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Fleischvermarktung

Crowdbutching: Das ganze Tier direkt vom Bauern

Der Trend zum Bezug regionaler Lebensmittel durch Online-Plattformen nimmt zu, ebenso wie die komplette Verwertung eines Tieres. Landwirte können vom sogenannten „Crowdbutching“ profitieren.

Vom Trend zum Bezug von regionalen Lebensmitteln durch das Internet können auch selbstvermarktende Tierhalter profitieren. Wie das Landvolk Niedersachsen am Montag vergangener Woche berichtete, bietet das sogenannte „Crowdbutching“ dafür eine Möglichkeit. Dabei wird gemeinsam von Verbrauchern im Internet über Plattformen ein Teil eines Schlachttieres gekauft, so dass das komplette Tier verwendet wird und nichts verloren geht. Die Tiere sind im Internet beispielsweise auf kaufnekuh.de mit Ohrmarke dargestellt und Diagramme oder andere Darstellungen zeigen, zu welchem Anteil sie bereits verkauft wurden. Erst wenn das Tier komplett vermarktet ist, wird es geschlachtet, sodass Crowdbutching die konsequent direkte Form der Ganztiernutzung ist. Neben Kaufnekuh gibt es noch andere Anbieter wie etwa „kuhteilen.ch“, „Besserfleisch“ oder „CrowdCow“ (f3 berichtete).
Immer mehr Bauern wollen die Nachfrage nach hochwertigen, regionalen, tierischen, vegetarischen oder veganen Produkten bedienen.
Auszug
„Wenn früher auf einem landwirtschaftlichen Betrieb oder in einer Schlachterei ein Tier zerlegt wurde, war es die Regel, dass nicht nur die Edelteile - wie Filet, Kotelett, Braten -, sondern auch alle anderen Teile einschließlich der Innereien für die Ernährung verwendet wurden“, erläutert Landvolk-Vizepräsident und Schweinehalter Jörn Ehlers.

Beratung für Neueinsteiger

Immer mehr Bauern wollen die Nachfrage nach hochwertigen, regionalen, tierischen, vegetarischen oder veganen Produkten bedienen. Sie steigen verstärkt in die Direktvermarktung ein und bieten diese über Internetportale feil. „Da wächst was Neues heran“, so Elke Sandvoß von der Vereinigung Norddeutscher Direktvermarkter. Schon vor der Corona-Pandemie sei ein deutlicher Anstieg dieser Direktvermarktungsform sowohl bei Landwirten als auch bei den Käufern zu beobachten gewesen; durch Corona habe sich dieser Trend noch verstärkt. Sandvoß schätzt die Zahl der Direktvermarkter von einst 1.700 auf nun 2.000.

„Erst verkaufen, dann schlachten“ lautet der Ansatz beim Crowdbutchering. Das Start-up „EinStückLand" vermarktet Galloways aus Schleswig-Holstein. Sie verkaufen die Rinder online und...

Die Expertin rät insbesondere Neueinsteigern jedoch zur vorherigen Beratung, denn es müssten viele rechtliche Rahmenbedingungen eingehalten werden. „Das reicht von Hygieneregeln über das Verpackungsgesetz bis hin zu steuerlichen und rechtlichen Bestimmungen“, erklärt Sandvoß. Den Verbrauchern empfiehlt sie, auf der Internetseite service-vom-hof.de über die Eingabe der Postleitzahl Höfe in der eigenen Region zu finden, die Direktvermarktung anbieten. Neben der Internetbestellung könne auch oft direkt im Hofladen des Bauern eingekauft werden. 


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