digital farm future

Die Daten der Tiere I

Start-ups bedienen sich dem Internet of Things und Künstlicher Intelligenz um digitale Möglichkeiten für den Tierhalter zu entwickeln. (Foto: smaXtec)

Smartes Geburtsmonitoring bei Sauen, Medikamentenkreisläufe in einer App, Fitnessbänder für Pferde. In der zweiteiligen Reihe „Die Daten der Tiere“ stellen wir euch junge Unternehmen vor, die mit ihren Innovationen die digitale Transformation im Nutztierbereich vorantreiben.

SmaXtec

In Graz gründeten die Österreicher Stefan Rosenkranz und Mario Fallast 2009 „SmaXtec“. Das Unternehmen entwickelt Sensoren, die der Landwirt in den Pansen seiner Kühe einsetzt. Das Verfahren ähnelt einem sogenannten Bolus, einer großen Langzeittablette für Kühe. Der Sensor arbeitet selbstständig, wartungsfrei und bleibt für immer im Pansen. Er misst die Körpertemperatur, die Bewegungsaktivität und das Trinkverhalten der Kuh. Ein Programm wertet die Daten in Echtzeit aus und erkennt Kühe, die brünstig sind oder kurz vor der Abkalbung stehen. Durch das Bestimmen der Temperatur ist auch ein Gesundheitsmonitoring möglich. In einer erweiterten Version ermittelt der Sensor auch den pH-Wert im Pansen. Das gibt dem Landwirt Hinweise für sein Futtermanagement. Nur knapp ein Zehntel der Kühe müssen den pH-Wert-Bolus im Pansen haben, damit der Landwirt Rückschlüsse auf die gesamte Herde ziehen kann.


Moocall

Der gelbe Moocall Abkalbesensor ist eine IoT-Lösung am Schwanz von hochtragenden Kühen. (Foto: Moocall)

Die Iren Niall Austin, Michael Stanley und Emmet Savage entwickeln seit 2010 mit ihrem Start-up „Moocall“ verschiedene Tools für den Rinderhalter in Westeuropa. Hierzu gehören der Moocall Abkalbesensor, Moocall Heat und eine passende App. Der Abkalbesensor ist ein IoT-Sensor, der am Schwanz einer hochtragenden Kuh angebracht wird, den Geburtsprozess überwacht und sich beim Landwirt kurz vor der Geburt meldet. Moocall Heat wird zum Brunstmonitoring von Mutterkuhherden angewendet. Der Bulle der Herde erhält ein Tracking-Halsband und die Kühe einen Ohrsensor. Je nachdem, wie sich die Tiere umeinander bewegen, soll die Technik Aufschluss über das Brunstverhalten der Kühe geben.


Cabasus

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Smartes Geburtsmonitoring bei Sauen, Medikamentenkreisläufe in einer App, Fitnessbänder für Pferde. In der zweiteiligen Reihe „Die Daten der Tiere“ stellen wir euch junge Unternehmen vor, die mit ihren Innovationen die digitale Transformation im Nutztierbereich vorantreiben.

SmaXtec

In Graz gründeten die Österreicher Stefan Rosenkranz und Mario Fallast 2009 „SmaXtec“. Das Unternehmen entwickelt Sensoren, die der Landwirt in den Pansen seiner Kühe einsetzt. Das Verfahren ähnelt einem sogenannten Bolus, einer großen Langzeittablette für Kühe. Der Sensor arbeitet selbstständig, wartungsfrei und bleibt für immer im Pansen. Er misst die Körpertemperatur, die Bewegungsaktivität und das Trinkverhalten der Kuh. Ein Programm wertet die Daten in Echtzeit aus und erkennt Kühe, die brünstig sind oder kurz vor der Abkalbung stehen. Durch das Bestimmen der Temperatur ist auch ein Gesundheitsmonitoring möglich. In einer erweiterten Version ermittelt der Sensor auch den pH-Wert im Pansen. Das gibt dem Landwirt Hinweise für sein Futtermanagement. Nur knapp ein Zehntel der Kühe müssen den pH-Wert-Bolus im Pansen haben, damit der Landwirt Rückschlüsse auf die gesamte Herde ziehen kann.


Moocall

Der gelbe Moocall Abkalbesensor ist eine IoT-Lösung am Schwanz von hochtragenden Kühen. (Foto: Moocall)

Die Iren Niall Austin, Michael Stanley und Emmet Savage entwickeln seit 2010 mit ihrem Start-up „Moocall“ verschiedene Tools für den Rinderhalter in Westeuropa. Hierzu gehören der Moocall Abkalbesensor, Moocall Heat und eine passende App. Der Abkalbesensor ist ein IoT-Sensor, der am Schwanz einer hochtragenden Kuh angebracht wird, den Geburtsprozess überwacht und sich beim Landwirt kurz vor der Geburt meldet. Moocall Heat wird zum Brunstmonitoring von Mutterkuhherden angewendet. Der Bulle der Herde erhält ein Tracking-Halsband und die Kühe einen Ohrsensor. Je nachdem, wie sich die Tiere umeinander bewegen, soll die Technik Aufschluss über das Brunstverhalten der Kühe geben.


Cabasus

Der Cabasus-Aktivitätstracker erfasst Fitness- und Bewegungsdaten von Pferden. (Foto: Cabasus)

Ein Team aus Pferde- und Technologie-Fachleuten bietet mit „Cabasus“ eine IoT-Lösung für Pferde an. Ein Aktivitätstracker am Huf erfasst Fitness- und Bewegungsdaten, die eine App auswertet und dem Anwender zugänglich macht. Er soll mit der App Krankheiten wie etwa Koliken sowie veränderte Verhaltensmuster früher erkennen können.
Cabasus arbeitet mit Vodafone als Innovationspartner zusammen. Die Marktreife steht im Herbst 2019 an.


Monitorfish

Dominik Ewald und Chaitanya Dhumasker gründeten 2017 „Monitorfish“ in Berlin. Die entwickelte Software „AnFish©“ überwacht Fischbestände und soll Krankheiten und andere Probleme erfassen. Das Diagnostik-System bestimmt die Wasserqualität und untersucht mittels künstlicher Intelligenz die Bewegungsmuster der Fische. Durch die Analyse kann der Betreiber der Aquakultur Missstände frühzeitig erkennen und z.B. die Futtergabe ändern oder die Wasserqualität anpassen. Monitorfisch verspricht die Mortalität zu reduzieren und die Fischproduktion so zu optimieren.