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Erbsenanbau: Beflügelt durch Fleischalternativen?

Für einen Beyond Meat Patty werden ca. 0,2 m² Erbsen benötigt. Eine erhöhte Nachfrage könnte den Futtererbsenanbau interessanter machen. (Foto: K. Stevens)

Futtererbsen sind zunehmend Grundlage von Fleischalternativen. Wissenschaftler der Fachhochschule Südwestfalen gehen in einer aktuelle Studie davon aus, dass der Leguminose in Zukunft eine größere Bedeutung zugesprochen werden könnte. Sollte sich dieser Trend bewahrheiten wird die Kultur für Landwirte interessanter. Aus diesem Grund untersuchte das Team, inwiefern sich die Erbsenanbaufläche in Deutschland durch erbsenbasierte Fleischalternativen verändern könnte.

Um den Konsumanteil von Fleischalternativen für das Jahr 2030 am bisherigen Fleischkonsum abzuschätzen wurden drei Szenarien prognostiziert. Dies geschah in Zusammenarbeit mit dem Expertenpanel des europäischen Verbundprojektes LegValue. Die Konsumanteile für Fleischalternativen könnten 2 %, 12,5 % und 40 % am bisherigen Fleischkonsum von 60 kg pro Person und Jahr sein. Die Wissenschaftler nahmen den Erbsenanteil des „Beyond Meat“ Pattys als Basis für Fleischalternativen.

Die Ergebnisse

Bei einem Konsumanteil von 2 % für erbsenbasierte Fleischalternativen bleiben die Effekte auf die Erbsenanbaufläche relativ klein. Mit einem erhöhten Konsumanteil von 12,5 % würde mit einer Erbsenanbaufläche von 101.800 ha fast das Anderthalbfache des bisherigen Anbaus hinzukommen bzw. bei 40 % von 325.800 ha mehr als das Vierfache. Der Anteil der Erbsenanbaufläche an der Gesamtackerfläche würde jedoch selbst bei einem Konsumanteil von 40 % mit knapp 3 % an der gesamten deutschen Ackerfläche nur gering ausfallen. Läge aber gegenüber dem aktuellen Erbsenanbauanteil von 0,6 % deutlich höher.

Der Beyond Meat Patty wurde in den letzten Monaten regelrecht gehyped. Ob sich dieser Trend fortsetzen wird, steht noch offen. (Foto: Beyond Meat)

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Die „Beyond Meat“ Pattys und weitere Fleischalternativen sind in aller Munde. Wissenschaftler des Fachbereichs Agrarwirtschaft in Soest haben nun abgeschätzt, wie sich der Futtererbsenanbau in Deutschland verändern könnte.

Futtererbsen sind zunehmend Grundlage von Fleischalternativen. Wissenschaftler der Fachhochschule Südwestfalen gehen in einer aktuelle Studie davon aus, dass der Leguminose in Zukunft eine größere Bedeutung zugesprochen werden könnte. Sollte sich dieser Trend bewahrheiten wird die Kultur für Landwirte interessanter. Aus diesem Grund untersuchte das Team, inwiefern sich die Erbsenanbaufläche in Deutschland durch erbsenbasierte Fleischalternativen verändern könnte.

Um den Konsumanteil von Fleischalternativen für das Jahr 2030 am bisherigen Fleischkonsum abzuschätzen wurden drei Szenarien prognostiziert. Dies geschah in Zusammenarbeit mit dem Expertenpanel des europäischen Verbundprojektes LegValue. Die Konsumanteile für Fleischalternativen könnten 2 %, 12,5 % und 40 % am bisherigen Fleischkonsum von 60 kg pro Person und Jahr sein. Die Wissenschaftler nahmen den Erbsenanteil des „Beyond Meat“ Pattys als Basis für Fleischalternativen.

Die Ergebnisse

Der Beyond Meat Patty wurde in den letzten Monaten regelrecht gehyped. Ob sich dieser Trend fortsetzen wird, steht noch offen. (Foto: Beyond Meat)

Bei einem Konsumanteil von 2 % für erbsenbasierte Fleischalternativen bleiben die Effekte auf die Erbsenanbaufläche relativ klein. Mit einem erhöhten Konsumanteil von 12,5 % würde mit einer Erbsenanbaufläche von 101.800 ha fast das Anderthalbfache des bisherigen Anbaus hinzukommen bzw. bei 40 % von 325.800 ha mehr als das Vierfache. Der Anteil der Erbsenanbaufläche an der Gesamtackerfläche würde jedoch selbst bei einem Konsumanteil von 40 % mit knapp 3 % an der gesamten deutschen Ackerfläche nur gering ausfallen. Läge aber gegenüber dem aktuellen Erbsenanbauanteil von 0,6 % deutlich höher.

Grundlage: Erbsenproteinisolat

Die Proteingrundlage des Burger-Pattys von Beyond Meat ist Erbsenproteinisolat. Prof. Dr. Marcus Mergenthaler vom Fachbereich Agrarwirtschaft in Soest erläuterte im Gespräch mit f3, ob die Produktion von Fleischalternativen für Start-ups und Landwirte ein sinnvolles Standbein sein könnte: „Die Maschineneinstellungen etwa die Temperatur bei der Erbsenverarbeitung ist Wissen, das Unternehmen wie Beyond Meat sehr gut hüten. Und essentiell für die Produktion notwendig ist.“ Der Professor ist dennoch davon überzeugt, dass durch eine erhöhte Nachfrage nach Fleischalternativen der Futtererbsenmarkt deutlich interessanter und lukrativer für Landwirte wird.

Die Maschineneinstellungen etwa die Temperatur bei der Erbsenverarbeitung ist Wissen, das Unternehmen wie Beyond Meat sehr gut hüten.

Prof. Dr. Marcus Mergenthaler

Vegan – aber nicht regional

Aktuell hat der deutsche Futtererbsenbauer durch den Beyond Meat Hype aber keinen Nutzen: „Beyond Meat stellt zwar vegane Produkte her, produziert bisher aber nicht regional“, erklärt Prof. Mergenthaler und verweist damit auf die Patty-Produktion in den USA für den europäischen Markt. „Mit einem geplanten Produktionsstandort in den Niederlanden könnten zukünftig verstärkt europäische oder deutsche Futtererbsen als Rohstoff verwendet werden.“

Beyond Meat stellt zwar vegane Produkte her, produziert bisher aber nicht regional.

Prof. Dr. Marcus Mergenthaler

Die Erbse – ein möglicher Rohstoff

Die Futtererbse sei ein möglicher Rohstoff, der für Fleischalternativen verwendet werden kann. Der Professor zeigte auf, dass in Bratwürstchen von Beyond Meat die Ackerbohne zu tragen kommt, aber auch Sonnenblumenproteinmehl für Fleischalternativen interessant sind. Welche Kultur am ehesten geeignet wäre, würde sich in der Zukunft herausstellen.