food Interview

Ein Snack aus gedörrten Rotalgen

Philipp (links) und Friedrich (rechts) gründeten 2018 ihr Unternehmen. Nach mehr als einem Jahr Entwicklungszeit bringen sie nun ihr erstes Algen-Produkt auf den Markt. (Foto: Alvego)

Friedrich und Philipp stellen Jerky aus Algen her. Sie dörren und würzen die Pflanzen und portionieren sie in snackfertige Beutel. Die Algen beziehen sie aus Irland. Im Interview erzählt Gründer Philipp, welche Algen sie verwenden und wo auch Landwirte ernten könnten.

f3 - farm. food. future: Philipp, wie sind dein Mitgründer Friedrich und du auf die Idee gekommen, einen Snack aus Algen herzustellen?

Philipp Götz: Die Idee für alvego kam Friedrich nach dem Besuch der Ausstellung „Food 5.0“ im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Dort wurden verschiedene Formen von Fleisch unter Verwendung der Rotalge Palmaria Palmata nachgebildet. Wir haben dann Kontakt zur ausstellenden Architektin aufgenommen und anschließend verschiedene Formen dieser Alge produziert.

Algen können vielfältig eingesetzt werden.

Philipp Götz, Gründer von alvego

f3: Wo und wie stellt ihr euren Snack her und wo steht ihr derzeit mit eurem Unternehmen?

Philipp Götz: Wir stellen unser Jerky, also Dörrgemüse, in einer Produktionsküche in Berlin Neukölln her. Derzeit ist noch alles, was wir machen, Handarbeit: von der Produktion bis zum Abwiegen der Produkte wird alles von uns selbst erledigt. Nach über einem Jahr Produktentwicklung mit Konsumenten haben wir unser Algen-Jerky Riff Raff nun fertiggestellt.

Die Algen kommen aus Irland

f3: Welche Algen nutzt ihr für das Jerky und was macht sie so besonders?

Philipp Götz: Die Alge Palmaria Palmata hat einen hohen Proteingehalt sowie viele Spurenelemente, Jod und Vitamin B12. Sie gehört zur Gattung der Makroalgen. Im Gegensatz zu Mikroalgen, wie zum Beispiel Spirulina, dienen Makroalgen der vollwertigen Ernährung und können vielfältig eingesetzt werden. Wir denken, dass Algen vermehrt gegessen werden sollten, da sie eine geschmacksintensive und natürliche Alternative zu zum Beispiel Fleisch- oder Sojaprodukten bieten.

Die Rotalge Palmaria Palmata gehört zu der Gattung der Makroalgen. Die können im Ernährungsbereich vielseitig eingesetzt werden. (Foto: alvego)

f3: Woher bezieht ihr die Makroalgen?

Philipp Götz: Die Algen kommen aus Irland und werden „wild“ von der Küste von Fischern geerntet. Palmaria Palmata hat eine lange Geschichte und ist in der Kultur Irlands verankert. Daher gibt es hier gemäß dem lokalen Bedarf ebenso das Angebot.

Landwirte mit Frischwasserzugang für die Algenproduktion gefragt

f3: Könnten auch Landwirte Algen züchten? Wäre das in eurem Interesse?

Philipp Götz: Landwirte sollten sich definitiv mit dem Thema beschäftigen und können gerne mit uns in Kontakt treten, da wir über unser Netzwerk bereits den derzeitigen Stand der Forschung kennen. Hilfreich ist ein Frischwasserzugang für die Algenproduktion. Die wäre also gerade für die Landwirte im Norden Deutschlands sehr reizvoll.

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Friedrich und Philipp stellen Jerky aus Algen her. Sie dörren und würzen die Pflanzen und portionieren sie in snackfertige Beutel. Die Algen beziehen sie aus Irland. Im Interview erzählt Gründer Philipp, welche Algen sie verwenden und wo auch Landwirte ernten könnten.

f3 – farm. food. future: Philipp, wie sind dein Mitgründer Friedrich und du auf die Idee gekommen, einen Snack aus Algen herzustellen?

Philipp Götz: Die Idee für alvego kam Friedrich nach dem Besuch der Ausstellung „Food 5.0“ im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Dort wurden verschiedene Formen von Fleisch unter Verwendung der Rotalge Palmaria Palmata nachgebildet. Wir haben dann Kontakt zur ausstellenden Architektin aufgenommen und anschließend verschiedene Formen dieser Alge produziert.

Algen können vielfältig eingesetzt werden.

Philipp Götz, Gründer von alvego

f3: Wo und wie stellt ihr euren Snack her und wo steht ihr derzeit mit eurem Unternehmen?

Philipp Götz: Wir stellen unser Jerky, also Dörrgemüse, in einer Produktionsküche in Berlin Neukölln her. Derzeit ist noch alles, was wir machen, Handarbeit: von der Produktion bis zum Abwiegen der Produkte wird alles von uns selbst erledigt. Nach über einem Jahr Produktentwicklung mit Konsumenten haben wir unser Algen-Jerky Riff Raff nun fertiggestellt.

Die Algen kommen aus Irland

f3: Welche Algen nutzt ihr für das Jerky und was macht sie so besonders?

Philipp Götz: Die Alge Palmaria Palmata hat einen hohen Proteingehalt sowie viele Spurenelemente, Jod und Vitamin B12. Sie gehört zur Gattung der Makroalgen. Im Gegensatz zu Mikroalgen, wie zum Beispiel Spirulina, dienen Makroalgen der vollwertigen Ernährung und können vielfältig eingesetzt werden. Wir denken, dass Algen vermehrt gegessen werden sollten, da sie eine geschmacksintensive und natürliche Alternative zu zum Beispiel Fleisch- oder Sojaprodukten bieten.

Die Rotalge Palmaria Palmata gehört zu der Gattung der Makroalgen. Die können im Ernährungsbereich vielseitig eingesetzt werden. (Foto: alvego)

f3: Woher bezieht ihr die Makroalgen?

Philipp Götz: Die Algen kommen aus Irland und werden „wild“ von der Küste von Fischern geerntet. Palmaria Palmata hat eine lange Geschichte und ist in der Kultur Irlands verankert. Daher gibt es hier gemäß dem lokalen Bedarf ebenso das Angebot.

Landwirte mit Frischwasserzugang für die Algenproduktion gefragt

f3: Könnten auch Landwirte Algen züchten? Wäre das in eurem Interesse?

Philipp Götz: Landwirte sollten sich definitiv mit dem Thema beschäftigen und können gerne mit uns in Kontakt treten, da wir über unser Netzwerk bereits den derzeitigen Stand der Forschung kennen. Hilfreich ist ein Frischwasserzugang für die Algenproduktion. Die wäre also gerade für die Landwirte im Norden Deutschlands sehr reizvoll.

Leider gibt es wenig prägnante Marken im Algen-Bereich. Dadurch ist das Bewusstsein der Konsumenten noch nicht ausreichend angesprochen.

Philipp Götz

f3: Die Alge gilt als Trendrohstoff. Bemerkt ihr Veränderungen am Markt und eine Neugierde beim Verbraucher?

Philipp Götz: Je nachdem, welche Algen verwendet werden, haben bestehende Produkte oft keine überzeugende Nährstoffkomposition. Daher gibt es wenig Anreiz für gesundheitsbewusste Konsumenten zuzugreifen. Zudem werden die Algen meist günstig aus Asien importiert und teuer als zum Beispiel Wakame verkauft. Der Nachhaltigkeitsaspekt fällt dann weg. Leider gibt es auch wenig prägnante Marken im Algen-Bereich. Dadurch ist das Bewusstsein der Konsumenten noch nicht ausreichend angesprochen.

f3: Offizieller Verkaufsstart für euren Algen-Snack ist Mai 2019. Über welche Kanäle wollt ihr verkaufen?

Philipp Götz: Wir werden die drei Sorten primär auf alvego.de anbieten und dann ebenso schrittweise bei anderen Online-Plattformen. Im Laufe des Jahres werden wir auch auf den stationären Fachhandel zugehen.