digital Perspektivwechsel

Digitale Landwirtschaft gegen Hunger?

Führt der Einsatz von Drohnen und Co. automatisch zu einem höheren Ertrag? (Foto: pexels / Quang)

Kann die digitale Landwirtschaft die Welternährung sichern? Und können Landtechnikhersteller wie Amazone oder Krone dazu beitragen? Darum ging es in dieser Woche bei der Regionalkonferenz Agrartechnik.

Ungefähr 88 % aller Landwirte weltweit wirtschaften auf weniger als 2 ha Fläche. Der Einsatz von Maschinen ist meist begrenzt, von digitalen Lösungen ganz zu schweigen. Dennoch steigt die Weltbevölkerung rasant an. Es müssen Lösungen her. Ob die digitale Landwirtschaft dazu betragen kann, die Welternährung zu sichern, darüber wurde vergangenen Mittwoch bei der ersten Regionalkonferenz Agrartechnik in der Nähe von Osnabrück auf dem Gestüt Osthoff debattiert.

Auf dem Markt der Möglichkeiten bot die Konferenz Raum zum Austauschen und Netzwerken. (Foto: Dicks)

Eingeladen hatte die AgritechNet Nordwest in Kooperation mit der Metropolregion Nordwest. Angesprochen fühlten sich knapp 100 Unternehmer und Unternehmerinnen, Gründer und Interessierte aus dem Bereich Landtechnik.

Prof. Dr. Klaus Töpfer war von 1987 bis 1994 Bundesumweltminister in der Regierung von Helmut Kohl. (Foto: Dicks)

Globale Herausforderungen

Der Klimawandel sei voll im Gange, das globale Bevölkerungswachstum stark. Verschiedene Schätzungen gehen von über 9 Mrd. Menschen im Jahr 2050 aus. Das machte der ehemalige Bundesumweltminister Prof. Klaus Töpfer in seiner Keynote deutlich. Genau hier lägen die Herausforderungen für die moderne Landwirtschaft. „Alle Akteure sind nun gefragt. Egal ob es Landwirte, Politiker oder auch Landtechnikhersteller sind“, unterstrich er. Töpfer bezog sich dabei nicht nur auf Deutschland: „Wer Europa sichern will, muss Afrika entwickeln.“ Das heißt für ihn konkret: Die Akteure müssten über ihren Tellerrand schauen. Wichtig sei, was weltweit geschieht. „Techniken, die wir in Europa entwickeln, müssen auch in die Entwicklungsländer getragen werden. Ich kann nur hoffen, dass wir Technologien entwickeln, die die kleinbäuerlichen Strukturen erhalten“, schloss Prof. Töpfer seine Keynote ab.

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Kann die digitale Landwirtschaft die Welternährung sichern? Und können Landtechnikhersteller wie Amazone oder Krone dazu beitragen? Darum ging es in dieser Woche bei der Regionalkonferenz Agrartechnik.

Ungefähr 88 % aller Landwirte weltweit wirtschaften auf weniger als 2 ha Fläche. Der Einsatz von Maschinen ist meist begrenzt, von digitalen Lösungen ganz zu schweigen. Dennoch steigt die Weltbevölkerung rasant an. Es müssen Lösungen her. Ob die digitale Landwirtschaft dazu betragen kann, die Welternährung zu sichern, darüber wurde vergangenen Mittwoch bei der ersten Regionalkonferenz Agrartechnik in der Nähe von Osnabrück auf dem Gestüt Osthoff debattiert.

Auf dem Markt der Möglichkeiten bot die Konferenz Raum zum Austauschen und Netzwerken. (Foto: Dicks)

Eingeladen hatte die AgritechNet Nordwest in Kooperation mit der Metropolregion Nordwest. Angesprochen fühlten sich knapp 100 Unternehmer und Unternehmerinnen, Gründer und Interessierte aus dem Bereich Landtechnik.

Globale Herausforderungen

Der Klimawandel sei voll im Gange, das globale Bevölkerungswachstum stark. Verschiedene Schätzungen gehen von über 9 Mrd. Menschen im Jahr 2050 aus. Das machte der ehemalige Bundesumweltminister Prof. Klaus Töpfer in seiner Keynote deutlich. Genau hier lägen die Herausforderungen für die moderne Landwirtschaft. „Alle Akteure sind nun gefragt. Egal ob es Landwirte, Politiker oder auch Landtechnikhersteller sind“, unterstrich er. Töpfer bezog sich dabei nicht nur auf Deutschland: „Wer Europa sichern will, muss Afrika entwickeln.“ Das heißt für ihn konkret: Die Akteure müssten über ihren Tellerrand schauen. Wichtig sei, was weltweit geschieht. „Techniken, die wir in Europa entwickeln, müssen auch in die Entwicklungsländer getragen werden. Ich kann nur hoffen, dass wir Technologien entwickeln, die die kleinbäuerlichen Strukturen erhalten“, schloss Prof. Töpfer seine Keynote ab.

Wer Europa sichern will, muss Afrika entwickeln.

Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister
Prof. Dr. Arno Ruckelshausen (Hochschule Osnabrück) leitete das Podium mit den Gästen Dr. Michael Lübbersmann (Landrat Osnabrück), Christian Dreyer (Amazone), Dr. Josef Horstmann (Krone), Prof. Dr. Ludwig Theuvsen (Abteilungsleiter Landwirtschaftsministerium Niedersachsen) und Prof. Dr. Klaus Töpfer (Bundesumweltminister a.d.) (Foto: Dicks)

Einfache Lösungen schwierig zu finden

In der anschließenden Diskussionsrunde sprachen Vertreter der Politik und niedersächsische Landtechnikhersteller darüber, wie gehandelt werden könnte. „Wir haben weltweit unterschiedliche Herausforderungen, aber weite Teile entwickeln sich Richtung Großlandwirtschaft“, warf Dr. Josef Horstmann vom Landmaschinenhersteller Krone ein. Er glaubt, die Größe der Landmaschinen hat eine Grenze erreicht: „Robotik wird sich mehr und mehr durchsetzen. Aber ist das etwas für Entwicklungsländer?“

Zuerst müssten die Kleinbauern mechanisieren und dann könnte man über das Digitalisieren sprechen.

Christian Dreyer, Geschäftsführer Amazone

Dieser Ansicht war auch der Geschäftsführer von Amazone, Christian Dreyer: „Zuerst müssten die Kleinbauern mechanisieren und dann könnte man über das Digitalisieren sprechen.“ Die Produktion von Landmaschinen in der EU sei nicht für Entwicklungsländer geeignet, da die Technik zu teuer ist, machte Dr. Horstmann deutlich und erinnerte an das Know-how vor Ort: „Low Tech muss her und am besten von lokalen Landtechnikherstellern. Wir von Krone werden in Afrika nicht erfolgreich sein.“