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F&A Next Webinar: Corona und danach? free

Die „F&A Next“ fand in diesem Jahr digital statt. Nahezu alle Speaker wurden per Webcam dazugeholt. Lediglich der Moderator Rens de Jong (r) und Gilles Boumeester von der Rabobank waren im Studio. (Foto: Dicks)

Wie reagieren Investoren auf die Corona-Situation? Inwieweit passen Verbraucher ihr Verhalten an? Auf dem Online-Event „F&A Next Webinar“ debattierten die Teilnehmer über den Einfluss von Corona auf die Start-up-Szene im Agrar- und Food-Bereich.

Lieferketten funktionieren nicht mehr. Geldgeber sind verunsichert. Innovationen sind mehr gefragt denn je. Die Corona-Pandemie hat einen starken Einfluss auf Agrar- und Food-Start-ups. Das war der Tenor der rund 15 Speaker auf dem „F&A Next Webinar“ am vergangenen Mittwochabend. Die F&A Next fand zum ersten mal digital statt. Mehr als 1000 Teilnehmer aus Gründer- und Investorenszene sowie aus etablierten Unternehmen nahmen nach Veranstalterangaben von ihren Rechnern aus teil. Die Speaker gaben in kurzen Keynotes oder in Diskussionsrunden ihre Einschätzung zur Corona-Situation ab. Das Webinar dauerte knapp drei Stunden.

Durch acht Start-up Pitches bekamen die Zuschauer Einblicke in Innovation aus dem Agrar- und Foodbereich. Hier zu sehen Jayce Hafner von dem US-amerikanischen Start-up „farmraise“ (Foto: Dicks)

„Die Langzeittrends bleiben bestehen“

Nach der Eröffnung sprach Gilles Boumeester von der Rabobank in seiner Keynote über den Einfluss des Coronavirus auf die Lebensmittelwertschöpfungskette. „Die vier großen Langzeittrends bleiben bestehen“, sagte Boumeester und bezog sich damit auf den Klimawandel, ein Umdenken in der Nutzung von Wasser und Land, auf die Digitalisierung sowie auf die Reduzierung von Lebensmittelabfällen.

„Der Klimawandel gerät in den Hintergrund, während die Digitalisierung einen richtigen Schub bekommt“, betonte er. Corona hätte langfristig hingegen kaum bis keine Auswirkungen auf das Verbraucherverhalten. So ergänzte Boumeester: „In den kommenden Jahren werden die Macht der Gewohnheit und der günstige Preis den Markt zurückerobern.“

Der Klimawandel gerät in den Hintergrund, während die Digitalisierung einen richtigen Schub bekommt.

Gilles Boumeester, Global Head Food & Agribusiness Research, Rabobank

Investoren zu Corona

Ähnlich sah es Adam Anders vom Wagniskapitalgeber Anterra Capital in der Investoren-Diskussionsrunde „Global Investor Panel“: „Aktuell bemerken wir weltweit eine erhöhte Nachfrage nach ökologisch produzierten Lebensmitteln. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie anhält.“ Der günstige Preis sei in der anstehenden Rezessionsumgebung ausschlaggebend. Rob Leclerc von Agfunder ergänzte: „Die Automatisierung und die Digitalisierung nehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu. Dort ergeben sich wunderbare Chancen für junge innovative Unternehmen.“ Finanzierungsrunden fielen aber wohl kleiner aus. Leclerec zufolge sei 30 % weniger Kapital am Markt.

Die Investoren sind vorsichtiger geworden.

Sam Smith-Eppsteiner, Innovation Endeavors

Nach Corona umweltfreundlicher?

„Die Investoren sind vorsichtiger geworden“, sagte auch Sam Smith-Eppsteiner von Innovation Endeavors. „Aber junge Start-ups sollen ihr eigenes Geschäftsmodell nochmal überdenken und dann möglichst schnell in den Markt gehen.“ Anuj Maheshwari von Temasek sagte, dass Innovationen Langzeitinvestitionen für die Zeit nach Corona sind. Investoren sollten sich nicht abschrecken lassen. Adam Anders sagte: „Ich hoffe, die Szene geht durch die Krise sicherer, umweltfreundlicher und wirtschaftlicher hervor.“

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