Am von Henning Dicks

Schreiben Sie Henning Dicks eine Nachricht

Die rheinländischen Quinoa-Pioniere

Die „Feldhelden Rheinland“ stellen Quinoa her und vertreiben es im Großraum Köln. Beim Anbau und in der Verarbeitung stößt das Gründerteam auf Hürden. Bei einigen Lösungsansätzen müssen sie wahren Pioniergeist beweisen.

„Ich will meinen Betrieb für die Zukunft rüsten“, erzählt Landwirt Thomas Decker. „Aufgrund von hohen Flächenpreisen sehe ich ein Wachstum über die Fläche kritisch. Daher tendiere ich zu einer besseren Wertschöpfung vom einzelnen Hektar.“ Zusammen mit seinem Bruder Johannes und seiner Frau Verena hat er sich über jegliche Art von Superfoods informiert. Thomas erinnert sich: „Wir überlegten, was können wir bei uns im Rheinland anbauen und vertreiben?“ Schnell stießen sie auf Quinoa.

Quinoa kommt aus den südamerikanischen Anden, wächst aber auch im Rheinland. (Bildquelle: Feldhelden Rheinland)

Für das Projekt gründete das Trio 2019 die „Feldhelden Rheinland“ in Pulheim - einem Ort vor den Toren Kölns. Auf 8 ha des Ackerbaubetriebes der Familie baut das Start-up Quinoa an. Normalerweise findet sich die Kulturpflanze vor allem in Peru oder Bolivien und gilt dort als Grundnahrungsmittel. In Deutschland ist sie im Anbau kaum anzutreffen. In den vergangenen Jahren erfreut sich Quinoa beim hiesigen Verbraucher einer steigenden Beliebtheit. Das Problem: die langen Transportwege aus Südamerika. Dem wollen die Feldhelden Rheinland etwas entgegensetzen. Johannes sagt: „Im Gespräch mit Quinoa Konsumenten wurde uns schnell klar: der hohe CO²-Fußabdruck schreckt diese Zielgruppe ab.“

Daher tendiere ich zu einer besseren Wertschöpfung vom einzelnen Hektar.

Thomas Decker

Problem: Saatgutbeschaffung

Bis das Team das erste Quinoa verkaufen konnte, musste es sich viel Wissen aneignen und ein fundiertes Netzwerk aufbauen. „Unkrautregulierung, Trocknung und Reinigung sind die drei großen Herausforderungen. Wenn das nicht geklärt ist, braucht man mit Quinoa nicht anzufangen“, sagt der 33-jährige Thomas, der sonst Weizen, Zuckerrüben und Co; aber auch Rollrasen anbaut. Weitere Stolpersteine ploppten immer wieder auf. Thomas sagt: „In Mitteleuropa gibt es kaum Erfahrungen zum Quinoa-Anbau. So ein Spezialwissen ist rar gesät.“ Nur 60 Landwirte bauen in Deutschland Quinoa an. So war es ein langwieriger Prozess auf einen passenden Saatgutvermehrer zu stoßen.

Unkrautregulierung, Trocknung und Reinigung sind die drei großen Herausforderungen.

Thomas Decker

Anbau der unbekannten Kultur Quinoa

...