Am von Caroline Schulze Stumpenhorst

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Nachhaltige Nährstoffkreisläufe 

Astronauten-Urin fürs Gemüsebeet

Auf den ersten Blick haben Mond, Mars und Ackerbau wenig gemeinsam. Doch Tim Otto und das Team vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben genauer hingesehen und Herausforderungen für bemannte Raumfahrt auf die Landwirtschaft übertragen. Eine neu entwickelte Technologie, die aus Astronauten-Urin Düngemittel für den Pflanzenbau zu gewinnen versucht, soll auf landwirtschaftlichen Betrieben einsetzt werden.      

Ein Astronaut braucht rund zehn Monate, um zum Mars zu gelangen. Während dieser Zeit muss er sich ernähren. Eine Lösung dafür wäre der Gemüseanbau direkt in der Raumfähre und später in der Mond- oder Marsstation. Damit steht die Verbindung zwischen Landwirtschaft und Raumfahrttechnologie. Ganz so einfach ist es zwar nicht, aber wenn Tim Otto von der Reise zum Mars erzählt, klingt er wie ein Landwirt, der vom Kühemelken spricht: „Wir forschen an geschlossenen Nährstoffkreisläufen für Mond- und Marsstationen. Stickstoffhaltige Ausscheidungen der Astronauten sollen so aufbereitet werden, dass sie für den Gemüseanbau im Weltall eingesetzt werden können“, erklärt er.

Was mit dem Urin der Astronauten geschehen soll, lässt sich auf Gülle aus der Tierhaltung übertragen. „Unser Ziel ist es, einen höherwertigen biologischen Dünger in einem geschlossenen Kreislauf herzustellen“, erklärt der Umweltingenieur. Zwar ist es von der Idee über die Forschung bis zum Markteintritt mit der Gründung eines Start-ups ein weiter Weg, aber die ersten Schritte sind gemacht.

Das wissenschaftliche Projekt mit dem Namen C.R.O.P. setzt auf geschlossene Nährstoffkreisläufe. Die Technik soll dafür sorgen, Emissionen zu reduzieren und das „Abfallprodukt“ Gülle besser zu verwerten.  (Bildquelle: DLR)

Noch ist das Theorie. Denn weder der Ausflug zum Mond oder Mars noch der Einsatz in der Landwirtschaft gehören zum Tagesgeschäft. „Ein Astronaut gibt rund zwei Liter Urin am Tag ab, eine Kuh wohl doch etwas mehr“, sagt Tim schmunzelnd. Seine Verbindung zu landwirtschaftlichen Themen ist erst im Laufe der Jahre gewachsen. „Vieles habe ich mir angelesen. Die Branche ist aber sehr offen gegenüber neuen Ideen,  Verfahren und fachfremden Personen“, so seine Erfahrungen der vergangenen Monate. Der Wissenschaftler arbeitet seit rund eineinhalb Jahren daran, die Ressource Gülle möglichst effizient und in einem geschlossenem Nährstoffkreislauf zu nutzen.

Pflanzenverfügbar, weniger Ammoniak, volumenreduzierte Lagerung

Wer immer noch verwundert ist, was das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mit Landwirtschaft zu tun hat, wird staunen: In der Forschungseinrichtung gibt es das sogenannte DLR Technologiemarketing, das sich mit dem Technologietransfer und Innovationsmanagement...


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