farm Gründerwerkstatt Story

800 Start-ups, 25 Kooperationen, vier Beteiligungen

Claudia Mittermayr
f3 sprach mit der neuen AIL-Geschäftsführerin Claudia Mittermayr über ihre Ziele für das Agro Innovation Lab und die teilnehmenden Start-ups. (Quelle: AIL)

Robotic, IoT und Humusaufbau - die Aktivitäten des Agro Innovation Labs (AIL) sind vielfältig. f3 hat mit der neuen Geschäftsführerin Claudia Mittermayr über die Ziele und Fokusthemen des Agrar-Accelerators gesprochen. Und auf die bisherige Bilanz geschaut.

f3: Frau Mittermayr, was verbinden Sie mit der Kombination von Start-ups und Landwirtschaft? Harmonieren die Begriffe Ihrer Ansicht nach schon gut genug?

Claudia Mittermayr: Spannende Start-ups in der Landwirtschaft gibt es zum Glück viele. Wir haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass es oft eine stärkere Anbindung der Start-ups an den Markt braucht, um die Ideen zu den Landwirten zu bringen. Das ermöglichen wir mit dem Agro Innovation Lab (AIL) und tragen so unseren Teil dazu bei, um mit uns verbundene Start-ups in den Märkten in Österreich und Osteuropa zu verankern.

f3 - farm. food. future: Sie leiten erst seit kurzem das AIL. Was ist Ihr persönlicher Hintergrund?

Die neue Geschäftsführerin des Agro Innovation Labs im Interview: Claudia Mittermayr (Foto: AIL)

Claudia Mittermayr: Ich bin in Wien aufgewachsen und hatte von früh an ein starkes Interesse an der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Daher habe ich in Wien und Mailand Agrarwissenschaften studiert. Praxiserfahrung konnte ich bei zahlreichen Praktika in der Land- und Forstwirtschaft, im Weinbau sowie in der verarbeitenden Industrie sammeln. Im Rahmen meiner Tätigkeit in der RWA Raiffeisen Ware Austria lag mein Fokus auf landwirtschaftlichen Innovationen und insbesondere darauf, wie diese in der Praxis angewendet werden. Seit kurzem verantworte ich nun das AIL. Wir suchen die Zusammenarbeit mit Start-ups aus dem AgTech-Bereich und erarbeiten innovative Lösungen für verschiedene Fragestellungen.

Interesse an Innovationen trotz Corona

f3: Was liegt für dieses Jahr noch an beim AIL? Werden Sie andere Schwerpunkte setzen als Ihr Vorgänger David Saad?

Claudia Mittermayr: Wir arbeiten an bestimmten Fokusthemen, wie IoT-Lösungen oder Robotik. Ferner führen wir Einzelprojekte mit Start-ups durch. Erfreulicherweise treten zahlreiche Start-ups mit ihren Ideen direkt an uns heran, so dass uns nie langweilig wird.

f3: Inwieweit bremst Sie die Coronakrise nun direkt zum Start Ihrer neuen Position aus?

Claudia Mittermayr: Zum Glück nicht allzu viel, da das Interesse an Innovationen nach wie vor sehr groß ist. Ich hoffe, dass diese in Zukunft einen guten Teil dazu beitragen, dass wir die Coronakrise erfolgreich überwinden. Zum Beispiel können Roboter, die bei der Feldarbeit helfen, die Abhängigkeit von Saison-Arbeitskräften verringern.

800 Start-ups, 25x zusammen gearbeitet, 4 Beteiligungen

Claudia Mittermayr wurde als erste Drohnen-Pilotin Österreichs bekannt. (Foto: AIL)

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Robotic, IoT und Humusaufbau – die Aktivitäten des Agro Innovation Labs (AIL) sind vielfältig. f3 hat mit der neuen Geschäftsführerin Claudia Mittermayr über die Ziele und Fokusthemen des Agrar-Accelerators gesprochen. Und auf die bisherige Bilanz geschaut.

f3: Frau Mittermayr, was verbinden Sie mit der Kombination von Start-ups und Landwirtschaft? Harmonieren die Begriffe Ihrer Ansicht nach schon gut genug?

Claudia Mittermayr: Spannende Start-ups in der Landwirtschaft gibt es zum Glück viele. Wir haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass es oft eine stärkere Anbindung der Start-ups an den Markt braucht, um die Ideen zu den Landwirten zu bringen. Das ermöglichen wir mit dem Agro Innovation Lab (AIL) und tragen so unseren Teil dazu bei, um mit uns verbundene Start-ups in den Märkten in Österreich und Osteuropa zu verankern.

f3 – farm. food. future: Sie leiten erst seit kurzem das AIL. Was ist Ihr persönlicher Hintergrund?

Die neue Geschäftsführerin des Agro Innovation Labs im Interview: Claudia Mittermayr (Foto: AIL)

Claudia Mittermayr: Ich bin in Wien aufgewachsen und hatte von früh an ein starkes Interesse an der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Daher habe ich in Wien und Mailand Agrarwissenschaften studiert. Praxiserfahrung konnte ich bei zahlreichen Praktika in der Land- und Forstwirtschaft, im Weinbau sowie in der verarbeitenden Industrie sammeln. Im Rahmen meiner Tätigkeit in der RWA Raiffeisen Ware Austria lag mein Fokus auf landwirtschaftlichen Innovationen und insbesondere darauf, wie diese in der Praxis angewendet werden. Seit kurzem verantworte ich nun das AIL. Wir suchen die Zusammenarbeit mit Start-ups aus dem AgTech-Bereich und erarbeiten innovative Lösungen für verschiedene Fragestellungen.

Interesse an Innovationen trotz Corona

f3: Was liegt für dieses Jahr noch an beim AIL? Werden Sie andere Schwerpunkte setzen als Ihr Vorgänger David Saad?

Claudia Mittermayr: Wir arbeiten an bestimmten Fokusthemen, wie IoT-Lösungen oder Robotik. Ferner führen wir Einzelprojekte mit Start-ups durch. Erfreulicherweise treten zahlreiche Start-ups mit ihren Ideen direkt an uns heran, so dass uns nie langweilig wird.

f3: Inwieweit bremst Sie die Coronakrise nun direkt zum Start Ihrer neuen Position aus?

Claudia Mittermayr: Zum Glück nicht allzu viel, da das Interesse an Innovationen nach wie vor sehr groß ist. Ich hoffe, dass diese in Zukunft einen guten Teil dazu beitragen, dass wir die Coronakrise erfolgreich überwinden. Zum Beispiel können Roboter, die bei der Feldarbeit helfen, die Abhängigkeit von Saison-Arbeitskräften verringern.

800 Start-ups, 25x zusammen gearbeitet, 4 Beteiligungen

Claudia Mittermayr wurde als erste Drohnen-Pilotin Österreichs bekannt. (Foto: AIL)

f3: Wie ist die bisherige Bilanz des AIL? Wie viele der geförderten Start-ups haben es auf den Markt geschafft?

Claudia Mittermayr: Wir haben durch unsere Accelerator Programme Kontakt mit über 800 Start-ups geknüpft, wodurch wir einen enormen Überblick über die Branche, einzelne Start-ups und deren Fokusgebiete bekommen haben. Mit über 25 Start-ups waren wir dann in sehr enger Zusammenarbeit. Entweder im Rahmen eines Accelerator-Programms oder durch eine individuelle Partnerschaft, die durch unsere Aktivitäten entstanden ist.

f3: Wieviele haben eine Beteiligung der RWA/BayWa oder anderer Unternehmen ergattern können?

Claudia Mittermayr: Die RWA ist aktuell an vier Unternehmen beteiligt, die jeweils Teil unserer Programme waren. Alle vier Unternehmen entwickeln sich ausgesprochen gut und wir profitieren weiterhin durch die Partnerschaft. Weitere Projekte mit Start-ups haben sich durch unsere weiteren Innovations-Tätigkeiten entwickelt.

In diesem Jahr kein klassisches Acceleratorprogramm

f3: Gibt es wieder eine Art „Schwerpunktthema“ wie im vergangenen Jahr die Robotic Challenge?

Claudia Mittermayr: Vor kurzem haben wir unser Humusprogramm „Zukunft Erde“ präsentiert. Damit wollen wir Anreize setzen, um den Aufbau von Humus auf landwirtschaftlichen Flächen zu stärken. Im Rahmen des Programms bieten wir Landwirten eine professionelle Beratung rund um humusaufbauende Maßnahmen. Diese profitieren in Folge auf zweierlei Weise: Einerseits durch einen robusteren Boden und andererseits von einem Zusatzverdienst. Denn der aufgebaute Humus wird in CO2-Zertifikate umgewandelt, die von Unternehmen erworben werden können. Neben diesem nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz beschäftigen wir uns mit IoT, Robotik und spannenden Usecases im Bereich der Sensortechnik für die Landwirtschaft.

Zahlreiche Unternehmen arbeiten an oder investieren in die Entwicklung von Agrar-Robotern. (Foto: Georges Schneider)

f3: Was für Start-ups können sich für den Accelerator bewerben? Hat sich der Focus des Accelerators durch die Robotic Challange ggf. auf Robotic-Themen verengt?

Claudia Mittermayr: Ganz und gar nicht. Wir sind weiterhin offen für alle innovativen Themen in der Land- und Forstwirtschaft sowie angrenzende Bereiche wie Ernährung oder auch Nachhaltigkeitsthemen. In diesem Jahr haben wir zwar kein Accelerator-Programm im bisherigen Stil, sondern suchen die individuelle Kooperation mit verschiedenen Start-ups. In den nächsten Jahren kann es durchaus wieder vorkommen, dass wir ein Programm oder eine Challenge mit Spezialthema ausschreiben.

Blick auf das Start-up System

f3: Was können Start-ups für die Landwirtschaft leisten, was etablierte Unternehmen nicht können?

Claudia Mittermayr: Start-ups sind in der Lage rascher zu reagieren, da die Entscheidungsprozesse einfacher und schneller durchlaufen werden. Auf der anderen Seite haben etablierte Unternehmen eine größere Markterfahrung und kennen Kunden länger. Daher sind die Synergien zwischen den beiden verschiedenen Unternehmensstrukturen sehr groß.  

f3: Wie nehmen Sie das Start-up-Ökosystem im DACH-Raum wahr? Was klappt schon gut, wo gibt es noch Verbesserungsbedarf?

Ein etabliertes Unternehmen sollte dem Start-up seine Eigenständigkeit lassen und unterstützend zur Seite stehen.

Claudia Mittermayr

Claudia Mittermayr: Ich beobachte sehr viele tolle Initiativen und Möglichkeiten für das Start-up Ökosystem. So sind zum Beispiel in den vergangenen Jahren zahlreiche „Innovation/Future Farms“ entstanden, die einen Praxisbezug herstellen, der meiner Meinung nach wesentlich ist. Die Vernetzung der vielen Initiativen, Hubs und Plattformen bietet auf der Ebene einer größeren Region wie eben dem DACH-Raum aber noch deutliches Verbesserungspotenzial.

Start-ups und Unternehmen eng verzahnt

f3: Was zeichnet eine gute Zusammenarbeit von Start-ups und etablierten Unternehmen aus?

Claudia Mittermayr: Ein etabliertes Unternehmen sollte dem Start-up seine Eigenständigkeit lassen und unterstützend zur Seite stehen. Auf der anderen Seite kann das Start-up von Erfahrungen und Marktzugang eines Unternehmens profitieren. Das bedeutet eine win-win Situation für beide Seiten.

f3: Was raten Sie anderen etablierten Unternehmen, die sich nicht wie die RWA und die BayWa einen „eigenen“ Accelerator leisten, wie sie Kontakt zu Startups herstellen?

Claudia Mittermayr: Man sieht immer mehr, dass zum Beispiel Start-up Programme auch von Konsortien ausgerichtet werden, die sich an Unternehmen wenden. Eine solche Variante ist für etablierte Unternehmen interessant und bringt Synergien. Aber auch das aktive Zugehen auf Start-ups ist eine wertvolle Möglichkeit Kooperationen aufzubauen.