer und hört sich im Unternehmenspool um.

Finanzierung gegen Anteile möglich

„Landwirte gehören zu den innovativsten Menschen überhaupt!“ free

Derzeit nimmt das Programm Fahrt auf. Bewerbungen für den zweiten Batch sind noch bis zum 20. Oktober möglich. Die ersten drei Start-ups beschäftigen sich mit folgenden Themen: Bugbell will Hundefutter aus Insektenfutter vertreiben. Eine Gründerin möchte Pflanzen mit Sensoren ausstatten und diese in der Altenpflege gegen Vereinsamung einsetzen. Eine weitere Gründerin entwickelt ein Vermarktungskonzept für Eis vom Bauernhof.

Während oder im Anschluss an das Programm erarbeitet das Seedhouse sogenannte Meilensteine mit den Start-ups, die diese erreichen müssen. Der erste ist immer die Gründung einer Kapitalgesellschaft. Alle weiteren werden individuell auf die Bedürfnisse der Teams zugeschnitten. Nach Erreichen jedes Meilensteins, also parallel zur Gründung, gibt das Gründerteam 5 % ihrer Unternehmensanteile an die  Beteiligungsgesellschaft ab. Die Gesellschaft darf am Ende des Programms allerdings nicht mehr als 24,9 % am Start-ups halten.

 

 

Hat dir der Beitrag gefallen?

Alle Meldungen, Beiträge und Reportagen liest du als f3-Mitglied. Jetzt anmelden und alle Vorteile sichern!

Mitglied werden