farm Gründerwerkstatt

Ein eigenes Hanfbusiness aufbauen

Christian Palz (links) und Julius Erdt bauen auf einem Hektar Hanf an. In der Zukunft möchten sie die Anbaufläche ihres Start-ups „Die Naturburschen“ ausdehnen. (Foto: Wietmann)

Das Start-up „Die Naturburschen“ stellt aus Hanf unter anderem Nahrungsergänzungsmittel her. Die regelmäßige Einnahme der CBD-Tropfen kann zu einem verbesserten Wohlbefinden führen.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in top agrar 10/2019.

Hanfprodukte liegen im Trend, die Nachfrage steigt, für Landwirte ist der Anbau jedoch noch eine Nische. Das haben Julius Erdt und Christian Palz erkannt und genutzt. Die beiden Jungunternehmer haben sich vor Kurzem mit ihrem Start-up „Die Naturburschen“ selbstständig gemacht. In Welver im Kreis Soest (Nordrhein-Westfalen) bauen sie seit einem Jahr Hanf an. Das Wissen dazu eigneten sich die beiden durch Ausprobieren an. „Viele Beratungsstellen haben noch keine Erfahrung mit dem Hanfanbau“, sagt Gründer Julius.

Viele Beratungsstellen haben noch keine Erfahrung mit dem Hanfanbau.

Julius Erdt

Ihr erstes Produkt aus der Hanfpflanze war das Hanfsamenöl. Dies ist zum einen ein Speiseöl, lässt sich zum anderen aber auch zur Hautpflege nutzen. Zur Produktion des Öls investierten sie zunächst rund 5 000 € in eine Kaltölpresse. „Dieses Herstellungsverfahren ist besonders schonend und erhält die wichtigen Inhaltsstoffe“, erklärt Christian. Für 25 kg Saatgut mussten sie zusätzlich 500 € in die Hand nehmen. Ein Sack reicht für ungefähr einen Hektar.

Hanf zur Nahrungsergänzung

Davon, dass der Hanf gut für die Gesundheit der Menschen ist, waren sie von Anfang an überzeugt. Die hohe Nachfrage überraschte sie trotzdem. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass unser Produkt auf ein so großes Interesse stößt“, sagt Christian. So haben sie bereits nach einem Jahr mit ihrem Hanfsamenöl einen Umsatz von rund 5 000 € erwirtschaftet. Seit einigen Monaten bieten die beiden auch Tropfen mit Cannabidiol, kurz CBD, an. Diese werden als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen. Das CBD extrahieren sie mit Alkohol aus den Hanfblüten und vermischen es mit dem Hanföl. Anschließend verkaufen sie die 10 ml-Fläschchen für Preise von 19,95 € (1 % CBD) bis zu 59,95 € (5 % CBD).

Wir haben nicht damit gerechnet, dass unser Produkt auf ein so großes Interesse stößt.

Christian Palz

Und die beiden merken selbst Veränderungen. „Seitdem ich das CBD nehme, habe ich keine Probleme mit Migräne mehr“, sagt Christian. Die CBD-Tropfen helfen nicht nur bei akuten Beschwerden. „Viele unserer Kunden geben uns die Rückmeldung, dass sie sich seit der Einnahme der CBD-Tropfen einfach wieder fitter und aktiver fühlen“, freut sich Julius. „Wir schenken ihnen Lebensfreude im Einklang mit der Natur“, ergänzt Christian. Trotzdem müsse es jeder für sich selbst ausprobieren und schauen, ob es hilft.

Neben CBD-Tropfen stellt das Gründerteam Hanfsamenöl her und plant schon weitere Produkte. (Foto: Wietmann)

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Das Start-up „Die Naturburschen“ stellt aus Hanf unter anderem Nahrungsergänzungsmittel her. Die regelmäßige Einnahme der CBD-Tropfen kann zu einem verbesserten Wohlbefinden führen.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in top agrar 10/2019.

Hanfprodukte liegen im Trend, die Nachfrage steigt, für Landwirte ist der Anbau jedoch noch eine Nische. Das haben Julius Erdt und Christian Palz erkannt und genutzt. Die beiden Jungunternehmer haben sich vor Kurzem mit ihrem Start-up „Die Naturburschen“ selbstständig gemacht. In Welver im Kreis Soest (Nordrhein-Westfalen) bauen sie seit einem Jahr Hanf an. Das Wissen dazu eigneten sich die beiden durch Ausprobieren an. „Viele Beratungsstellen haben noch keine Erfahrung mit dem Hanfanbau“, sagt Gründer Julius.

Viele Beratungsstellen haben noch keine Erfahrung mit dem Hanfanbau.

Julius Erdt

Ihr erstes Produkt aus der Hanfpflanze war das Hanfsamenöl. Dies ist zum einen ein Speiseöl, lässt sich zum anderen aber auch zur Hautpflege nutzen. Zur Produktion des Öls investierten sie zunächst rund 5 000 € in eine Kaltölpresse. „Dieses Herstellungsverfahren ist besonders schonend und erhält die wichtigen Inhaltsstoffe“, erklärt Christian. Für 25 kg Saatgut mussten sie zusätzlich 500 € in die Hand nehmen. Ein Sack reicht für ungefähr einen Hektar.

Hanf zur Nahrungsergänzung

Davon, dass der Hanf gut für die Gesundheit der Menschen ist, waren sie von Anfang an überzeugt. Die hohe Nachfrage überraschte sie trotzdem. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass unser Produkt auf ein so großes Interesse stößt“, sagt Christian. So haben sie bereits nach einem Jahr mit ihrem Hanfsamenöl einen Umsatz von rund 5 000 € erwirtschaftet. Seit einigen Monaten bieten die beiden auch Tropfen mit Cannabidiol, kurz CBD, an. Diese werden als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen. Das CBD extrahieren sie mit Alkohol aus den Hanfblüten und vermischen es mit dem Hanföl. Anschließend verkaufen sie die 10 ml-Fläschchen für Preise von 19,95 € (1 % CBD) bis zu 59,95 € (5 % CBD).

Wir haben nicht damit gerechnet, dass unser Produkt auf ein so großes Interesse stößt.

Christian Palz

Und die beiden merken selbst Veränderungen. „Seitdem ich das CBD nehme, habe ich keine Probleme mit Migräne mehr“, sagt Christian. Die CBD-Tropfen helfen nicht nur bei akuten Beschwerden. „Viele unserer Kunden geben uns die Rückmeldung, dass sie sich seit der Einnahme der CBD-Tropfen einfach wieder fitter und aktiver fühlen“, freut sich Julius. „Wir schenken ihnen Lebensfreude im Einklang mit der Natur“, ergänzt Christian. Trotzdem müsse es jeder für sich selbst ausprobieren und schauen, ob es hilft.

Neben CBD-Tropfen stellt das Gründerteam Hanfsamenöl her und plant schon weitere Produkte. (Foto: Wietmann)

Geld in aktives Marketing investierten die beiden aktuell noch nicht. Zum Start der Vermarktung haben die Gründer zunächst mündlich auf ihr Angebot aufmerksam gemacht. Heute verkaufen sie ihre Produkte über den Online-Shop, auf verschiedenen Märkten oder an Kunden, die sich aufgrund von Erfahrungsberichten direkt bei ihnen melden. Zu ihrer Zielgruppe zählen alle Altersklassen.

Angebot ausweiten

Das gesamte Geld, das sie bis jetzt eingenommen haben, wird in das Start-up reinvestiert. Aktuell haben beide noch Nebenjobs. In Zukunft möchten sie ihr Unternehmen jedoch hauptberuflich führen und ihr Angebot ausbauen. „Vielleicht produzieren wir Kleidung aus Hanf oder testen einen natürlichen Energydrink“, überlegt Julius.

Die beiden wünschen sich, dass die Bürokratie zukünftig einfacher wird und mehr Menschen das Potenzial der Pflanze erkennen. „Mit unserem Unternehmen möchten wir erreichen, dass Hanf von den Menschen nicht mehr vorwiegend als Droge angesehen wird, sondern seine vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten in den Vordergrund rücken“, sagt Christian.