Wunschkonzert

Ein Hof soll Gemeinschaft werden

Im Wunschkonzert berichtet Maximiliane Bertram (37) aus NRW über ihre Pläne bei der Hofnachfolge. (Foto: Bertram)

Die vergangenen zehn Jahre hat Maximiliane Bertram in Berlin gelebt. Jetzt übernimmt sie den elterlichen Hof in der Heimat. Im Wunschkonzert spricht sie über ihre Vision: ein Ort, wo auf dem Land gemeinsam gelebt und gearbeitet werden kann.

„Ich wusste schon immer, dass ich auf Dauer nicht in der Stadt leben will. Es war mir klar, ich komme irgendwann auf den Hof zurück - jetzt ist es soweit. Mein Vater will in diesem Jahr den Hof übergeben. Wir sind zusammen viele grundlegende Entscheidungen angegangen. Wir, das sind vier Schwestern, von denen keine Agrar gelernt oder studiert hat.

Gut, der Betrieb ist schon lange nicht mehr aktiv. Die gut 30 ha unterm Pflug sind verpachtet. Die dazugehörigen Hofgebäude, eine alte Kornbrennerei und die Hallen der alten Ziegelei sind an Unternehmen vermietet und werden als Werkstätten, Büros und Lagerfläche genutzt. Obwohl sich der Betrieb so, wie er jetzt aufgestellt ist, allein tragen kann, ist es meine Vision, den Hof wieder mit Leben zu füllen. So lebendig wie er in meiner Kindheit war.

Etwas Eigenes aufbauen

Ich habe ein Diplom in BWL sowie einen Master in Eventmanagement und habe u.a. in der Finanzbuchhaltung und im Eventbereich gearbeitet. Mir bietet sich jetzt die einzigartige Möglichkeit, etwas Eigenes aufzubauen. Ich will den Hof als Ganzes neu betrachten und ein Konzept erarbeiten, das mich glücklich macht und den Betrieb gleichzeitig wirtschaftlich zukunftsfähig aufstellt. Das Schöne ist, eine meiner Schwestern kehrt ebenfalls mit ihrer Familie auf den Hof zurück. Wir teilen die Verantwortung und schmieden Pläne. Sie kümmert sich um den Teil der alten Ziegelei, ich manage den Hof und die landwirtschaftlichen Flächen.

Mein Traum wäre es, wenn sich viele kleine Geschäftsideen zu einem großen Ganzen verbinden würden.

Maximiliane Bertram

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Die vergangenen zehn Jahre hat Maximiliane Bertram in Berlin gelebt. Jetzt übernimmt sie den elterlichen Hof in der Heimat. Im Wunschkonzert spricht sie über ihre Vision: ein Ort, wo auf dem Land gemeinsam gelebt und gearbeitet werden kann.

„Ich wusste schon immer, dass ich auf Dauer nicht in der Stadt leben will. Es war mir klar, ich komme irgendwann auf den Hof zurück – jetzt ist es soweit. Mein Vater will in diesem Jahr den Hof übergeben. Wir sind zusammen viele grundlegende Entscheidungen angegangen. Wir, das sind vier Schwestern, von denen keine Agrar gelernt oder studiert hat.

Gut, der Betrieb ist schon lange nicht mehr aktiv. Die gut 30 ha unterm Pflug sind verpachtet. Die dazugehörigen Hofgebäude, eine alte Kornbrennerei und die Hallen der alten Ziegelei sind an Unternehmen vermietet und werden als Werkstätten, Büros und Lagerfläche genutzt. Obwohl sich der Betrieb so, wie er jetzt aufgestellt ist, allein tragen kann, ist es meine Vision, den Hof wieder mit Leben zu füllen. So lebendig wie er in meiner Kindheit war.

Etwas Eigenes aufbauen

Ich habe ein Diplom in BWL sowie einen Master in Eventmanagement und habe u.a. in der Finanzbuchhaltung und im Eventbereich gearbeitet. Mir bietet sich jetzt die einzigartige Möglichkeit, etwas Eigenes aufzubauen. Ich will den Hof als Ganzes neu betrachten und ein Konzept erarbeiten, das mich glücklich macht und den Betrieb gleichzeitig wirtschaftlich zukunftsfähig aufstellt. Das Schöne ist, eine meiner Schwestern kehrt ebenfalls mit ihrer Familie auf den Hof zurück. Wir teilen die Verantwortung und schmieden Pläne. Sie kümmert sich um den Teil der alten Ziegelei, ich manage den Hof und die landwirtschaftlichen Flächen.

Mein Traum wäre es, wenn sich viele kleine Geschäftsideen zu einem großen Ganzen verbinden würden.

Maximiliane Bertram

Im Moment habe ich genug damit zu tun, mich in die Abläufe einzuarbeiten. Ich kümmere mich um die Buchhaltung und das Tagesgeschäft, lerne Mieter und „das Netzwerk“ kennen und bekomme ein Gefühl für alles. Im Hinterkopf tummeln sich viele neue Ideen und lose Stränge, die ich ordnen und nach und nach umsetzen möchte.

Mehrgenerationen-Wohnen, SoLaWi, Start-ups und Permakultur

Meine Vision ist ein dynamisches Mehrgenerationen-Projekt auf dem Land. Neben Wohnungen mit Gartennutzung und der Möglichkeit, Tiere unterzustellen, möchte ich eine Alters-WG aufmachen. Parallel soll es eine Kindertagesbetreuung auf dem Bauernhof geben. Und Platz für Co-Working und „Co-Werkstatting“ in Bereichen wie Recycling, Bio-Energie oder ähnlich nachhaltige Ideen soll weiter ausgebaut werden. Wenn wir eins hier haben, dann ist das Platz. Es bleibt sogar noch Fläche, die in solidarischer Landwirtschaft bewirtschaftet werden könnte. Das Ruhrgebiet liegt vor der Tür, da würden sich sicher Abnehmer von Gemüsekisten finden. Auch Kurse für Permakultur wären eine Idee.

Wer sich mit Fördermitteln auskennt, ein ähnliches Projekt kennt oder sich mit seiner Geschäftsidee einbringen möchte, der melde sich bitte.

Maximiliane Bertram

Energie-Start-ups könnten sich ansiedeln. Mein Traum wäre es, wenn sich viele kleine Geschäftsideen zu einem großen Ganzen verbinden würden. Denn es geht nicht darum, einfach nur Wohnungen zu bauen. Ich plane ein Gesamtkonzept, in dem sich Familien wohlfühlen, alt und jung sich treffen, Unternehmer und Start-ups Geschäftsideen umsetzen und sich gegenseitig helfen. Und: dabei wäre die Nähe zur Landwirtschaft ganz natürlich gegeben.

Kooperationspartner & Unterstützung gesucht

Gestartet bin ich mit einer Vision und einer Mindmap. 2020 wird die Hofübergabe stattfinden. Wenn ich das Tagesgeschäft beherrsche, geht es an den Aufbau des Neuen. Wer sich also mit Fördermitteln auskennt, ein ähnliches Projekt kennt oder sich mit seiner Geschäftsidee einbringen möchte, der melde sich bitte. Am meisten freue ich mich über Interessierte, die Ahnung von Landwirtschaft haben. Wenn es passt, könnt ihr euch hier ebenfalls verwirklichen. Vielleicht gibt es ja jemanden, der sagt: „Hey, davon hab ich auch schon immer geträumt. Ich hatte nur keinen Hof.“ Den haben wir hier.“