farm Gründerwerkstatt

Das teuerste Fleisch der Welt aus dem Sauerland

Mit Querdenkern ins Gespräch zu kommen, kann für Landwirte Gold wert sein. Dadurch liegt die zündende Idee für die ­eigene Zukunft mit etwas Glück schneller auf der Hand als gedacht. (Foto: Drießen)

Wer in Zukunft noch erfolgreich sein möchte, sollte flexibel sein. Denn was heute mehr zählt denn je, ist Chancen zu erkennen und sie zu ergreifen. Wie das gehen kann, zeigt Junglandwirt Christoph Willeke aus NRW.

Der Artikel ist zuerst erschienen im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben Ausgabe 5/2019.

Viele Landwirte stoßen beim Planen der Zukunft an Grenzen. Schlechte Erzeugerpreise, Gegenwind aus der Öffentlichkeit und hohe Pachtpreise bremsen den anfänglichen Optimismus oft aus. Auf der anderen Seite bieten die Digitalisierung oder das sich ändernde Konsumverhalten von Verbrauchern auch Chancen, neue Wege zu gehen.

Beim Grundkurs der Katholischen Landvolkshochschule Hardehausen stellte Jungunternehmer Christoph Willeke in der vergangenen Woche sein Konzept vor und Coach Carsten Engelhardt erklärte, wie Landwirte neue Ideen finden können.

Tipps für neue Ideen 

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Wer in Zukunft noch erfolgreich sein möchte, sollte flexibel sein. Denn was heute mehr zählt denn je, ist Chancen zu erkennen und sie zu ergreifen. Wie das gehen kann, zeigt Junglandwirt Christoph Willeke aus NRW.

Der Artikel ist zuerst erschienen im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben Ausgabe 5/2019.

Viele Landwirte stoßen beim Planen der Zukunft an Grenzen. Schlechte Erzeugerpreise, Gegenwind aus der Öffentlichkeit und hohe Pachtpreise bremsen den anfänglichen Optimismus oft aus. Auf der anderen Seite bieten die Digitalisierung oder das sich ändernde Konsumverhalten von Verbrauchern auch Chancen, neue Wege zu gehen.

Beim Grundkurs der Katholischen Landvolkshochschule Hardehausen stellte Jungunternehmer Christoph Willeke in der vergangenen Woche sein Konzept vor und Coach Carsten Engelhardt erklärte, wie Landwirte neue Ideen finden können.

Tipps für neue Ideen 

Wenn Landwirte neue Ideen finden möchten, sollten sie den Kunden dabei immer in den Mittelpunkt stellen. „Entwickeln Sie nichts, was der Kunde nicht will“, warnt der Coach. Dafür sei es zu Beginn unbedingt notwendig, beispielsweise Verbraucher zu fragen, welche Bedürfnisse sie haben. Darüber hinaus kann professionelle Unterstützung von außerhalb hilfreich bei der Ideenfindung sein. Wichtig ist, nicht nur mit Gleichgesinnten zu sprechen, sondern möglichst unterschiedliche Branchen einzubeziehen. Das mindert das Risiko von Betriebsblindheit.

Entwickeln Sie nichts, was der Kunde nicht will.

Carsten Engelhardt

Wer ein neues Konzept umsetzen möchte, sollte einiges an Durchhaltevermögen an den Tag legen. Geht eine Idee nicht sofort auf, darf sie nicht gleich „in den Sack gehauen werden“. Denn manchmal braucht ein Neubeginn Zeit. Vielmehr gilt, sich immer wieder zu hinterfragen: „Warum tue ich, was ich tue?“

Wagyus aus dem Sauerland

Das Fett im Fleisch der Wagyū-Rinder ist gleichmäßig in feiner Marmorierung im Muskelfleisch verteilt (Foto: Wikipedia/Orlando G. Calvo).

Christoph Willeke hat den Blick über den Tellerrand gewagt. Aufgewachsen auf einem konventionellen Milchviehbetrieb in Marsberg im Sauerland verschlug es den heute 31-Jährigen für ein halbes Jahr nach Australien auf einen Ackerbaubetrieb. Dort weckte vor allem die Wagyu-Herde des Nachbarn das Interesse des Reiselustigen. Wagyus sind japanische Rinder, die früher als Arbeitstiere zum Einsatz kamen. In Europa gibt es nur wenige der als „Kobe“ bekannten Tiere.

In Deutschland gibt es bislang nur vier Wagyu-Halter, die es ernst meinen.

Christoph Willeke

Von den Wagyus angetan, begann der Landwirt zu Hause selbst mit der Zucht. Er kaufte zehn Embryonen für rund 700 € das Stück. „Von zehn sind sechs angewachsen“, erinnert er sich. Mittlerweile hält der Sauerländer vier weitere Kälber. Das Besondere an der Rasse ist die ausgeprägte Marmorierung des Fleisches. Pro Kilogramm Schlachtgewicht kann Christoph Willeke später rund 25 € verlangen.

Das teuerste Fleisch der Welt

Hauptsächlich investiert der Jungunternehmer in die Zucht. Unter der Marke „Wagyu Sauerland“ will er reinrassige Tiere, Sperma und Embryonen – und damit das teuerste Fleisch der Welt verkaufen. Da der Markt in Deutschland im Gegensatz zu dem in Amerika noch relativ klein ist, muss der Gründer Pionierarbeit leisten. „In Deutschland gibt es bislang nur vier Wagyu-Halter, die es ernst meinen“, sagt er. Diese Chance will Christoph Willeke nutzen. Bis 2025 möchte er seine Herde auf 200 Tiere vergrößern. Sein Ziel: irgendwann von der Zucht leben zu können.