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Afrika braucht Agrar-Start-ups free

Damit Innovationen bei Kleinbauern wie Ruben Kwasi Gada ankommen, braucht es ein funktionierendes Forschungsnetzwerk in Afrika. Darum ging es bei einem Pressegespräch am vergangenen Dienstag. (Foto: Nyani Quarmyne/GIZ)

Hunger beenden, gesunde Nahrungsmittel bereitstellen und Landwirtschaft klimafreundlich gestalten. Wie Innovationen in der Agrarbranche dazu beitragen können, auf lokaler Ebene globale Herausforderungen anzugehen, war Thema einer Online-Diskussionsrunde.

2050 werden voraussichtlich fast zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Die Nachfrage nach Nahrung wächst. Die weltweite Nahrungsmittelproduktion reicht bei heutigem Stand nicht aus, um alle Menschen zu ernähren. Dazu kommt, dass pro Kopf immer weniger Ackerland und Weidefläche zur Verfügung stehen und Wasser knapper wird.

Besonders betroffen sein wird der ärmste Kontinent der Welt – Afrika. Entgegenwirken sollen Innovationen und neue Technologien. Damit neueste Ergebnisse der Agrarforschung schneller bei Kleinbäuerinnen und -bauern ankommen, soll nun das globale Forschungsnetzwerk „CGIAR“ reformiert werden. Das erklärte Marco Ferroni als Vorsitzender des CGIAR-Verwaltungsrates am Dienstag bei einer Online-Konferenz, zu der die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) Vertreter von Agrarmedien eingeladen hatte.

Grüne Innovationszentren

Im Rahmen seiner Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ hat das BMZ in 15 Ländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit Grüne Innovationszentren ins Leben gerufen. (Grafik: BMZ)

Um den globalen Herausforderungen entgegen zu steuern und Innovationen zu entwickeln, betreibt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 15 „Grüne Innovationszentren“ in der Agrar- und Ernährungswirtschaft in 14 Ländern Afrikas und in Indien.

Ohne Innovationen von (…) Start-ups haben die meisten Bewohner Afrikas keine Chance, am Fortschritt der Welt teilzunehmen.

Marco Ferroni

Sie schulen Kleinbauern, um ihre Anbaumethoden zu verbessern oder bilden sie in betriebswirtschaftlichem Wissen weiter. Sie helfen ihnen dabei, sich in Erzeugergemeinschaften und Verbänden zu organisieren und vermitteln Zugang zu Finanzierung, Märkten, Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz oder Landmaschinen. Auch die systematische Vernetzung mit weiterverarbeitenden Betrieben spielt eine große Rolle. So sollen neue Arbeitsplätze entstehen, Einkommen gesichert werden und damit Spielraum für neue Investitionen und Innovationen entstehen. „Ohne Innovationen von Kleinunternehmen, Start-ups und kleinbäuerlichen Organisationen haben die meisten Bewohner Afrikas keine Chance, am Fortschritt der Welt teilzunehmen“, so Agrarökonom Ferroni.

Innovationsscout macht sich stark

Wie wichtig die innovativen Ideen in der Agrarbranche für Afrika sind, betonte Claudia Makadristo. Sie arbeitet für „Seedstars World“ als Scout für Innovatoren und Unternehmen in der afrikanischen Technologiewirtschaft.

Wir müssen Brücken für Ag-Tech-Start-ups nach Afrika bauen.

Claudia Makadristo

Sie betonte, dass gerade der afrikanische Kontinent auf Investoren angewiesen sei. Oft seien in den Köpfen der privatwirtschaftlichen Unternehmen nur Hotspots verankert, wie das Silicon Valley, europäische Großstädte oder indische IT Metropolen. Doch gerade diese Investoren müssten auf das wachsende Segment der Ag-Tech-Start-ups aufmerksam gemacht werden.

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