Am von Eva Piepenbrock

Ackerbohnen als Eiweißquelle für Hühner

Wissenschaftler der Universität Göttingen haben untersucht, wie sich die Mast von Zweinutzungshühnern mit Ackerbohnen auf die Fleischqualität auswirkt.

Ein Forschungsteam der Georg-August-Universität Göttingen hat Alternativen zur konventionellen Hähnchenmast und zum Einsatz von Soja in der Geflügelfütterung untersucht.

Für Geflügelbauern gilt meist: Entweder Hühner für die Eierproduktion halten oder Hähnchen für die Fleischerzeugung mästen. Zweinutzungshühner eignen sich für beides. Bislang halten sie...

In der Studie erhielten Junghähne zweier Doppelnutzungsrassen (Vorwerkhuhn und Bresse Gauloise) und einer spezialisierten Legehuhnherkunft (White Rock) verschiedene Futtermischungen. Eine Ration enthielt Soja als Hauptproteinquelle und zwei weitere Ackerbohnen (Vicia faba) in verschiedenen Anteilen. Ziel der Studie war, den Einfluss der Futtermittel auf die Fleischqualität der Rassen zu untersuchen.

Ackerbohne hat Potenzial

Mit der Studie konnten die Forscher zeigen, dass die Ackerbohne in der Fütterung eingesetzt werden kann, ohne die physikalisch-chemischen und sensorischen Eigenschaften des Fleisches zu verändern. Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass ihre besondere Nährstoffzusammensetzung die Acherbohne zu einer geeigneten Alternative zu Sojabohnen als Proteinquelle in Geflügelfutter macht.

Unsere Forschung zeigt, dass Zweinutzungsrassen Eier und Fleisch vergleichbarer Qualität liefern können, aber in einer kleineren Menge

Prof. Dr. Daniel Mörlein, Universität Göttingen

Auch zu den Zweinutzungshühnern ziehen die Göttinger einen positiven Schluss. Die Tiere könnten Eier und Fleisch in einer ähnlichen Qualität liefern, allerdings in kleineren Mengen. „Das bedeutet, dass die Kosten höher sind. Gleichzeitig werden aber durch den Verzicht auf das Töten der Küken das Tierwohl verbessert und die genetische Vielfalt in der Tierproduktion erweitert“, erklärt Ko-Autor Prof. Dr. Daniel Mörlein.


Zur Studie

Die Arbeit war Teil des Projekts „Potenziale der nachhaltigen Nutzung regionaler Rassen und einheimischer Eiweißfuttermittel in der Geflügelproduktion (PorReE)“. Die vollständige Studie gibt es hier.