food future

Die Ernährungspyramide von morgen

Wie prägen "Millenials" die heutige Ernährung? Ersetzen pflanzenbasierte Alternativen in Zukunft herkömmliches Fleisch? Das wurde gestern Abend bei der Veranstaltung "Alles auf Start: Up" diskutiert. (Foto: Shevtsova von Pexels)

Im Lebensmittelsystem ist viel in Bewegung: Das Essverhalten verändert sich und Start-ups fordern immer öfter traditionelle Produkte heraus. Wie sich das auswirkt, wurde auf der "Alles auf Start: Up!"- Veranstaltung diskutiert.

Wenig „gutes" Öl, viel Gemüse und Obst, zwei Gläser Milch am Tag: So in etwa lauten altbekannte Ernährungsempfehlungen. Gelten sie auch heute noch? Oder ersetzen pflanzenbasierte Alternativen in Zukunft herkömmliches Fleisch? Dazu diskutierten am Dienstag Maria Mundry, Landwirtin und Gründerin von "Schwarze Kuh", Simone Frey, Ernährungswissenschaftlerin und Gründerin von "Nutrition Hub" und Fabio Ziemßen, Innovationsdirektor bei der Metro Deutschland und Gründer des Verbandes für alternative Proteinquellen. Sie trafen sich auf der Veranstaltung "Alles auf Start: Up!", getragen vom Deutschen Bauernverband (DBV), der Andreas Hermes Akademie und der Deutschen Gesellschaft für zukunftsfähige Land- und Ernährungswirtschaft.

Nachhaltige Ernährung

Wie die Ernährung zukünftig aussehen kann und soll, das diskutierten Simone Frey, Fabio Ziemßen, Mareike Meyn und Maria Mundy (v. l.) am Dienstag auf einer Veranstaltung. (Foto: Rüweling)

Seit den 1990er Jahren gibt es die Lebensmittelpyramide, die für eine gesunde Ernährung des Menschen empfohlen wird. Die Basis stellen demnach Kohlenhydrate dar, die der Pyramide zufolge am meisten gegessen werden sollen. An der Spitze hingegen stehen Zucker und Fette. Also Nahrungsmittel, die in geringerer Menge gegessen werden sollen. Zwar wurde die Pyramide im Laufe der Jahre und in verschiedenen Ländern angepasst, allerdings existiert bis heute keine weltweit einheitliche Empfehlung, wie viele Mengen von welchen Nahrungsmitteln für eine gesunde Ernährung verzehrt werden sollten.

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Im Lebensmittelsystem ist viel in Bewegung: Das Essverhalten verändert sich und Start-ups fordern immer öfter traditionelle Produkte heraus. Wie sich das auswirkt, wurde auf der „Alles auf Start: Up!“- Veranstaltung diskutiert.

Wenig „gutes“ Öl, viel Gemüse und Obst, zwei Gläser Milch am Tag: So in etwa lauten altbekannte Ernährungsempfehlungen. Gelten sie auch heute noch? Oder ersetzen pflanzenbasierte Alternativen in Zukunft herkömmliches Fleisch? Dazu diskutierten am Dienstag Maria Mundry, Landwirtin und Gründerin von „Schwarze Kuh“, Simone Frey, Ernährungswissenschaftlerin und Gründerin von „Nutrition Hub“ und Fabio Ziemßen, Innovationsdirektor bei der Metro Deutschland und Gründer des Verbandes für alternative Proteinquellen. Sie trafen sich auf der Veranstaltung „Alles auf Start: Up!“, getragen vom Deutschen Bauernverband (DBV), der Andreas Hermes Akademie und der Deutschen Gesellschaft für zukunftsfähige Land- und Ernährungswirtschaft.

Nachhaltige Ernährung

Wie die Ernährung zukünftig aussehen kann und soll, das diskutierten Simone Frey, Fabio Ziemßen, Mareike Meyn und Maria Mundy (v. l.) am Dienstag auf einer Veranstaltung. (Foto: Rüweling)

Seit den 1990er Jahren gibt es die Lebensmittelpyramide, die für eine gesunde Ernährung des Menschen empfohlen wird. Die Basis stellen demnach Kohlenhydrate dar, die der Pyramide zufolge am meisten gegessen werden sollen. An der Spitze hingegen stehen Zucker und Fette. Also Nahrungsmittel, die in geringerer Menge gegessen werden sollen. Zwar wurde die Pyramide im Laufe der Jahre und in verschiedenen Ländern angepasst, allerdings existiert bis heute keine weltweit einheitliche Empfehlung, wie viele Mengen von welchen Nahrungsmitteln für eine gesunde Ernährung verzehrt werden sollten.

Ernährungswissenschaftler wissen heute schon sehr viel mehr als noch vor zehn Jahren. Dennoch ist bislang nur ein kleiner Bereich erforscht.

Simone Frey

„Ernährungswissenschaftler wissen heute schon sehr viel mehr als noch vor zehn Jahren. Dennoch ist bislang nur ein kleiner Bereich erforscht“, referierte Ökotrophologin Simone Frey. Die aktuellsten Empfehlungen stammten aus der EAT Lancet Studie „Planetary Health Diet“. Sie zeigt auf, wie sich die Ernährungsversorgung ändern muss, damit heute und in der Zukunft eine gesunde und nachhaltige Ernährung möglich ist. Neben der Forschung und Wissenschaft seien aber auch die sogenannten „Millennials“, die zwischen den frühen 1980er und späten 1990er Geborenen, Treiber von aktuellen Entwicklungen, so Frey.

Drei Trends für die Zukunft

Viel Gemüse und sehr wenig tierische und Milchprodukte: So lautet die Empfehlung der EAT-Lancet-Studie. (Grafik EAT-Lancet-Commission)

Ernährungsexperten sehen drei Trends, die sich aus diesen Megatrends ergeben:

  1. Gesundheit
  2. Personalisierung
  3. Nachhaltigkeit

So wollen Verbraucher sich heute verstärkt gesund ernähren, verfolgen unterschiedliche Ernährungsweisen und wollen wissen, woher ihre Lebensmittel stammen und wie sie produziert wurden. Auch junge Unternehmer und Unternehmerinnen, so ergänzte Fabio Ziemßen, haben diese Faktoren heute vor Augen, wenn sie gründen. „Neue Produkte werden heute immer auch im Einklang mit Nachhaltigkeit und/oder sozialen Verträglichkeiten entwickelt“, so Ziemßen. Der Experte sieht hier Chancen für Entrepreneure im Food-Sektor.

Verlangen nach ursprünglichem und gleichzeitig „sauberem“ Essen

In dem Verlangen der Verbraucher zeige sich allerdings auch eine Ambivalenz, so Ziemßen weiter. Zum Einen gebe es ein verstärktes Verlangen nach Ursprünglichem, kaum verarbeitetem Essen. Zum Anderen forderten die Verbraucher heute vermehrt auch Fleischersatzprodukte auf Basis von Pflanzen, die in der Regel industriell hergestellt und wenig natürlich seien. Auch in der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurde deutlich, dass sich weiterhin eine Differenzierung in Bezug auf die Verbraucherwünsche abzeichnet.

Wir müssen eine Geschichte erzählen, offen und nah am Kunden sein.

Maria Mundry

Demnach haben solche Landwirte und Gründer in Zukunft gute Chancen, die sich spezialisieren und maximale Transparenz zeigen. Landwirtin Mundry, die das Fleisch ihrer Kühe direkt vermarktet, stimmt dem zu: „Wir müssen eine Geschichte erzählen, offen und nah am Kunden sein.“ Deutlich machte sie allerdings auch, dass nicht jeder in der Nische einen Platz findet und es bei allen Anstrengungen der Bauern immer auch Abnehmer brauche, die bereit seien, entsprechende Preise zu zahlen.