farm food Story

Ein Mettkönig aus Mettmann

Klasse statt Masse - das ist das Motto vom Mettkönig. Mit seinem Team hat er eine Onlineplattform für Metzger gegründet. Foto: Mettkönig

Was als Schnapsidee begann, ist heute eine professionelle Onlineplattform. Auf mettkoenig.de gibt es Wurst- und Fleischwaren aus regionalen, familiengeführten Metzgereien und Fleischereien. Wir haben mit dem "Mettkönig" gesprochen.

f3: Sören, was steckt hinter der Plattform mettkoenig.de?

Sören: Hinter der Plattform Mettkönig steckt der Gedanke, kleine, lokale Metzgereien mit unserem Knowhow im Online-Vertrieb zu unterstützen und ihnen einen neuen Vertriebskanal zu ermöglichen. Menschen, die wie wir aus ihrer Heimatregion weggezogen sind, verlieren häufig den Zugang zu ihren heimischen Wurstspezialitäten. Das wollen wir ändern.

Alles was auf der Plattform angeboten wird, erhält das Siegel „hochwertig und regional“ von den Gründern. Foto: Mettkönig

Warum braucht die Metzgerbranche eine solche Plattform?

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Was als Schnapsidee begann, ist heute eine professionelle Onlineplattform. Auf mettkoenig.de gibt es Wurst- und Fleischwaren aus regionalen, familiengeführten Metzgereien und Fleischereien. Wir haben mit dem „Mettkönig“ gesprochen.

f3: Sören, was steckt hinter der Plattform mettkoenig.de?

Sören Stark: Hinter der Plattform Mettkönig steckt der Gedanke, kleine, lokale Metzgereien mit unserem Knowhow im Online-Vertrieb zu unterstützen und ihnen einen neuen Vertriebskanal zu ermöglichen. Menschen, die wie wir aus ihrer Heimatregion weggezogen sind, verlieren häufig den Zugang zu ihren heimischen Wurstspezialitäten. Das wollen wir ändern.

Alles was auf der Plattform angeboten wird, erhält das Siegel „hochwertig und regional“ von den Gründern. Foto: Mettkönig

Warum braucht die Metzgerbranche eine solche Plattform?

Durch die Angebote in den gängigen Discountern gibt es zahlreiche regionale Metzgereien, die um ihre Existenz bangen. Auch wenn der Online-Lebensmittelversand noch in den „Kinderschuhen“ steckt, wollen wir die Plattform sein, die Wert auf qualitativ hochwertige und regionale Wurst-/ Fleischprodukte legt. Wir wollen gemeinsam mit den Metzgern aus den unterschiedlichen Regionen, die Wertigkeit dieses Handwerks wieder in den Fokus rücken.

Durch die Angebote in den gängigen Discountern gibt es zahlreiche regionale Metzgereien, die um ihre Existenz bangen.

Sören Stark, Gründer von mettkoenig.de

Wie läuft die Plattform bisher?

Seit dem 1. Januar 2018 haben wir den ersten Partner auf die Plattform bringen können, einen Metzger aus Thüringen. Gerade sind wir dabei, Partner zwei und drei „onzuboarden“. Durch unser Netzwerk und einige Kontakte haben wir aber schon festgestellt, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Die Metzger richten meistens ihren Fokus nicht auf den Webauftritt oder verfügen gar nicht über das Knowhow, online Wurst zu vermarkten

Die Metzgereien haben keinen Fokus auf einen Web-Auftritt und auch kein Knowhow, sich neben der täglichen Arbeit darum zu kümmern. Da wir eine Art Deutschlandkarte für besondere Produkte aus dem Wurstwarenbereich werden wollen, fokussieren wir uns derzeit auf besondere Regionen (Thüringen, Rheinland etc.) und sind in Gesprächen mit Metzgern.

Wo liegt der Unterschied im Aufbau einer Online-Plattform im Vergleich zu anderen Branchen?

Der größte Unterschied und für mich gleichzeitig die spannendste Herausforderung, ist die Vermarktung von Lebensmitteln. Die Endkunden, die die regionalen Wurstwaren bereits kennen, geben gerne auch etwas mehr für diese Spezialitäten aus. Unsere Herausforderung ist, die Endkunden zu greifen, die die Wertigkeit der Produkte und auch des Handwerks begreifen und offen für diese Form der „Wurstbestellung“ sind. Wichtig für uns werden aber auch Food-Märkte und Messen sein, um beides, sowohl die Plattform als auch die Produkte, vorzustellen.

Wie reagieren die Metzger auf die Idee? 

Die Metzger sind neugierig und offen für unsere Plattform. Eine kleine Hürde ist im ersten Schritt allerdings, dass die Partner den Versand der Ware selbst übernehmen müssen. Bis das Start-up so groß ist, dass sich ein Lager lohnt, müssten auch zukünftige Partner den Versand abwickeln. Wir stellen ihnen dafür Versand- und Verpackungsmaterialien zur Verfügung. 

Wer sind potenzielle Investoren? Wie akquiriert ihr diese?

Durch unsere bisherige Eigeninitiative, hatten wir noch keinen Fokus auf VC’s oder ähnliches. Unser Netzwerk läuft sehr gut an und ist auch bereit, zu investieren. Da wir aber klein begonnen haben, wollen wir die nächsten Schritte erst einmal alleine stemmen. Wir sind aber trotzdem in Gesprächen, um ein Pitchdeck vorzubereiten, um ggf. den nächsten Schritt zeitnah zu gehen.

Wie ist die Idee eigentlich entstanden?

Tierwohl-Wurst per Post free

Die erste Idee hieß „Mett am Alex“. Wir wollten Mettbrötchen auf dem Alexanderplatz in Berlin verkaufen. Den Gedanken haben wir schnell verworfen und im August 2016 das ganze etwas weitergesponnen. Zur besseren Skalierung sind wir auf eine Online-Plattform für Wurstwaren gekommen. Damals waren wir zu zweit.  Durch Kontakte zum heimischen Metzger in Thüringen kam Franziska mit ins Boot.

Wer unterstützt neben dir noch das Team?

Franziska und Pascal leben in Berlin. Franziska kümmert sich um das Marketing und die PR. Pascal ist für die Webseite und das Technische zuständig. Wir sind Kollegen und sind weiterhin beim Bezahlanbieter PayPal beschäftigt. Ich pendele zwischen Berlin und Mettmann und bin alle zwei Wochen in der Hauptstadt. Beim Mettkönig kümmere ich mich um die Finanzen, den Einkauf und zukünftige Kooperationen.

Die Metzger sind durch die regionalen Innungen schon gut vernetzt. Allerdings haben sie eher weniger Wert auf eine erweiterte Vermarktung – speziell online – gelegt.

Sören Stark, Gründer von mettkoenig.de

Welche Erfolge gab es bereits?

Wir sind ohne viel Marketingbudget gestartet, haben kleinere Kampagnen über Instagram und Facebook gelauncht und waren in den ersten Monaten zufrieden mit rund 70 Bestellungen.

Der erste Partner der Plattform war die Landfleischerei Thiem aus Heuthen in Thüringen.

Gab es finanzielle Unterstützung bei der Umsetzung?

Nein, nur wir Gründer haben das Kapital aufgebracht.

In welcher Phase befindet sich das Start-up gerade?

Durch die angesprochene Pitchdeck-Vorbereitung, aber auch die Suche und Auswahl neuer Partner, sind wir auf dem guten Weg, die nächsten Schritte zu planen und zu wachsen.

Wo seht ihr eure und die Zukunft der Plattform?

Wir sind dabei,  unsere Marketingstrategie neu auszurichten. Demnach werden wir zeitnah mehr Zeit und Geld investieren. Zur Zeit ist die Firma noch ein Sideprojekt, allerdings sind wir guter Dinge, das Thema weiterhin und noch professioneller aufzubauen und größer werden zu lassen.