farm Wunschkonzert

„Betrieb und Fläche sind zu eng verzahnt.“ free

Wenn die Tierzahlen an die Fläche gebunden ist, kann es für Betriebe schwierig werden, neue Ideen auszuprobieren. Dieses Problem sieht Junglandwirt Frederic Freitag. (Foto: B. Lütke Hockenbeck)

Für Junglandwirt Frederic Freitag steht das Flächenproblem mit an erster Stelle, wenn es um neue Ideen in der Landwirtschaft geht. Auch Marketingwissen fehlt den Jungbauern seiner Meinung nach.

Hofnachfolger Frederic Freitag, 24 Jahre 

„Wir stellen unseren Nebenerwerbsbetrieb mit Hofladen  gerade auf Biosauenhaltung um. Wenn ich nach der Schule den Hof übernehme, will ich ihn mit 80 Biosauen im Voll­erwerb führen. Die Wahl auf Bio umzustellen, ist natürlich nicht das Gleiche wie ein Start-up zu gründen. Wir machen ja nichts komplett Neues.

Starke Partner

Andererseits planen wir den Umstieg seit mittlerweile zwei Jahren, wir brauchen ebenso starke Partner an der Seite und auch Hilfe bei der Umsetzung. Außerdem muss es einem ebenso egal sein, wenn man mal angefeindet wird. Klar ist für mich, dass jeder Betrieb individuell ist und seine eigene Lösung finden muss, wenn er sich neu aufstellen will.

Viele Landwirte sind Produzenten. Und keine Vermarkter.

Hofnachfolger Frederic Freitag, 24 Jahre aus Nordrhein-Westfalen

Für ausgefallenere Geschäftsideen fehlt es uns jungen Landwirten, die den Familienbetrieb erst erben und noch nicht viel Geld verdient haben, wohl etwas an Risikobereitschaft. Erst mal nur einen Betriebszweig aufzugeben und das frei gewordene Geld für etwas anderes zu nutzen, ist ja schwer, da die Flächen und der Betrieb so eng miteinander verzahnt sind. Wer Tiere hält, bei dem zählt jeder Hektar.

„Auf 1 oder 2 ha einfach mal was auszuprobieren, ist schwer. Die Flächen sind zu eng mit den Tierzahlen verwachsen.“ 

Junglandwirt Frederic Freitag, 24 Jahre
„Ideen können durch Zufall entstehen“ free

Wenn ich mir was wünschen dürfte, wäre das neben mehr Fläche und einem guten Netzwerk zu anderen Branchen auch das Wissen darüber, wie man sein Produkt am besten an den Mann bringt. Das wurde den Bauern jahrelang abgenommen, jetzt müssen wir das erst wieder lernen. Viele Landwirte sind Produzenten, keine Vermarkter.“