digital future Interview

Der Pflanze genau das geben, was sie braucht free

Die Gründer von Hortiya arbeiten an einer Technik, die selbstständig die Pflanzenversorgung in Gewächshäusern optimieren soll. (Foto: nuttawutnuy -stock.adobe.com)

Jüngst nahm die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) das Start-up „Hortiya“ in das Green Startup-Sonderprogramm auf. f3 hat bei dem Mitgründer Marc Weimer Hablitzel nachgefragt, woran Hortiya arbeitet und wofür sie die 125.000 € Fördersumme nutzen wollen.

f3-farm.food.future: Wer seid Ihr und was macht Ihr und warum habt ihr euer Start-up gegründet?

Marc Weimer Hablitzel: Wir sind Hortiya und wir entwickeln pflanzen-zentrierte Technologien für die Gewächshäuser der Zukunft. Unser Ziel ist es dabei Ressourcen wie Strom und Wasser zu sparen und den Lebensmittelanbau auf die Herausforderungen des Klimawandels vorzubereiten. Wir entwickeln also Technologien für hocheffiziente und weitestgehend autonome Gewächshäuser.

f3: Wer ist Eure Zielgruppe?

Marc: Unsere Kunden kommen aus dem professionellen Intensivanbau in kontrollierter Umgebung, also Gewächshäuser und Vertical-Farms. Unsere Technik wird vor allem dort nachgefragt, wo Wasser- und Energieeffizienz schon jetzt eine große Rolle spielen.

Wir arbeiten mit neuester Sensortechnik und selbstlernenden Verfahren aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz und machen dadurch einen Ansatz möglich, der zuvor undenkbar war.

Marc Weimer-Hablitzel, Geschäftsführer Hortiya

f3: Was macht Eure Technik aus und was macht sie unverzichtbar für eure Zielgruppe?

Marc: Wir arbeiten mit neuester Sensortechnik und selbstlernenden Verfahren aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz und machen dadurch einen Ansatz möglich, der zuvor undenkbar war: Unmittelbar und dynamisch auf die sich verändernden Bedürfnisse einer Pflanze zu reagieren, statt statisch einem fixen, vermeintlichem Ideal-Rezept zu folgen, wie es in Gewächshäusern aktuell noch üblich ist.

Der heutige Anbau im Gewächshaus gleicht dem Kochen nach Rezept, aber ohne Kochlöffel und Koch zum Abschmecken. Dabei wird versucht so nah wie möglich an dem Rezept für die Pflanze zu bleiben, damit am Ende auch das herauskommt was man sich erhofft. Wird es aber draußen zu kühl, muss drinnen geheizt werden. Oder gibt es zu wenig Licht, muss künstlich beleuchtet werden. Das verbraucht natürliche jede Menge Energie und ist ineffizient.

Die Gründer: Marc Weimer Hablitzel, Timo Hoffmann und Christian Scholz, es fehlen: Advait Kumar und Miguel Aspis. (Fotos: Hortiya)

Hat man aber eine Art Kochlöffel und einen intelligenten Koch, der während des Prozesses die Pflanze lesen bzw. abschmecken und das Rezept anpassen kann, ist es möglich deutlich Energie einzusparen und glücklichere Pflanzen zu produzieren. Wir entwickeln beides, den Koch als Künstliche Intelligenz und den Kochlöffel durch unsere Sensortechnik.

f3: Wofür nutzt ihr das frische Fördergeld der DBU?

Marc: Mit der finanziellen Förderung des DBU ist es uns möglich, unser erstes Produkt, ein intelligentes, spektrumverstellbares Licht (SVL), im Feldtest zu beweisen und zur Serienreife zu entwickeln. Das SVL Licht steuert dabei nur genau das Licht aus, welches die Pflanze auch aktuell braucht und kann so bis zu 30 % Energie einsparen.

f3: Vervollständige: In 5 Jahren ist Hortiya…

Marc: …der Vorreiter für effiziente, autonome und digitale Gewächshäuser. Wir ermöglichen es Züchtern die kommenden Umweltauflagen zu erfüllen und gleichzeitig stetig bessere Erträge von höchster Qualität zu erbringen. Gleichzeitig haben wir den Weg für den profitablen Anbau in Vertical-Farming Systemen geebnet und verhelfen damit zu einer frischen, lokalen und vor allem nachhaltigen Produktion von Nahrungsmitteln.

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