Am von Justin Brinkmann

Erneuerbare Energien 

Bessere Förderbedingungen für Agri-PV gefordert

Agri-Photovoltaik kombiniert Landwirtschaft und Stromerzeugung auf dem Acker. Das bietet pflanzenbauliche Vorteile und spart kostbare Fläche. Eine neue Studie zeigt: Unter aktuellen Förderbedingungen rechnet sich eine Anlage aber nicht. 

Das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) hat in einer Studie den derzeitigen Status der Agri-Photovoltaik (Agri-PV) beleuchtet. Demzufolge eignet sich die Form der Doppelnutzung speziell für Landwirte, die Pflanzenproduktion betreiben und gleichzeitig Strom auf der Fläche erzeugen wollen. Um Agri-PV allerdings langfristig etablieren zu können, sehen die Autoren Handlungsbedarf bei den Förderbedingungen. Diese Ergebnisse hat das TFZ jetzt in einem Bericht veröffentlicht.

Kluge Doppelnutzung

Ziel der Autoren war es, den aktuellen Status der Agri-Photovoltaik in Deutschland zu untersuchen. Dabei zeigte sich ein heterogenes Bild diverser Agri-PV-Anlageformen. Ihnen ist gemein, dass die Zwischenräume oder der Bereich unter den Photovoltaik-Modulen weiterhin für den Anbau nutzbar bleiben. „Landwirte können ihre Flächen in der Produktion halten, die sie zur Erzeugung von Futter- oder Biogaspflanzen sowie Marktfrüchten benötigen“, erläutert Dr. Maendy Fritz den entscheidenden Unterschied zu den PV-Freiflächen-Anlagen (PV-FFA). Sie ist Abteilungsleiterin am TFZ.
Im Vergleich zu konventionellen PV-FFA sind Agri-PV-Anlagen derzeit tendenziell teurer und können weniger Strom pro Fläche erzeugen.
Dr. Maendy Fritz, Abteilungsleiterin am TFZ.

Geringe Flächenleistung und teuer in der Anschaffung

Mit besonderem Interesse widmeten sich die Autoren der ökonomischen Betrachtung bestehender Agri-PV-Anlagen. Anhand der dargestellten Fördersituation sowie grundlegender Berechnungen der Investitionen und Betriebskosten können geplante Investitionen mit der Studie exemplarisch nachvollzogen werden. Im Ergebnis ist die Wirtschaftlichkeit unter den jetzigen Förderbedingungen allerdings noch kritisch zu betrachten: „Im Vergleich zu konventionellen PV-FFA sind Agri-PV-Anlagen derzeit tendenziell teurer und können weniger Strom pro Fläche erzeugen“, resümiert Dr. Fritz. Positiv bewertet sie jedoch die bauartbedingten Effekte der Anlagen: Agri-PV könne die Pflanzenproduktion durch Verschattungseffekte bei hohen Temperaturen unterstützen oder Sonderkulturen mechanischen Schutz vor Hagel und Sonneneinstrahlung bieten.

Konkrete Handlungsempfehlungen

Die Studie schließt mit klaren Handlungsempfehlungen an die Politik, um Agri-PV langfristig etablieren zu können. Demnach sollte die Ausgleichsregelung, die bei der Versiegelung von Flächen greift, für die Agri-PV anders gestaltet werden als für PV-FFA. Nur ein geringer Prozentteil der Fläche würde durch die Aufständerung der Photovoltaikmodule versiegelt. Zudem bleibe die landwirtschaftliche Nutzung bestehen, weshalb für Agri-PV-Flächen weiterhin Direktzahlungen ermöglicht werden sollten.

Landwirtschaft unter Solarmodulen könnte die Energiewende im ländlichen Raum voranbringen. Doch wie lässt sich Agrophotovoltaik in die Praxis umsetzen und was ist dafür nötig? Diese Fragen...


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