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Betrieb vielfältig aufstellen. Nur wie? free

Die Digitalisierung kann bei der Betriebsdiversifizierung helfen. Etwa bietet ein Online-Shop die Möglichkeit einen neuen Vertriebskanal zu erschließen. (Foto: stock.adobe/ doidam10)

Wie kann ich neue Standbeine für meinen Hof realisieren? Wo gibt es lukrative Nischen? Wie komme ich an finanzielle Förderungen? Themen wie diese wurden auf dem Junglandwirte-Webbrunch vom Bund der deutschen Landjugend (BDL) am vergangenen Donnerstag besprochen.

Der Bund der deutschen Landjugend (BDL) diskutierte am Donnerstag zusammen mit Junglandwirten über zusätzliche Einkommenswege in der Landwirtschaft. An der Digitalveranstaltung mit dem Titel „Viel hilft viel? Betriebsdiversifizierung heute für morgen“ nahmen 23 Personen aus ganz Deutschland teil. Das Rahmenprogramm bildeten zwei Vorträge und mehrere Gespräche in Kleingruppen.

Zusätzliche Einkommensquellen gegen Milchkrisen

Nach einer kurzen Begrüßung startete Milchviehhalterin Magdalena Zelder mit ihrem Vortrag: „Betriebsdiversifizierung auf dem Berlinger Hof“. Zusammen mit ihrem Mann Christoph kaufte sie 2013 einen landwirtschaftlichen Betrieb in Wittich, Rheinland-Pfalz. Die Quereinsteigerin möchte ihren Betrieb diversifizieren, um sich zusätzliche Einkommensquellen zu sichern und auch für Milchkrisen gewappnet zu sein. „Unser Kerngeschäft sind bis heute die 100 Milchkühe“, sagte Magdalena. „In den letzten Jahren sind aber weitere Einkommensquellen hinzugekommen.“ So hält das Ehepaar 720 Legehennen in Mobilställen, betreibt einen Milchautomaten, startete mit dem Rindfleischverkauf ab Hof und nutzt die Anerkennung als Lernort Bauernhof.

Magdalena und Christoph Zelder haben ein System entwickelt, um neue Geschäftsfelder zu evaluieren. (Foto: BDL)

Bei der Etablierung von neuen Betriebszweigen gehen Magdalena und ihr Mann systematisch vor. „Im ersten Schritt schauen wir auf unsere Stärken, um darauf mit der Standort- und Marktanalyse abschätzen zu können, ob wir überhaupt einen Absatz für das neue Produkt bzw. den Vertriebskanal haben“, schilderte Magdalena. „Im weiteren Verlauf betrachten wir den Kapitalbedarf und die Sicherheit des Geschäftsmodelles. Es ist aber nicht zu vernachlässigen, etwas Neues auch mit der Familie zu vereinbaren.“ Erst zum Schluss spricht das Ehepaar mit Beratern und macht sich Gedanken über Förderungen und eine Finanzierung. Magdalena schloss ab: „Es kommt auch vor, dass wir Ideen verwerfen. Aber wenn sich alles gut anhört, dann heißt es: Los geht´s!“

Möglichkeiten ergreifen

Im zweiten Vortrag des Tages stellte Dr. Andrea Tausch vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Fördermöglichkeiten zur Betriebsdiversifizierung vor. Sowohl in der 2. Säule der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) als auch aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur- und Küstenschutz (GAK) stehen landwirtschaftlichen Betrieben finanzielle Mittel etwa bei dem Einstieg in den Agrartourismus oder den Bau eines Hofladens zur Verfügung. Dr. Andrea Tausch sagte: „Landwirte und Landwirtinnen müssen die Chancen ergreifen und sich bei den jeweiligen Stellen bewerben.“ Das Förderhandbuch können interessierte Junglandwirte hier als kostenlosen Download erwerben.

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