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Bitkom-Umfrage: deutsche Start-ups werden skeptischer free

Nach einer Umfrage des Bitkom hat sich die Situation für die Mehrheit der Gründer in den vergangenen zwei Jahren nicht verbessert. (Foto: pexels / Djordje Petrovic)

Nur noch 39 % der Gründer sagen, dass sich ihre Lage in den vergangenen zwei Jahren verbessert hat. Dies geht aus einer Umfrage im Auftrag des Bitkom hervor. Der Digitalverband versucht auch Ursachen zu finden.

Die Start-ups in Deutschland werden unzufriedener. Während vor einem Jahr noch 44 % und vor zwei Jahren sogar 54 % der Start-ups überzeugt waren, dass sich ihre Lage verbessert hat, sind es aktuell nur noch 39 %. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 300 Start-ups.

Das erklärte Ziel der Politik, Deutschland zu einer Start-up-Nation zu machen, ist aber kein Selbstläufer.

Achim Berg, Bitkom

Gleichzeitig hat sich der Anteil der Start-ups, die eine Verschlechterung der eigenen Situation wahrnehmen, verdoppelt, von jeweils 5 % in den vergangenen beiden Jahren auf jetzt 11 %. „Deutschland kann eine ganze Reihe erfolgreicher Start-ups vorweisen, die inzwischen auch international expandieren. Das erklärte Ziel der Politik, Deutschland zu einer Start-up-Nation zu machen, ist aber kein Selbstläufer“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die negative Entwicklung in der Einschätzung der eigenen Lage durch die deutschen Start-ups ist ein Warnzeichen.“

Auch unabhängig von der eigenen Situation wird Deutschland als Standort für Start-ups allgemein kritischer gesehen. So sagt zwar noch jedes zweite Start-up (50 %), dass sich die Lage für Start-ups hierzulande im Allgemeinen verbessert habe, aber auch hier ist verglichen mit den Vorjahren ein Rückgang festzustellen (2018: 59 %, 2017: 58 %). Zugleich geben mit 11 % auch deutlich mehr Start-ups als noch in den beiden Vorjahren (2018: 5 %, 2017: 6 %) an, dass sich die allgemeine Situation verschlechtert habe.

Zweifel an den Versprechen der Politik

Start-ups sind in ihrer großen Mehrheit skeptisch, ob die Politik die Weichen in der Start-up-Politik richtig stellt. So meinen drei Viertel, die Politik wolle sich nur mit der Start-up-Szene schmücken, habe aber gar kein Interesse an den Problemen der Gründer. Rund zwei Drittel gehen davon aus, dass die meisten im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen für Start-ups am Ende doch nicht umgesetzt werden. Und sogar 80 % der Start-ups stimmen der Aussage zu, dass die deutsche Politik sich in Detailfragen verzettelt und deshalb bei großen Zukunftsthemen wie zum Beispiel Künstliche Intelligenz den Anschluss an die Weltspitze verpasst.

„Es muss jetzt dringend das Thema Finanzierung in der Wachstumsphase und für eine internationale Expansion angegangen werden, etwa mit dem auch im Koalitionsvertrag angekündigten staatlichen Dachfonds“, so Berg.

Und an den Hochschulen sollte ein Modul Entrepreneurship Teil jedes Studiengangs sein.

Achim Berg, Bitkom

Parallel dazu sollten die Bedingungen für Investoren EU-weit vereinheitlicht werden. Ein weiterer Punkt, bei dem die Politik kurzfristig handeln müsse, sei die öffentliche Auftragsvergabe. Von dieser sind Start-ups häufig de facto ausgeschlossen, weil sie Formerfordernisse wie etwa mehrjährige Bilanzen oder Referenzprojekte nicht erfüllen können. „Wenn wir es mit einer Stärkung der Gründungskultur ernst meinen, dann müssen wir das Thema bereits in der Schule vermitteln. Und an den Hochschulen sollte ein Modul Entrepreneurship Teil jedes Studiengangs sein“, so Berg.

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