food future Interview

Die Käseverpackung der Zukunft

Käse ist ein anspruchsvolles Produkt. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Verpackung. Soll auch bei SB-Ware Kunststoff eingespart werden, sind Alternativen gefragt. (Foto: Jill Wellington/Pixabay)

Marian Heinz, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Frischpack-Gruppe, über die Käseverpackung der Zukunft und einen persönlichen Wunsch.

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen in Lebensmittelpraxis 2020/11.

LP: Die Frischpack-Gruppe hat in den vergangenen Jahren viele Innovationen für das SB-Regal auf den Markt gebracht. Woran arbeiten Sie im Moment?

Marian Heinz, Frischpack-Gruppe

Marian Heinz: Neben der fortlaufenden Entwicklung von innovativen Konzepten und Themenwelten mit den passenden Produkten für den Handel steht das Thema „Nachhaltige Verpackungslösungen“ bei uns an oberster Stelle. Dazu haben wir ein 3-Säulen-Modell definiert, mit dem wir uns nachhaltigeren Verpackungslösungen unter Berücksichtigung von Kunststoffreduzierung, recyclingfähigen Verbund- und Monomaterialien sowie Biopolymeren intensiv widmen.

Natürlich erwarten Kunden heutzutage, dass Verpackungen umweltverträglich sind und sie beäugen die Hersteller kritisch.

Marian Heinz

LP: Welches sind die größten technischen Herausforderungen bei der Verpackung von Käse?

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Marian Heinz, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Frischpack-Gruppe, über die Käseverpackung der Zukunft und einen persönlichen Wunsch.

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen in der Lebensmittel Praxis 2020/07.

LP: Die Frischpack-Gruppe hat in den vergangenen Jahren viele Innovationen für das SB-Regal auf den Markt gebracht. Woran arbeiten Sie im Moment?

Marian Heinz, Frischpack-Gruppe

Marian Heinz: Neben der fortlaufenden Entwicklung von innovativen Konzepten und Themenwelten mit den passenden Produkten für den Handel steht das Thema „Nachhaltige Verpackungslösungen“ bei uns an oberster Stelle. Dazu haben wir ein 3-Säulen-Modell definiert, mit dem wir uns nachhaltigeren Verpackungslösungen unter Berücksichtigung von Kunststoffreduzierung, recyclingfähigen Verbund- und Monomaterialien sowie Biopolymeren intensiv widmen.

LP: Welches sind die größten technischen Herausforderungen bei der Verpackung von Käse?

Marian Heinz: Im Bereich Lebensmittel sind von Seiten des Gesetzgebers strenge Auflagen zu erfüllen. Zudem haben die Konsumenten verständlicherweise hohe Ansprüche an Haltbarkeit, Geschmack und Konsistenz der Produkte. Kunststoffverpackungen bedienen all diese Kriterien.

Natürlich erwarten Kunden heutzutage, dass Verpackungen umweltverträglich sind und sie beäugen die Hersteller kritisch.

Marian Heinz

Und natürlich erwarten Kunden heutzutage, dass Verpackungen umweltverträglich sind und sie beäugen die Hersteller kritisch. Wir achten schon seit vielen Jahren auf einen niedrigen Kunststoffverbrauch durch minimale Folienstärken. Darüber hinaus testen wir kontinuierlich neue Materialien. Die besondere Herausforderung bei einem lebendigen Produkt wie Käse ist, die optimale Kombination aus Käsesorte, Schutzatmosphäre und Verpackungsmaterial zu finden.

Alternative Verpackungen testen

LP: Inwieweit haben sich die Anforderungen des Handels im letzten Jahr verändert?

Marian Heinz: Parallel zum Convenience-Trend der vergangenen Jahre, der die Entwicklung von Verpackungen und Produktformen sehr stark beeinflusst hat, beschleunigt und fördert die anhaltende Diskussion in der Gesellschaft die Forschung nach ökologisch sinnvollen Alternativen zu den gebräuchlichen Verbundmaterialien. Das gilt auch für unsere Kunden. Wir sehen es als unsere Aufgabe, sinnvolle und sichere Alternativen zu prüfen und in ihrer Produktionstauglichkeit zu bewerten.

Schon länger reduzieren wir das Verpackungsmaterial durch den Einsatz dünnerer Folien und testen intensiv papierbasierte Folien zur Einsparung von Kunststoffen, recycelbare Mono- und Verbundmaterialien sowie biobasierte Verpackungsmaterialien.

Käse als lebendiges Produkt

LP: Wie stellen Sie sich persönlich die „Käseverpackung der Zukunft“ vor?

Marian Heinz: Die Wunschvorstellung ist eine biobasierte, also eine komplett aus nachwachsenden Rohstoffen bestehende Verpackung, ohne jegliche petrochemische Bestandteile, die biologisch auf dem Heimkompost abbaubar ist. Für das Segment „Käseverpackung“ steht die Forschung hier erst am Anfang. Es ist auch noch offen, ob eine solche Verpackung realisierbar ist, die dem lebendigen Produkt Käse in Bezug auf Handling und Hygiene sowie Haltbarkeit, Geschmack und Konsistenz gerecht wird.