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Architektur-Wettbewerb: Wo sich Schweine wohlfühlen free

Architektur-Studenten entwarfen Konzepte für einen modernen landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinehaltung, der den gestiegenen gesellschaftlichen Ansprüchen genügt. (Foto: 1. Preis "Schweinevilla" von Katharina Münch)

Neue Wege gehen und einen Stall für 500 Mastschweine mit angegliederter Schlachtung und Direktvermarktung entwerfen: Das war die Aufgabe für 66 angehende Architekten. f3 zeigt die Gewinner-Entwürfe.

Gesellschaft, Politik und auch Landwirte diskutieren zunehmend Haltungsformen mit höheren Tierwohlstandards, bei denen beispielsweise Schweine mehr Platz und Zugang zu unterschiedlichen Klimazonen erhalten. Gleichzeitig entstehen dadurch Zielkonflikte von Tierwohl und Umweltschutz, denn bei der Haltung mit Ausläufen sind höhere Emissionen zu erwarten. Ideen und Konzepte einer tierwohlorientierten Schweinehaltung sind mehr denn je gefragt. So schrieb die Stiftung LV des Landwirtschaftsverlages Münster und das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) im Sommer 2019 einen Ideen-Wettbewerb für Architektur-Studierende aus.

Nur sehr wenige der beteiligten Studenten hatten zuvor einen Bezug zur Landwirtschaft oder einmal einen Stall von innen gesehen.

Auszug

Das Motto des Wettbewerbs lautete: Vom Stall bis zur Theke – Tierwohl bis zum Ende gedacht. Die Studenten waren aufgerufen, völlig frei von reglementierenden Vorgaben einen Schweinestall für 500 Mastschweine mit angegliederter Schlachterei und Vermarktung zu konzipieren. Beteiligt haben sich an dem Architektur-Wettbewerb „Saustall“ 66 Studierende der vier Hochschulen TU Braunschweig, TU Darmstadt, TU München und der Universität Stuttgart. Herausgekommen sind innovative Entwürfe. Die besten sind vom 18. Januar 2020 an in einer Ausstellung im Aedes Architekturforum in Berlin zu sehen.

Das sind die Gewinner-Entwürfe

1. Platz „Schweinevilla“ von Katharina Münch (TU Darmstadt)

Architektur-Studenten und Praktiker zusammenbringen

Querdenker waren bei dem Architektur-Wettbewerb ausdrücklich erwünscht. Nur sehr wenige der beteiligten Studenten hatten zuvor einen Bezug zur Landwirtschaft oder einmal einen Stall von innen gesehen. Im Vorfeld des Wettbewerbs hatte es deshalb einen dreitägigen Workshop in Münster gegeben: Dabei diskutierten die angehenden Architekten mit jungen Landwirten, Stallbauexperten und ihren Professoren, wie denn ein Stall aussehen kann, in dem Schweine ihr Verhalten möglichst artgerecht ausleben, in dem Praktiker aber auch gut arbeiten können.

Auf einem Referenzbetrieb im Münsterland haben sie dazu die örtlichen Voraussetzungen für die Planungen erkundet. Im Oktober 2019 wurden dann die eingereichten Entwürfe von einer Jury, bestehend aus Fach- und Sachpreisrichtern, geprüft und bewertet. Dabei kam es auf die architektonische und landschaftsplanerische Qualität, die Tiergerechtigkeit, die ökologische und ökonomische Qualität, Nachhaltigkeitsaspekte und das Kreativ- und Innovationsniveau an.

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