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DLG-Trendmonitor: Wo Roboter zum Einsatz kommen

Eine Erkenntnis aus dem „DLG-Trendmonitor 2020 Roboter in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie“: Je größer der Betrieb ist, desto eher setzt er Roboter ein. (Foto: stock.adobe/ industrieblick)

Roboter erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Das geht aus dem „DLG-Trendmonitor 2020: Roboter in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie“ hervor. Es wurde deutlich, dass insbesondere in der Molkereibranche die Akzeptanz für Roboter am höchsten ist. Die Befragung für den Trendmonitor wurde im August und Oktober 2019 online durchgeführt. Teilgenommen haben 88 Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum. Der Großteil der Betriebe kam aus den Branchen Getränke, Backwaren, Fleisch- sowie Milchprodukte.

Es wird deutlich, dass mit Robotererfahrung der Trend zu einem weiteren Robotereinsatz geht.

Auszug

Etwas über die Hälfte der befragten Betriebe haben Roboter bereits im Einsatz. 48 % setzen noch keine Roboter ein. Von den 42 Betrieben, die bisher noch keine Roboter im Einsatz haben, wollen 19 Betriebe (45 %) zukünftig Roboter einsetzen. 23 Betriebe (55 %) sehen auch künftig von einem Robotereinsatz ab. Auffällig ist dabei eine Korrelation zwischen Betriebsgröße und Robotereinsatz: Je größer der Betrieb ist, desto eher hat er einen oder mehrere Roboter.

Gründer gegen Roboter

Als Hauptgründe für den fehlenden Robotereinsatz gaben 21 Teilnehmer an, dass die Investitionskosten zu hoch sind. 18 Betriebe nannten die Platzfrage als Grund und 16 Betriebe sagten, dass Roboter wirtschaftlich derzeit nicht interessant sind. Als Gründe für den fehlenden Robotereinsatz nannten die Teilnehmer außerdem: Schwierigkeiten bei den Reparaturen der Elektronik, heterogene Produkte und fehlende Kompetenz zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit. 

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Wo in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie wird Robotik bereits eingesetzt und warum wird die Technik genutzt? Wie sieht die Entwicklung zukünftig – auch in der Landwirtschaft – aus? Ein Trendmonitor gibt Einblicke.

Roboter erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Das geht aus dem „DLG-Trendmonitor 2020: Roboter in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie“ hervor. Es wurde deutlich, dass insbesondere in der Molkereibranche die Akzeptanz für Roboter am höchsten ist. Die Befragung für den Trendmonitor wurde im August und Oktober 2019 online durchgeführt. Teilgenommen haben 88 Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum. Der Großteil der Betriebe kam aus den Branchen Getränke, Backwaren, Fleisch- sowie Milchprodukte.

Es wird deutlich, dass mit Robotererfahrung der Trend zu einem weiteren Robotereinsatz geht.

Auszug

Etwas über die Hälfte der befragten Betriebe haben Roboter bereits im Einsatz. 48 % setzen noch keine Roboter ein. Von den 42 Betrieben, die bisher noch keine Roboter im Einsatz haben, wollen 19 Betriebe (45 %) zukünftig Roboter einsetzen. 23 Betriebe (55 %) sehen auch künftig von einem Robotereinsatz ab. Auffällig ist dabei eine Korrelation zwischen Betriebsgröße und Robotereinsatz: Je größer der Betrieb ist, desto eher hat er einen oder mehrere Roboter.

Gründe gegen Roboter

Als Hauptgründe für den fehlenden Robotereinsatz gaben 21 Teilnehmer an, dass die Investitionskosten zu hoch sind. 18 Betriebe nannten die Platzfrage als Grund und 16 Betriebe sagten, dass Roboter wirtschaftlich derzeit nicht interessant sind. Als Gründe für den fehlenden Robotereinsatz nannten die Teilnehmer außerdem: Schwierigkeiten bei den Reparaturen der Elektronik, heterogene Produkte und fehlende Kompetenz zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit. 

(Quelle: DLG-Trendmonitor)

Die Motive für den Einsatz von Robotern in der Lebensmittel- und Getränkeherstellung sind verschieden. So nennen die Teilnehmer Personaleinsparung (39 Nennungen) sowie Erleichterung der Arbeitsbedingungen am Arbeitsplatz (38 Nennungen) als Hauptgründe für den Robotereinsatz. Auch Kosteneinsparung mit 32 Nennungen liegt als Ziel für den Robotereinsatz weit vorne. 78 % der Betriebe, die bereits Roboter im Einsatz haben, gaben an, zukünftig die Zahl der Roboter erhöhen zu wollen. Nur zehn Betriebe (22 %) mit Robotererfahrung wollen die Zahl nicht weiter erhöhen. Somit wird deutlich, dass mit Robotererfahrung der Trend zu einem weiteren Robotereinsatz geht.

Roboter sind flexibel und konstant einsetzbar, was vor dem Hintergrund fehlender Arbeitskräfte zum Beispiel für die Ernte relevant ist.

Carola K. Herbst

Auf Landwirtschaft teilweise übertragbar

Im Gespräch mit f3 erläuterte die Geschäftsführerin des DLG-Arbeitskreises Robotik in der Lebensmittelherstellung, Carola K. Herbst, die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die Landwirtschaft: „Ob Automatisierung, Erleichterung der Arbeitsbedingungen am Arbeitsplatz, Kosteneinsparung oder Effektivitätsverbesserung: Die im Trendmonitor genannten Ziele für den Einsatz von Robotern seitens der Unternehmen bringen den allgemeinen wirtschaftlichen Druck und den zunehmenden Fachkräftemangel zum Ausdruck und sind branchenübergreifend gültig.“ So nehme etwa in der Landwirtschaft die Bedeutung der Robotik bei der Automatisierung von Handarbeiten zu.

„Roboter sind flexibel und konstant einsetzbar, was vor dem Hintergrund fehlender Arbeitskräfte zum Beispiel für die Ernte relevant ist“, so Herbst. Zum Thema Corona ergänzte sie: „Es ist zu erwarten, dass infolge der Pandemie die Automatisierung und der Einsatz von Robotern in der Lebensmittelwirtschaft einen weiteren Schub erfährt. Als Treiber für den Einsatz von Robotern noch entscheidender als die aktuelle Corona-Situation, dürfte jedoch der anhaltende Fachkräftemangel sein.“