farm Perspektivwechsel

Berkshire-Schweine: Mehr Geschmack und mehr Tierwohl

Bei René Roberg ferkeln die Berkshire-Sauen frei ab. Zudem behalten die Ferkel ihren Ringelschwanz. (Foto: Heil)

Fein mamoriertes Fleisch gibt es von Berkshire-Schweine, die René Roberg auf seinem Hof hält. Er und sein Partner Uwe Jerathe möchten ihren Kunden damit einen geschmacklichen Mehrwert bieten.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in top agrar 03/2020.

René Roberg hält 850 dänische und 15 Berkshire Sauen im niedersächsischen Essen. Berkshire ist das Wagyu-Rind unter den Schweinen: Sie liefern ein fein marmoriertes Fleisch mit einem hohen Anteil an intramuskulärem Fett. Der 29-Jährige hat sich unter anderem für die Rasse entschieden, weil sie in Deutschland selten vorkommt.

René wollte neben seinem konventionellen Betriebszweig noch ein weiteres Standbein auf seinem Betrieb etablieren, um für die Zukunft aufgestellt zu sein. Zusätzlich zu der außergewöhnlichen Rasse Berkshire bietet der Sauenhalter seinen Abnehmern auch Fleisch aus besonderer Haltung an.

René Roberg baut sich durch andere Standards und eine besondere Rasse eine eigene Marke auf. (Foto: Heil)

„Ich wollte meinen Kunden einen geschmacklichen Mehrwert bieten. Nur allein auf mehr Tierwohl zu setzen, reichte mir nicht“, begründet er sein Vorgehen. Daher entschied er sich, die Sauen in 8 m² großen Buchten frei abferkeln zu lassen. Außerdem hat er für die Tiere im Wartestall einen Strohbereich eingerichtet. Den Schweinen kopiert er die Schwänze nicht und in der Mast bekommen sie 20% mehr Platz als seine anderen 4000 Mastschweine aus den dänischen Sauen.

Konventionell weiterwirtschaften will er trotzdem. „Für das Biolabel müsste ich auch den Ackerbau umstellen. Wir ackern hier aber auf Flächen mit 15 Bodenpunkten. Das klappt nicht“, ist er sich sicher.

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Fein mamoriertes Fleisch gibt es von Berkshire-Schweine, die René Roberg auf seinem Hof hält. Er und sein Partner Uwe Jerathe möchten ihren Kunden damit einen geschmacklichen Mehrwert bieten.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in top agrar 03/2020.

René Roberg hält 850 dänische und 15 Berkshire Sauen im niedersächsischen Essen. Berkshire ist das Wagyu-Rind unter den Schweinen: Sie liefern ein fein marmoriertes Fleisch mit einem hohen Anteil an intramuskulärem Fett. Der 29-Jährige hat sich unter anderem für die Rasse entschieden, weil sie in Deutschland selten vorkommt.

René wollte neben seinem konventionellen Betriebszweig noch ein weiteres Standbein auf seinem Betrieb etablieren, um für die Zukunft aufgestellt zu sein. Zusätzlich zu der außergewöhnlichen Rasse Berkshire bietet der Sauenhalter seinen Abnehmern auch Fleisch aus besonderer Haltung an.

René Roberg baut sich durch andere Standards und eine besondere Rasse eine eigene Marke auf. (Foto: Heil)

„Ich wollte meinen Kunden einen geschmacklichen Mehrwert bieten. Nur allein auf mehr Tierwohl zu setzen, reichte mir nicht“, begründet er sein Vorgehen. Daher entschied er sich, die Sauen in 8 m² großen Buchten frei abferkeln zu lassen. Außerdem hat er für die Tiere im Wartestall einen Strohbereich eingerichtet. Den Schweinen kopiert er die Schwänze nicht und in der Mast bekommen sie 20% mehr Platz als seine anderen 4000 Mastschweine aus den dänischen Sauen.

Konventionell weiterwirtschaften will er trotzdem. „Für das Biolabel müsste ich auch den Ackerbau umstellen. Wir ackern hier aber auf Flächen mit 15 Bodenpunkten. Das klappt nicht“, ist er sich sicher.

Haltung und Vermarktung getrennt

Im Internet stieß er damals auf Uwe Jerathe, der die Schweine 2013 aus England eingeführt hatte und mit einem anderen Landwirt eine Zucht aufbaute. René und Uwe schlossen sich schnell zu einer GbR zusammen: René ist für die Schweine zuständig und Uwe kümmert sich um das Marketing. „Ich bin kein Direktvermarkter, sondern Schweinehalter. Daher bin ich froh, dass ich Uwe als Partner für das Marketing habe“, sagt René.

Ich bin kein Direktvermarkter, sondern Schweinehalter.

René Roberg

Das Konzept funktioniert. Seit 2017 verkaufen sie ihre Schweine unter dem Label „Berkshires Best“. Da Uwe aus Hessen kommt, vermarktet er das Fleisch vor allem in Restaurants im Raum Frankfurt und Wiesbaden, seit 2020 auch in Köln. Außerdem arbeitet er in Frankfurt mit „360° BBQ“ zusammen. Das ist ein Shop für Grills und Grillzubehör.

Grillseminare, Onlinehandel, gute Preise

Berkshire
René Roberg und sein Partner Uwe Jerathe verkaufen die Schweine unter der Marke Berkshires Best. (Foto: Heil)

Seit Neuestem bietet er auch Berkshires Best im Kühlschrank an. Zusätzlich veranstaltet er Grillseminare, in denen er mit den Teilnehmern auch Berkshires Best auf den Grill legt. In diesem Jahr wollen René und Uwe auch online durchstarten. Ihr Metzger will einen Onlinehandel einrichten und u.a. ihr Fleisch anbieten.

An der Fleischqualität haben René und Uwe lange gefeilt. René belegt die Sauen mit einem Duroc-Eber. Das ergibt ihrer Meinung nach das leckerste Fleisch. „Reinrassiges Berkshirefleisch hat einen Fettrand von 4 cm. Die Kreuzung der Berkshire-Sau mit dem Duroc-Eber hat die gleiche Fleischmarmorierung, aber nur 1,5 cm Speck“, erklärt René.

Für die Nachzucht seiner Sauen lässt der Landwirt Berkshire-Großelternsperma aus Irland einfliegen. Das Durocsperma für die Mastschweine bekommt er von seiner Besamungsstation im Nachbarort.

25 € pro kg Nackensteak vom Berkshire-Schwein

Die Preise für das Berkshirefleisch sind deutlich höher als für normales Schweinefleisch. So liegt beispielsweise der Preis für ein Kilogramm Nackensteak bei 25 €. Im Supermarkt gibt es Nackensteaks für unter 10 €. Durch die geringen Ferkelzahlen von durchschnittlich nur sieben Ferkeln pro Wurf, das hohe Platzangebot für die Tiere und Tageszunahmen von nur 750 g bei den Mastschweinen sind die Produktionskosten deutlich höher als bei Renés anderen Mastschweinen.

„Die ersten zwei Jahre habe ich meine Herde aufgebaut und daher Verluste gefahren. Mittlerweile steht eine schwarze Null unter dem Strich“, betont René. Wenn die Nachfrage nach dem Fleisch und der Preis weiter steigt, kann er sich vorstellen, die Berkshirezucht auszuweiten.