farm Wunschkonzert

Süßkartoffeln aus Deutschland

Jan Hävemeyer baut seit zwei Jahren Süßkartoffeln in Lüdersfeld im Weserbergland an. Für 2020 überlegt er die Anbaufläche auszudehnen. (Foto: Hävemeyer)

Auf deutschen Äckern gibt es die Süßkartoffel kaum. Die Vermarktung ist eine Herausforderung. Im Wunschkonzert berichtet Jan Hävemeyer von seinen Erfahrungen mit dem Windengewächs.

„Zusammen mit meinem Vater führe ich einen Ackerbaubetrieb im Weserbergland. Wie bauen Weizen, Raps, Zuckerrüben und Blühmischungen an. Seit Neuestem wird die Fruchtfolge durch eine exotische Kultur ergänzt: Die Süßkartoffel.

Ich dachte mir, es muss doch regional gehen.

Jan Hävemeyer

Mein Vater betreibt den Hof im Haupterwerb. Dieses Jahr schloss ich meinen Master in Agrarökonomie an der Uni Göttingen ab. Danach startete ich ein Referendariat bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Parallel versuche ich den Betrieb weiter zu entwickeln. Ein Wachstum über Fläche stellte sich in unserer Region schwierig dar. Das war der Startschuss für die Suche nach einer neuen Kultur. Früh war klar, dass es nicht in Richtung der etablierten Sonderkulturen gehen sollte, da es in dem Bereich bereits viele Marktteilnehmer gibt. Wir wollten einen neuen Weg gehen. Im Supermarkt bin ich auf die Süßkartoffel gestoßen. Die Kultur erfreut sich einer steigenden Beliebtheit beim Verbraucher. Aber ich habe noch nie deutsche Süßkartoffeln im Supermarkt gesehen. Ich dachte mir, es muss doch regional gehen. Und so hatte ich mein Nischenprodukt gefunden.

Größter Produzent der Süßkartoffel ist China. Nach der Kartoffel und dem Maniok belegt die Süßkartoffel den dritten der Weltproduktion von Wurzel- und Knollennahrungspflanzen. (Foto: Hävemeyer)

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Auf deutschen Äckern gibt es die Süßkartoffel kaum. Die Vermarktung ist eine Herausforderung. Im Wunschkonzert berichtet Jan Hävemeyer von seinen Erfahrungen mit dem Windengewächs.

„Zusammen mit meinem Vater führe ich einen Ackerbaubetrieb im Weserbergland. Wie bauen Weizen, Raps, Zuckerrüben und Blühmischungen an. Seit Neuestem wird die Fruchtfolge durch eine exotische Kultur ergänzt: Die Süßkartoffel.

Ich dachte mir, es muss doch regional gehen.

Jan Hävemeyer

Mein Vater betreibt den Hof im Haupterwerb. Dieses Jahr schloss ich meinen Master in Agrarökonomie an der Uni Göttingen ab. Danach startete ich ein Referendariat bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Parallel versuche ich den Betrieb weiter zu entwickeln. Ein Wachstum über Fläche stellte sich in unserer Region schwierig dar. Das war der Startschuss für die Suche nach einer neuen Kultur. Früh war klar, dass es nicht in Richtung der etablierten Sonderkulturen gehen sollte, da es in dem Bereich bereits viele Marktteilnehmer gibt. Wir wollten einen neuen Weg gehen. Im Supermarkt bin ich auf die Süßkartoffel gestoßen. Die Kultur erfreut sich einer steigenden Beliebtheit beim Verbraucher. Aber ich habe noch nie deutsche Süßkartoffeln im Supermarkt gesehen. Ich dachte mir, es muss doch regional gehen. Und so hatte ich mein Nischenprodukt gefunden.

Größter Produzent der Süßkartoffel ist China. Nach der Kartoffel und dem Maniok belegt die Süßkartoffel den dritten Platz der Weltproduktion von Wurzel- und Knollennahrungspflanzen. (Foto: Hävemeyer)

Pflanzen einer exotischen Kultur

Gestartet bin ich 2018 mit einem kleinen Versuch und 10 Pflanzen – das hat zumindest gezeigt, dass es möglich ist. Um das Risiko gering zu halten, dehnte ich den Bestand in diesem Jahr auf 2.500 Pflanzen aus. Anders als bei der Kartoffel, wird die Süßkartoffel als Setzling angebaut. Die Setzlinge habe ich von einem Vermehrer aus dem Rheinland. Die Süßkartoffel kommt aus wärmeren Breitengraden und kann keinen Frost vertragen. Ich pflanze sie daher erst Mitte Mai. Sowieso ist der Anbau gewöhnungsbedürftig. Es sind kaum Pflanzenschutzmittel zugelassen. Daher bin ich auf eine mechanische Unkrautbekämpfung angewiesen. Tatsächlich hatte ich mit einigen Schädlingen zu kämpfen. Ein Drittel der Ernte konnte ich nicht gebrauchen. Den größten Schaden richteten Wühlmäuse mit Fraßschäden an. Aktuell versuche ich dagegen eine Lösung zu entwickeln, die Wühlmäuse möglichst ablenkt.

Neben dem Anbau ist die Vermarktung ebenfalls nicht so einfach.

Jan Hävemeyer

Zweite Hürde: Die Vermarktung

Neben dem Anbau ist die Vermarktung ebenfalls nicht so einfach. Ich vertreibe die Süßkartoffeln an sieben Hofläden aus der Region. Des Weiteren habe ich mit dem Lebensmitteleinzelhandel gesprochen, wobei hier die Schwierigkeit darin besteht mit nur einem Nischenprodukt Fuß zu fassen. Dadurch kann auch der Anbau weiterer Sonderkulturen interessant sein. Alternativ könnte ich mir auch eine Vermarktung über eine Online-Plattform vorstellen, die Direktvermarkter bündelt. Das ist aber noch Zukunftsmusik. Meine diesjährige Ernte bekomme ich gut vermarktet. Der Verkaufspreis in den Hofläden liegt etwas über den Waren aus den USA und Spanien.

Neues Geschäftsbein aufgebaut

Alle Hofläden möchten im kommenden Jahr meine Süßkartoffeln wieder vermarkten. Manche streben an, die Verkaufsmenge zu steigern. Über die Anbaufläche im kommenden Jahr mache ich mir derzeit Gedanken. Sie soll aber mindestens so groß sein, wie in diesem Jahr. Erstes Ziel ist es, die Produktion zu verbessern. Die Vermarktung möchte ich sukzessiv über Hofläden und andere Kanäle ausbauen.“