digital Forst Story

Den Weihnachtsbaum per Post

Stephan Mütherich aus dem Sauerland (NRW) und sein Unternehmens partner Michael Risse verschicken Weihnachtsbäume per Post. (Foto: Schulze Stumpenhorst)

Weil es im Internet bekanntlich alles zu kaufen gibt, dürfen dort auch Weihnachtsbäume nicht fehlen. Mit der Idee eines Christbaum-Versands und dem elterlichen Hof in der Hinterhand haben es zwei Sauerländer gewagt, ein Start-up zu gründen.

Eine Idee zu haben, ist das eine, sie gewinnbringend umzusetzen, etwas anderes. Das weiß auch Stephan Mütherich aus Eslohe im Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen. Doch der studierte Betriebswirt hat beides hinbekommen. Auf dem elterlichen Betrieb wachsen die Weihnachtsbäume, die der 31-Jährige über seine eigens kreierte Internetplattform samt App vermarktet und anschließend europaweit verschickt.

Umwege führen zum Ziel

„Heutzutage gibt es einfach alles im Internet zu kaufen – warum also keinen Weihnachtsbaum“, dachte sich Stephan vor rund fünf Jahren. Er ist in einer Familie aufgewachsen, in der sich seit 40 Jahren alles um Weihnachtsbäume
dreht: Der Senior Meinolf Mütherich ist für den Handel mit den geschlagenen
Bäumen zuständig und Stephans Bruder kümmert sich um die Jungpflanzenaufzucht im Familienunternehmen.

Heutzutage gibt es einfach alles im Internet zu kaufen – warum also keinen Weihnachtsbaum?

Stephan Mütherich

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Weil es im Internet bekanntlich alles zu kaufen gibt, dürfen dort auch Christbäume nicht fehlen. Mit der Idee eines Weihnachtsbaumversands und dem elterlichen Hof in der Hinterhand haben es zwei Sauerländer gewagt, ein Start-up zu gründen.

Eine Idee zu haben, ist das eine, sie gewinnbringend umzusetzen, etwas anderes. Das weiß auch Stephan Mütherich aus Eslohe im Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen. Der studierte Betriebswirt hat mit seinem Weihnachtsbaumversand beides hinbekommen. Auf dem elterlichen Betrieb wachsen die Bäume, die der 31-Jährige über seine eigens kreierte Internetplattform samt App vermarktet und europaweit verschickt.

Umwege führen zum Ziel

„Heutzutage gibt es einfach alles im Internet zu kaufen – warum also keinen Weihnachtsbaum“, dachte sich Stephan vor rund fünf Jahren. Er ist in einer Familie aufgewachsen, in der sich seit 40 Jahren alles um Weihnachtsbäume dreht: Der Senior Meinolf Mütherich ist für den Handel mit den geschlagenen Bäumen zuständig und Stephans Bruder kümmert sich um die Jungpflanzenaufzucht im Familienunternehmen.

Heutzutage gibt es einfach alles im Internet zu kaufen – warum also keinen Weihnachtsbaum?

Stephan Mütherich

Während Stephan häufig beim Verkauf der Bäume geholfen hat, fiel ihm auf, dass der Transport vielen Kunden Probleme bereitet. „Die Fragen: ‚Wie kommt der Baum ins Auto?‘ und ,Wie das, ohne alles dreckig zu machen?‘ bewegen jeden Kunden jedes Jahr aufs Neue“, erinnert sich Stephan. Doch auf direktem Weg hat sich der Jungunternehmer nicht für den heimischen Betrieb entschieden. Nach dem Abitur und einer Ausbildung zum Industriekaufmann ging es für den Sauerländer erst einmal nach Münster zum Betriebswirtschaftsstudium. Heute arbeitet er als E-Commerce-Projektmanager in einem Unternehmen im benachbarten Schmallenberg.

Mit einer Geschichte überzeugen

Seinen Vollzeitjob hat Stephan bisher behalten. Allein vom Unternehmen „Weihnachtsbaumland.de“ kann er noch nicht leben. Aber innerhalb von fünf Jahren ist es ihm gelungen, jährlich Bäume im mittleren vierstelligen Bereich aus dem Sauerland zu verschicken – europaweit nach Großbritannien, Italien, Spanien, Frankreich und in die Slovakei.

„Wir wollen die Kundennähe“, erklärt Stephan. Auch Michael Risse, ein Unternehmensberater, der ihn seit einigen Jahren unterstützt, sieht diesen Gedanken an vorderster Stelle: „Der Kunde braucht eine Geschichte zum Baum. Bei Mütherichs gibt es die – vom Samen über die Aufzucht bis hin zum Versenden – alles aus einer Hand und einer Familie“, ein Verkaufsargument, das zieht.“

Die Weihnachtsbäume kommen eingenetzt per Post an. (Foto: Schlotmann)

Optimierung wohl genetisch bedingt

Optimierung liegt bei der Familie Mütherich in den Genen: „Bei uns wird jede Idee ernst genommen“, so Meinolf Mütherich. „Ohne unsere Einfälle wären wir heute nicht da, wo wir sind.“ Mit rund 200 ha Fläche zählt die Familie zu einem der größten Anbauer von Weihnachtsbäumen in Deutschland. „Wenn wir es anpacken, dann richtig“, so der Unternehmer. Und dank Stephans beruflichem Werdegang in der digitalen Vermarktung konnte er auf ein vielfältiges Know-how zurückgreifen. Mit einer professionell gestalteten Internetseite war der Anfang gemacht.

Der Kunde ist daran gewöhnt, dass alles schnell und perfekt zugestellt wird.

Stephan Mütherich

Zudem konzentrierte sich der Esloher auf die optimale Versandlösung. „Es war nicht ganz einfach, den perfekten Karton und Lieferanten zu finden.“ Der Logistikpartner, der letztlich ausgewählt wurde, verschickt Kartons mit einer Größe bismaximal 1,70m Höhe und einer Breite von 30 x 30 cm. Die Bäume kommen eingenetzt in einen Karton und werden ab Hof vom Lieferunternehmen abgeholt. „Es ist nicht immer ganz einfach, zumal die Paketdienste gerade vor Weihnachten sehr viel zu tun haben“, berichtet Stephan.

Bestehende Produkte neu vermarkten

Eine Nordmanntanne mit einer Größe von 120 bis 140cm kostet bei Bestellung rund 30 € plus 5,99 € Versandkosten. Die Zahlung ist per Paypal, Amazon Payments, Sofortüberweisung oder Vorkasse möglich. Stephans Kunden erhalten den Baum auch zum Wunschtermin. So kann ein Kunde ein Lieferdatum im Dezember auswählen. „Die Bequemlichkeit wird immer größer und heutzutage gibt es einfach alles im Internet“, so der Betriebswirt.

Born to be Wald free

„Unsere Konkurrenz sind andere große Versandhäuser. Denn der Kunde ist daran gewöhnt, dass alles schnell und perfekt zugestellt wird.“ Dennoch sind sich beide sicher, dass die neuen Medien die Möglichkeit bieten, bereits bestehende Produkte auf bisher ungeahnte Weisen zu vermarkten. „Wir versuchen allen Kunden gerecht zu werden, auch wenn wir die Pakete weit weg schicken“, erklärt Stephan.

Risiko gering dank Familienbetrieb

Mittlerweile sind auch Unternehmen auf den Weihnachtsbaumversand aufmerksam geworden. Sie kooperieren mit den Sauerländern im Rahmen von Marketingaktionen, Gewinnspielen oder schenken ihren Mitarbeitern und Kunden einen Christbaum per Post.

Das alles hat Stephan wohl auch dem elterlichen Familienbetrieb zu verdanken. Beide Gründer wissen, dass ihr Start-up nur funktioniert hat, weil das Risiko gering war. Sie mussten die Bäume nicht zukaufen und nur dann  bezahlen, wenn die Bestellung auch verschickt wurde.