Energie future Gründerwerkstatt

Erneuerbare Energien: Start-ups pitchen auf Branchentreffen free

Einzelne Turbinen oder als System zusammengeschlossen: Das Start-up Mowea entwickelt modulare Windkraftanlagen. (Foto: Mowea)

Ob Handelsplattform, modulare Windkraftanlage oder selbstlernendes Thermostat: Auf dem BEE-Jahresempfang stellen diese fünf Start-ups sich und ihre Ideen vor. So viel vorab: Alle setzen auf die Kraft der Gemeinschaft.

Heute findet das Gipfeltreffen der Erneuerbaren-Branche in Berlin statt, zudem der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) geladen hat. Rund 1.300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft werden erwartet. Neben Podiumsdiskussionen und Impulsvorträgen geben Start-ups Einblicke in die Welt der erneuerbaren Energien.

Passend zum Valentinstag findet zunächst ein Speed-Dating mit Start-ups und Vertretern der Branche statt. In der Start-up Corner präsentieren sich zehn junge Unternehmen und stehen für Gespräche bereit. Am Abend pitchen fünf ausgewählte Start-ups um den Titel Newcomer des Jahres 2019, der vom BEE und der Naturstrom AG vergeben wird. Das sind die Finalisten: 

Community-Messstellenbetrieb: ComMetering

„Gemeinsam mehr Leistung“ ist das Motto von ComMetering. Das Start-up vernetzt im Zuge des gesetzlich vorgeschriebenen Smart-Meter-Rollouts die Betreiber von Photovoltaik-Anlagen über einen digitalen Daten-Hub. Das Gesetz verpflichtet demnächst viele Photovoltaik-Betreiber dazu, intelligente Messsysteme, sogenannte Smart Meter, in ihre PV-Anlagen einzubauen.

Um Kosten und Aufwand zu sparen, bringt ComMetering die privaten und meist kleinen Solarbetreiber für den gemeinsamen Bezug von Smart Metern zusammen. 2017 gründeten Jürgen Haar, Markus Lohr und Fabian Zuber in Kirchdorf ihr Start-up. Bisher gingen 200 Stromzähler-Bestellungen bei dem Community-Messstellenbetrieb ein.

Blockchain-Energiemarktplatz: Lition

Das Berliner Start-up Lition setzt mit der Blockchain-Technologie auf das Marktplatz-Prinzip: Endkunden können einen grünen Stromerzeuger in ihrem Umfeld auswählen und direkt von diesem Strom beziehen. Die Kunden fördern somit unabhängige, grüne Energieproduzenten und eine dezentrale und regionale Energieversorgung. Durch den direkten Bezug ohne Mittelsmänner sollen die Stromproduzenten höhere Margen erzielen.

Richard Lohwasser und Kyung-Hun Ha gegründeten Lition 2017. Bisher haben sich mehrere hundert Kunden in 25 Städten an das System gebunden, bis Ende diesen Jahres sollen es 10.000 Kunden sein. Die Gründer wollen den Massenmarkt mit Blockchain-basierter Energieversorgung und zukünftig mit Smart-Meter-Integration disruptiv verändern.

Das Start-up Lition gibt Kunden mithilfe einer Blockchain-Technologie die Möglichkeit, direkt bei einem grünen Stromerzeuger ihrer Wahl Strom zu beziehen. (Foto: Lition)

Modulare Windkraftanlagen: Mowea

Höhere Effizienz und Spitzenwerte bei der Energieproduktion möchte das Start-up Mowea mit der weltweit ersten modularen Windkraftanlage erzielen. Die Windturbinen können einzeln oder als System auf dem Dach oder im ländlichen Raum platziert werden. Die Gründer richten sich an alle, die nachhaltig Energie produzieren und sich selbst versorgen wollen.

Till Naumann und Andreas Amberger gründeten ihr Start-up 2016 an der TU Berlin. Im vergangenen Jahr erhielten sie eine Seed-Finanzierung durch Crowd-Investment. Außerdem errichteten sie eine Testanlage und starteten mit Vodafone als Partner die Pilotinstallation von vier Mikrowindanlagen. In diesem Jahr wollen die Gründer mit der Serienproduktion starten.

Selbstlernendes Thermostat: Vilisto

Solarstrom vom fremden Dach free

Vilisto ist ein selbstlernendes Wärmemanagement für Nichtwohngebäude. Vor allem in Büro- und Verwaltungsräumen geht an den Wochenenden unnötig viel Energie verloren. Mithilfe von Sensoren im Heizkörperthermostat sollen Anwesenheit und Raumklima gemessen, die Daten in einer intelligenten Zentrale zusammenlaufen und der Raum automatisiert beheizt werden.  

Christian Brase, Christoph Berger und Lasse Stehnken gründeten ihr Start-up in Hamburg. Mit der selbstlernenden Heizkörpersteuerung richten sie sich an Unternehmen, die ihre Betriebskosten senken und Energiekosten einsparen wollen.

Digitale Handelsplattform: Oxygen Technologies

Auch das Start-up Oxygen Technologies bietet mit ihrer Software eine digitale Plattform, auf der Ökostrom-Produzenten mit Verbrauchern direkt handeln können. Im Gespräch mit Energiezukunft vergleichen die Gründer ihr Geschäftsmodell mit AirBnB: Private Stromanbieter bieten anderen Personen über eine Webplattform ein Produkt an. Der Handelsmechanismus geschieht im Gegensatz zu AirBnB aber automatisch und muss nicht händisch ausgewählt werden.

2016 gründeten die Informatiker Gregor Rohbogner, Manuel Maas, Florian Kaiser und Niklas Kreifels in Freiburg ihr Start-up aus dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und der Universität Freiburg. Die Gründer nehmen die Plattform mit 70 Verbrauchern und Erzeugern der EWS Schönau derzeit in Betrieb.

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