Am von Caroline Schulze Stumpenhorst

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Erneuerbare Energien

Diese Top 5 Start-ups arbeiten auf der Sonnenseite  

Die gesellschaftlich und politisch geforderte Energiewende lässt sich nur mit neuen Technologien und Geschäftsmodellen bewältigen. Dabei liefern gerade Start-ups häufig Lösungen, die ökonomischer und effizienter als traditionelle Methoden sind. f3 – farm. food. future. stellt die Top 5 Start-ups vor, die ihre Kraft aus Sonne und Wind tanken.  

Next Kraftwerke

Das Einspeisen von Naturstrom aus Wind-, Wasser- und Sonnenenergie ins Stromnetz läuft bisher nicht reibungslos. Der gängigste Kritikpunkt ist die Gefahr von Schwankungen im Stromnetz aufgrund von Wettereinflüssen. Die Gründer Hendrik Sämisch Jochen Schwill haben eine Lösung für das Problem mit dem Wetter gefunden: Ihr Start-up „Next Kraftwerke“ vernetzt viele dezentrale Stromerzeugungsanlagen aus erneuerbaren Energien miteinander: Es sind rund 9000 Biogas-, Wind- und Solaranlagen, die so zu einem großen virtuellen Kraftwerk werden. Gemeinsam erzeugen die Anlagen eine Leistung von mehr als 7700 Megawatt – so viel Strom, wie mehrere Atomkraftwerke zusammen. Gemeinsam gesteuert, können sie am Strommarkt wie ein großer Player auftreten Ziel des „virtuellen Kraftwerks“ ist nicht nur die gemeinsame Stromvermarktung, sondern auch die Übernahme von Netzverantwortung.

Biogasanlagen spielen die entscheidene Rolle im virtuellen Netzwerk. Während es bei einem Windrad nur „an“ oder „aus“ gibt, lässt sich eine Biogasanlage herauf oder herunter fahren.  (Bildquelle: Next Kraftwerke)

"Solytic"

PV-Anlagen amortisieren sich üblicherweise in acht bis 15 Jahren. Das Berliner Start-up "Solytic" setzt Software ein, um die Amortisierung der Anlagen schneller zu erreichen. Mittels Digitalisierung und Automatisierung macht eine Software das volle Potential einer PV-Anlage nutzbar. Die KI-basierte Lösung analysiert die Performance der Photovoltaikanlage während des gesamten Lebenszyklus.  So sollen zum Beispiel die Schwachstellen einer Anlage frühzeitig erkennen und damit Wartungs- und Reparaturkosten gesenkt werden. Mehr als 100.000 Anlagen in über 60 Ländern sind Teil der zentralen Plattform. 

"Solytic" startete im Herbst 2017 mit der Idee, die Überwachung von Photovoltaikanlagen zu digitalisieren. (Bildquelle: Maren Drießen)

Tesvolt

Daniel Hannemann und Simon Schandert haben 2014 das Start-up „Tesvolt“ gegründet. Ihr Ziel: Batteriesysteme zu entwickeln und herzustellen, die den Strom aus erneuerbaren Energiequellen möglichst effizient speichern. Möglich machen soll das ein eigens entwickeltes Batteriespeichersystem für Gewerbebetriebe, Landwirte oder Ladeparkbetreiber. Wer die Idee hinter dem Unternehmen verstehen will, muss einen kleinen Exkurs in Sachen „Batteriekunde“ machen: Eine Batterie speichert den Strom, der später gebraucht wird. Bei herkömmlichen Batterien richtet sich die Leistung der gesamten Batterie jedoch immer nach der schwächsten Zelle. Das Start-up schafft mit seinem Speichersystem einen Ausgleich zwischen den Zellen. mit dem Ziel die Batteriezellen effizienter und langlebiger zu machen. Dabei ist das Management der Zellen das Entscheidende: Das Unternehmen kümmert sich um die Hardware und Software, welche Einspeisen und Entnehmen von Strom ermöglichen. 

Tritt im Strombezug eine Lastspitze auf, stellt der Batteriespeicher zusätzlich Strom zur Verfügung. Der Strombezug aus dem Netz wird so reduziert. Im Anschluss wird der Speicher wieder kontinuierlich beladen.  (Bildquelle: Farina Schildmann / Landwirtschaftsverlag GmbH)

NeoVenti

Das Start-up „NeoVenti“ aus Nürnberg entwickelt und produziert 2 m lange Windwalzen, die auf Flachdächern montiert werden. Es handelt sich dabei um eine innovative Art einer Kleinwindanlage, die sowohl die Wind- als auch die Sonnenenergie zur Stromerzeugung nutzt. Die Windwalze beginnt bei einer Windgeschwindigkeit von 3 bis 4 m/s mit der Stromproduktion. Mehrere Windwalzen können nebeneinander platziert werden.

Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen können noch längst nicht flächendeckend zur Stromerzeugung eingesetzt werden. Zu viele Fragen sind offen, Versuchsprojekte noch nicht...

Next2sun

Das Unternehmen „Next2Sun“ setzt auf einen Solarzaun. Das System verbindet Einzäunung, landwirtschaftliche Nutzung und solare Stromproduktion auf der gleichen Fläche. Das Stahlkonstrukt des Zauns besteht aus jeweils zwei Pfosten und Riegeln. Im unteren Bereich befindet sich ein  Zaunelement. Die Gesamthöhe des Zaunsystems ist modifizierbar. Von Einfriedungen bei Gewerbe- oder Industriegrundstücken bis hin zu Einzäunung von Vieh reicht der Einsatzbereich. Das Grundprinzip des Konzeptes besteht in der senkrechten Anordnung von Solarmodulen, die Sonnenlicht sowohl von der Vorder-als auch von der Rückseite nutzen können, sogenannte bifaciale Solarmodule. Das Zaunsystem setzt dabei auf  bifaciale Glas-Glas Module. So wird der  Zaun zum Stromlieferanten. 

Eine andere Art der Doppelnutzung von Photovoltaik-Anlagen. Neben der Stromproduktion kann der bifaciale Solarzaun zur Einfriedung von Grundstücken und Gebäuden verwendet werden. (Bildquelle: Next2Sun)