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Digitaler Landhandel: Shop vs. Plattform

Diese Start-ups arbeiten mit an der Digitalisierung des Landhandels. (Illustration: Christina Helmer)

Mehrere Start-ups sind im Online-Handel von Betriebsmitteln aktiv. Ihre Geschäftsmodelle unterscheiden sich jedoch. Es gibt Online-Shops nach dem Amazon-Prinzip und Handelsplattformen, die Landwirte, Händler und Verarbeiter zusammenbringen.

Die Digitalisierung des Agrarhandels ist bereits im Gange. Einige Beobachter haben den Landhandel, wie wir ihn kennen, bereits abgeschrieben. Andere sehen die Entwicklungen weniger disruptiv, sondern eher als logische Weiterentwicklung mit vielen Chancen.

Es gibt einige Start-ups am Markt, die die Digitalisierung des Agrarhandels vorantreiben. Ihre Geschäftsmodelle unterscheiden sich allerdings durchaus voneinander. Es gibt einige, die wie ein Online-Shop im Amazon-Prinzip funktionieren: Der Anbieter hat eigene Produkte auf Lager oder listet andere Anbieter mit ihren Produkten.  Der Kunde bestellt online, der jeweilige Anbieter versendet. Und dann gibt es noch Handelsplattformen, die nicht nur zwischen Käufer und Verkäufer unterscheiden. Sie wollen vielmehr alle Akteure auf Augenhöhe zusammenbringen und miteinander ins Geschäft kommen lassen.

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Mehrere Start-ups sind im Online-Handel von Betriebsmitteln aktiv. Ihre Geschäftsmodelle unterscheiden sich jedoch. Es gibt Online-Shops nach dem Amazon-Prinzip und Handelsplattformen, die Landwirte, Händler und Verarbeiter zusammenbringen.

Die Digitalisierung des Agrarhandels ist bereits im Gange. Einige Beobachter haben den Landhandel, wie wir ihn kennen, bereits abgeschrieben. Andere sehen die Entwicklungen weniger disruptiv, sondern eher als logische Weiterentwicklung mit vielen Chancen.

Es gibt einige Start-ups am Markt, die die Digitalisierung des Agrarhandels vorantreiben. Ihre Geschäftsmodelle unterscheiden sich allerdings durchaus voneinander. Es gibt einige, die wie ein Online-Shop im Amazon-Prinzip funktionieren: Der Anbieter hat eigene Produkte auf Lager oder listet andere Anbieter mit ihren Produkten.  Der Kunde bestellt online, der jeweilige Anbieter versendet. Und dann gibt es noch Handelsplattformen, die nicht nur zwischen Käufer und Verkäufer unterscheiden. Sie wollen vielmehr alle Akteure auf Augenhöhe zusammenbringen und miteinander ins Geschäft kommen lassen.

Handels-Plattform: Agrando

Schon mehrere Jahre in der Planungsphase, aber seit Sommer 2018 auch am Markt, ist das Münchner Start-up „Agrando“ um Jonathan Bernwieser und Jonas Hueber. Mit einer Beta-Version vorerst in Bayern gestartet, soll das Portal nun wachsen. Agrando agiert nicht als Online-Shop, sondern verbindet Landhändler mit Landwirten. Letztere können beim Portal individuelle Anfragen über Futter-, Dünger- und Pflanzenschutzmittel sowie Saatgut stellen. In der Regel melden sich mehrere Landhändler mit Angeboten zurück – auch eine Preisverhandlung soll möglich sein. Die Angebote sind für andere nicht einsehbar, sollen aber nach Angaben des Start-ups für mehr Markttransparenz sorgen. Künftig soll auch der Landwirt den Verkauf von Gütern anbieten können.

Für Landwirte ist Agrando kostenlos. Es werden keine Provisionen oder Gebühren aufgeschlagen. Das Portal generiert seine Einnahmen nach Angaben der Firmenwebseite durch kostenpflichtige Marketing-Dienstleistungen. 20 Mitarbeiter sind derzeit angestellt.
Finanziert wurde die Seite durch Business Angels und mehrere Landwirte, die auch bei der Entwicklung miteinbezogen wurden (f3 berichtete). Das Start-up betont seine Unabhängigkeit: Sowohl kleine als auch große Landhändler werden gleichberechtigt platziert. Agrando verifiziert jeden Benutzer, der dort handeln möchte. Serverstandort ist Deutschland.

Handels-Plattform: AgrarConnect

„Der stationäre Agrarhandel wird nicht verschwinden.“

AgrarConnect“ ist eine Plattform, die Käufer und Verkäufer im Agrarhandel über tagesaktuelle Angebote und Gesuche informiert. Firmengründer Andreas Kretzschmar und Oliver Schmitt, die langjährige Erfahrung im Agrarhandel gesammelt haben, möchten Händler, Landwirte, Makler, Dienstleister und Verarbeiter zusammenbringen. Mithilfe von Realtime-Börsen- und Marktdaten, die durch eine Kooperation mit der ZMP Zentrale Markt- und Preisinformationen GmbH zur Verfügung gestellt werden, können die Nutzer online erfahren, welche Produkte und Dienstleistungen deutschlandweit gerade in welcher Qualität zu welchen Konditionen angeboten oder gesucht werden.

Registrierte Nutzer können ihre Produkte und Dienstleistungen als Angebot oder Gesuch einstellen. Angebote werden mit Nennung der Firmendaten oder anonym erstellt. Bei konkretem Interesse legen Verkäufer und Käufer ihre Namen untereinander offen. Ein Kontraktabschluss ist erst nach Kontaktaufnahme möglich. Nutzer müssen eine monatliche Gebühr bezahlen, die je nach Vertragslaufzeit zwischen 79 und 99 € liegt. Interessenten können das Portal und den ZMP-Zugang vier Wochen kostenlos testen.

Handels-Plattform: agra2b

Das Portal „agra2b“ ist aufgebaut wie ein soziales Netzwerk à la Facebook. Dort kann ein User nur auf ein Profil zugreifen, wenn dessen Eigentümer ihn vorher in sein Netzwerk aufnimmt. Wenn ein Landwirt dem Handelsnetzwerk also beitritt und sich registriert, lädt er da­raufhin seine bestehenden Handelspartner auf die Plattform dazu und verlagert bestehende Handelsbeziehungen ins Internet. Sein Gesuch kann an die gesamte Plattform oder nur an das bestehende Netzwerk gesendet werden. Es läuft bis zu einer bestimmten Angebotsfrist – aus den eingegangenen Angeboten kann sich der Landwirt dann eines aussuchen. Die anderen Anbieter erhalten automatisch die Information, dass sie diesmal leer ausgegangen sind.

Wenn wir beim Einkaufen immer nur günstig suchen würden, gäbe es kein Amazon.

Gründer agra2b

Die meisten Leistungen sind derzeit kostenlos. Nach der Registrierung mit Haus- und Betriebsnamen kann man auf Anfragen reagieren, Preise platzieren, sein Netzwerk aufbauen und Handelspartner bewerten. Wer selbst Gesuche aufgeben möchte, muss zur Aktiv-Version aufsatteln. Sie kostet 8,99 € im Monat.

Online-Shop: ag.supply

„Im Einkauf liegt der Segen“ free

Bei „ag.supply“ handelt es sich um einen Online-Shop, in dem Landwirte und Lohnunternehmer Ersatzteile für Landmaschinen und Betriebsmittel bestellen können. Nach Angaben des Start-ups aus Münster, Westfalen, das im Januar 2018 von Sebastian Schauff und Eric Schüssler gegründet wurde, sind bereits rund 2 Mio. Artikel erhältlich. Dabei handelt es sich um Originalersatzteile namhafter Hersteller sowie Nachbauteile. Auch Saatgut ist lieferbar. Weitere Produkte wie Pflanzenschutzmittel und Stall-Equipment sollen bald hinzukommen. Kunden können fehlende Produkte per Chat oder Telefon anfragen.

Der Online-Shop betont seine fachkundige Beratung, die ein Team aus Ersatzteilspezialisten, Agronomen und Logistikern vornimmt. Das Beratungsnetzwerk wird von externen Lieferanten und Herstellern erweitert.

Online-Shop: MyAgrar

Die AgrarOnline GmbH bietet mit „MyAgrar“ einen Online-Shop für Pflanzenschutzmittel und Saatgut. Hier handeln also nicht Landwirte mit Landhändlern, sondern Landwirte wählen ihre gewünschten Produkte einfach aus und bestellen sie per Mausklick. MyAgrar ist eine Tochtergesellschaft des ATR Landhandels in Ratzeburg, Schleswig-Holstein. Seit August 2017 am Markt, verspricht das Webangebot des 700-Mitarbeiter-Unternehmens eine große Auswahl an pflanzenbaulichen Betriebsmitteln zu attraktiven Preisen. Verfügbar ist derzeit ein Sortiment von 500 Pflanzenschutzmitteln und 250 Saatgutartikeln aus dem Bereich Raps, Mais, Grassaat und Zwischenfrüchte. Für den Einkauf erforderlich ist eine Registrierung mit Sachkundenachweis, die Preisrecherche ist ohne Login
zugänglich.

Der Sachkundenachweis kann online erbracht werden. Die Lieferung kann bei einer Bestellung bis 15 Uhr noch am nächsten Tag erfolgen.