digital News

AgTech-Trüffelschwein für das Ministerium? free

Beim Get Started Gründerfrühstück ging es um die Belange von AgTech-Gründern. f3-Redakteurin Eva diskutierte mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und dem Gründer Carsten Gieseler. (Foto: Rüweling)

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, sprach mit fodjan-Gründer Carsten Gieseler und f3-Redakteurin Eva Piepenbrock darüber, was die Politik für Gründer in der Landwirtschaft tun kann.

Die Digitalisierung in der Landwirtschaft, konkrete Vorhaben der Politik und die Bedürfnisse der Gründer und Gründerinnen im Bereich AgTech standen heute beim Get Started Gründerfrühstück des Digitalverbandes Bitkom auf dem Programm. Im Telefónica-Basecamp in Berlin diskutierten die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Carsten Gieseler, Gründer der Fütterungssoftware fodjan, über die Digitalisierung in der Landwirtschaft. f3-Redakteurin Eva Piepenbrock moderierte.

Digitalisierung ist kein Selbstzweck

Julia Klöckner eröffnete die Runde im voll besetzten Saal mit einem  Impulsvortrag. Darin stellte sie die Chancen dar, die die Digitalisierung der Landwirtschaft und ihren Akteuren biete. So könnten neue Technologien helfen, Zielkonflikte in der Landwirtschaft zu lösen. Es seien nicht nur Ertragssteigerungen möglich, sondern diese auch noch bei gleichzeitig effizienterer Ressourcennutzung umzusetzen.

Als Beispiele nannte die Bundesministerin unter anderem die Möglichkeit des Precision Farmings, Pflanzenschutzmittel in Zukunft noch gezielter und nur auf vorher detektierte Pflanzen aufzubringen. Auch in Sachen Tierwohl könnten Sensoren im Stall bestimmte Bewegungsmuster erkennen und dadurch Rückschlüsse auf die Tiergesundheit ziehen. Technologie sei daher kein Selbstzweck – sie müsse die Arbeit für den Landwirt erleichtern und helfen, die politischen Ziele zu erreichen.

Gründer brauchen Netzwerk

Im Anschluss an den Impulsvortrag gab der gelernte Landwirt Carsten Gieseler in der Podiumsdiskussion Einblicke in das deutsche AgTech-Ökosystem. Es wurde deutlich, wie wichtig für Gründer der Kontakt mit anderen Start-ups, mit der Praxis und vor allem mit den großen Playern in der Branche ist – doch diese seien für Gründer bislang eher schwer zu erreichen. Er legte der Bundesministerin daher ans Herz, dass sich viele Gründer sicher über eine Einladung zu einem Networking-Event im BMEL – zusammen mit der Wirtschaft – sehr freuen würden.

Innovationsbeauftragter als „Trüffelschwein“

In Sachen Finanzierung funktionierten viele Programme der Politik nach den Erfahrungen des Gründers bereits gut. fodjan selbst wurde etwa mit einem Exist-Gründerstipendium unterstützt, der Technologiefonds Sachsen beteiligte sich und auch ein Innovationsprogramm des BMEL zur Methanreduzierung unterstütze das Start-up auf seinem Weg. Allerdings, so merkte der Gründer an, seien viele Förderprogramme noch nicht auf die Belange von Start-ups zugeschnitten. Ein Innovationsbeauftragter innerhalb des BMEL,  „ein Trüffelschwein“ so resümierte Julia Klöckner, könne helfen, eine Schnittstelle zwischen Ministerium und Start-ups sowie innovativen Unternehmen darzustellen.

Experimentierfelder als Chance

Bundesministerin Julia Klöckner betonte ihrerseits die digitalen  „Experimentierfelder“ des BMEL. Hierfür stellt das Ministerium im Jahr 2019 15 Millionen Euro bereit. Weitere 45 Millionen Euro sollen bis zum Jahr 2022 folgen. Aufgabe dieser Experimentierfelder sei der Technologie- und Wissenstransfer sowohl in die landwirtschaftliche Praxis als auch in den vor- und nachgelagerten Bereichen und die breite Öffentlichkeit.

Die Zukunft gestalten. Events für Macher. free

Hat dir der Beitrag gefallen?

Alle Meldungen, Beiträge und Reportagen liest du als f3-Mitglied. Jetzt anmelden und alle Vorteile sichern!

Mitglied werden