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„Bauernbox“: Regionale Produkte genossenschaftlich vermarkten free

Bauernbox
Von Eiern und Milch über Angus-Rindfleisch, Süßkartoffeln und Bockshornklee-Käse: Die Vielfalt der Produkte in der Münsterländer Bauernbox ist groß. Foto: Münsterländer Bauernbox

Die Direktvermarktung der eigenen Produkte ist für den einzelnen Landwirt mit viel Aufwand verbunden. 17 Betriebe haben sich deshalb kürzlich zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen: Gemeinsam bieten sie ihre Produkte in der „Münsterländer Bauernbox“ an, einem Online-Hofladen.

Regionale Vermarktung der eigenen landwirtschaftlichen Produkte – ein Wunsch vieler Landwirte und Landwirtinnen. Oft ist der Aufbau eines Verkaufs- und Kundennetzes aber mit einem enormen Aufwand verbunden. Wie Bauern das Thema gemeinsam angreifen können, zeigt die „Münsterländer Bauernbox“. Gemeinsam vertreiben knapp 20 landwirtschaftliche Betriebe ihre Produkte als Genossenschaft künftig über einen regionalen Online-Hofladen. Dabei bauen sie auf das bestehende Konzept der „Bauernbox“ von Annika Ahlers auf.

Das Prinzip Genossenschaft

Der Gedanke der Genossenschaft: Jeder Landwirt hat als Mitglied zu gleichen Teilen ein Mitbestimmungsrecht. Die Genossenschaft verfolgt ein gemeinsames Ziel: die Förderung des Verkaufs regionaler Produkte, mit freier Preisgestaltung und ohne Zwischenhandel. Sie fördert die Landwirtinnen und Landwirte, indem sie Leistungen anbietet, die diese allein nur unter großem Aufwand erbringen könnten: einen Online-Shop, ein Warenwirtschafts- sowie ein Liefersystem.

Rund 20 Landwirtinnen und Landwirte haben sich für die genossenschaftliche Direktvermarktung als „Münsterländer Bauernbox“ entschieden. (Foto: Münsterländer Bauernbox)

Das System funktioniert so: Jedes Mitglied leistet beim Eintritt in die Genossenschaft eine finanzielle Einlage in dreistelliger Höhe. Zusammen bilden die Anteile der Mitglieder das Eigenkapital des Unternehmens. Auch Privatpersonen können mit einer Einlage der Genossenschaft beitreten. Sie finanziert sich aus ihrem Eigenkapital und dem laufenden Geschäftsbetrieb. Kauft ein Kunde über die Bauernbox ein Produkt, erhält der Landwirt 80% des Umsatzes. Die übrigen 20% fließen in die Genossenschaft. Etwa für Verwaltung und Lagerung.

Annika Ahlers, Gründerin und Hauptinitiatorin der Genossenschaft, stellte das Ziel der Genossenschaftsgründung dar. „Wir als Bauern müssen eine Lösung erarbeiten, um die Vielfalt der Region zu erhalten und zu fördern. Die zahlreiche Beteilung an der Gründung zeigt Stärke für Veränderung“, so die 26-jährige.

Heute bestellt, morgen da

Wer bei der Münsterländer Bauernbox aus den aktuell 550 Produkten bestellen möchte, kann das täglich bis 20 Uhr tun. Jeder Landwirt verfügt über eigenes Profil im Shop. Dort kann er seine Produkte und das je verfügbare Kontingent eintragen. Nach Bestellschluss um 20 Uhr checkt er täglich, welche seiner Produkte bestellt wurden. Diese liefert er dann bis um 11 Uhr am Folgetag zum Standort der Münsterländer Bauernbox.

Die Kunden erhalten ihre Produkte dann am Tag nach der Bestellung gegen Mittag. Sie können wählen, ob die bestellte Box zu ihnen nach Hause oder zu einem „Boxenstopp“ in Münster geliefert wird. Die Auslieferung soll klimafreundlich und nachhaltig mit dem Fahrrad, der „Leezenkiepe“ erfolgen.

Nicht nur beim Transport, auch bei der Verpackung setzt die Genossenschaft auf Nachhaltigkeit. Die Produkte sollen in wiederverwendbaren Kühltaschen beim Kunden ankommen. Dieser nimmt dann seine Bestellung aus der Kühltasche. So vermeidet man unnötigen Verpackungsmüll.

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