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Die Kuh bestimmt mit, was auf der Weide wächst

In einer Untersuchung wurden Weiden mit verschiedenen Rinderrassen unter die Lupe genommen: Die Forscher fanden heraus, dass Weiden mit Hochlandrindern zu einer erhöhten botanischen Artenvielfalt führen können.(stock.adobe/ Gail Johnson)

Die Rinderrasse beeinflusst die Pflanzenzusammensetzung auf der Weide. Dies zeigen Forscher in einer aktuellen Studie. Hochlandrinder haben demnach einen starken Einfluss auf die Artenvielfalt.

Angus oder Hochlandrind: Kuh ist nicht gleich Kuh, wenn es um die Vorlieben beim Fressen von verschiedenen Kräutern oder Gräsern geht. Wissenschaftler der Universitäten Heidelberg und Göttingen haben in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Forschungsinstitut Agroscope gezeigt, dass die Rinderrasse die botanische Zusammensetzung von Weideflächen beeinflusst. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Agriculture, Ecosystems and Environment“ erschienen.

Verschiedene Rassen - vielfältiges Verhalten

Den Forschern zufolge unterscheiden sich produktionsorientierte Rassen wie Charolais, Angus oder Braunvieh von Robustrindern wie Hochlandrinder oder Galloway bezüglich Futterbedarf, Wachstumsrate und Gewicht. Zudem zeigen sie unterschiedliche Verhaltensweisen in der Bewegung und der Wahl des Futters. Dies führt zu einem unterschiedlichen Gräser- und Kräuterbestand, ist sich das Team sicher.

Die Untersuchung zeigte deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Rinderrassen. Unabhängig vom Standort wiesen Weiden von produktionsorientierten Rassen bedeutend mehr Pflanzen mit einer hohen Weide- und Tritttoleranz auf. So findet sich der Breitwegerich oder das einjährige Rispengras deutlich häufiger auf Weiden mit Charolais, Angus und Co. Auf Weiden von Hochlandrindern wiederum kamen mehr Arten vor, deren Samen sich im Tierfell festhaken und so verbreiten konnten. Das sind unter anderem Nelkenwurz und Storchenschnabel.

Die Wissenschaftler fanden auf Weiden von intensiven Rinderrassen wie Angus vermehrt Pflanzen mit einer hohen Weide- und Tritttoleranz. (Foto: Schmidtmann)

Um herauszufinden, welche Auswirkungen eine Rinderrasse auf die Weidevegetation hat, gingen die Wissenschaftler wie folgt vor: Sie verglichen die botanische Zusammensetzung auf Flächen von Hochlandrindern mit angrenzenden Weiden intensiverer Rinderrassen. Die Rinderrasse beweidete die Fläche seit mindestens fünf Jahren. Das Forschungsteam nahm 50 Flächen an 25 Standorten in Bergregionen in Süddeutschland und in der Schweiz unter die Lupe.

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Die Rinderrasse beeinflusst die Pflanzenzusammensetzung auf der Weide. Dies zeigen Forscher in einer aktuellen Studie. Hochlandrinder haben demnach einen starken Einfluss auf die Artenvielfalt.

Angus oder Hochlandrind: Kuh ist nicht gleich Kuh, wenn es um die Vorlieben beim Fressen von verschiedenen Kräutern oder Gräsern geht. Wissenschaftler der Universitäten Heidelberg und Göttingen haben in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Forschungsinstitut Agroscope gezeigt, dass die Rinderrasse die botanische Zusammensetzung von Weideflächen beeinflusst. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Agriculture, Ecosystems and Environment“ erschienen.

Verschiedene Rassen – vielfältiges Verhalten

Den Forschern zufolge unterscheiden sich produktionsorientierte Rassen wie Charolais, Angus oder Braunvieh von Robustrindern wie Hochlandrinder oder Galloway bezüglich Futterbedarf, Wachstumsrate und Gewicht. Zudem zeigen sie unterschiedliche Verhaltensweisen in der Bewegung und der Wahl des Futters. Dies führt zu einem unterschiedlichen Gräser- und Kräuterbestand, ist sich das Team sicher.

Die Untersuchung zeigte deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Rinderrassen. Unabhängig vom Standort wiesen Weiden von produktionsorientierten Rassen bedeutend mehr Pflanzen mit einer hohen Weide- und Tritttoleranz auf. So findet sich der Breitwegerich oder das einjährige Rispengras deutlich häufiger auf Weiden mit Charolais, Angus und Co. Auf Weiden von Hochlandrindern wiederum kamen mehr Arten vor, deren Samen sich im Tierfell festhaken und so verbreiten konnten. Das sind unter anderem Nelkenwurz und Storchenschnabel.

Die Wissenschaftler fanden auf Weiden von intensiven Rinderrassen wie Angus vermehrt Pflanzen mit einer hohen Weide- und Tritttoleranz. (Foto: Schmidtmann)

Um herauszufinden, welche Auswirkungen eine Rinderrasse auf die Weidevegetation hat, gingen die Wissenschaftler wie folgt vor: Sie verglichen die botanische Zusammensetzung auf Flächen von Hochlandrindern mit angrenzenden Weiden intensiverer Rinderrassen. Die Rinderrasse beweidete die Fläche seit mindestens fünf Jahren. Das Forschungsteam nahm 50 Flächen an 25 Standorten in Bergregionen in Süddeutschland und in der Schweiz unter die Lupe.

Je länger eine Weide schon von Hochlandrindern genutzt wurde, desto deutlicher wurde der Unterschied in der Pflanzenzusammensetzung.

Caren Pauler, Forschungsinstitut Agroscope

Hochlandrinder mit abwechslungsreichen Weiden

f3 sprach mit Caren Pauler vom Schweizer Forschungsinstitut Agroscope über die Hintergründe des Projektes. Sie betonte, dass sich die Vegetation nicht von heute auf morgen an die neuen Bedingungen anpasst. „Wir konnten eine Veränderung der Eigenschaften mit der Dauer feststellen“, schilderte die Biologin. „Je länger eine Weide schon von Hochlandrindern genutzt wurde, desto deutlicher wurde der Unterschied in der Pflanzenzusammensetzung.“

Darüber hinaus war der Anteil an Sträuchern auf den Hochlandrinderweiden niedriger als auf den Vergleichsflächen, so Pauler. „Hochlandrinder scheinen sich von den Abwehrstrategien der Pflanzen wie Verholzung, Stacheln oder Giftstoffe weniger abschrecken zu lassen“, sagte die Wissenschaftlerin.

Mit dem Hochlandrind oder ähnlichen extensiven Rinderrassen finden Tierhalter genügsame Weidetiere.

Caren Pauler, Forschungsinstitut Agroscope

Abschließend riet sie Landwirten, die Weideflächen in ungünstigen Lagen bewirtschaften: „Egal ob bei Hanglagen oder bei besonders mageren oder trockenen Weiden- mit dem Hochlandrind oder ähnlichen extensiven Rinderrassen finden Tierhalter genügsame Weidetiere, die auch mit sehr geringer Futterqualität zurechtkommen und überdies die Artenvielfalt erhalten oder sogar verbessern.“