Am von Eva Piepenbrock

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Digitaler Landhandel: Shop vs. Plattform

Mehrere Start-ups sind im Online-Handel von Betriebsmitteln aktiv. Ihre Geschäftsmodelle unterscheiden sich jedoch. Es gibt Online-Shops nach dem Amazon-Prinzip und Handelsplattformen, die Landwirte, Händler und Verarbeiter zusammenbringen.

Die Digitalisierung des Agrarhandels ist bereits im Gange. Einige Beobachter haben den Landhandel, wie wir ihn kennen, bereits abgeschrieben. Andere sehen die Entwicklungen weniger disruptiv, sondern eher als logische Weiterentwicklung mit vielen Chancen.

Es gibt einige Start-ups am Markt, die die Digitalisierung des Agrarhandels vorantreiben. Ihre Geschäftsmodelle unterscheiden sich allerdings durchaus voneinander. Es gibt einige, die wie ein Online-Shop im Amazon-Prinzip funktionieren: Der Anbieter hat eigene Produkte auf Lager oder listet andere Anbieter mit ihren Produkten.  Der Kunde bestellt online, der jeweilige Anbieter versendet. Und dann gibt es noch Handelsplattformen, die nicht nur zwischen Käufer und Verkäufer unterscheiden. Sie wollen vielmehr alle Akteure auf Augenhöhe zusammenbringen und miteinander ins Geschäft kommen lassen.

(Bildquelle: f3)

Handels-Plattform: Agrando

Schon mehrere Jahre in der Planungsphase, aber seit Sommer 2018 auch am Markt, ist das Münchner Start-up „Agrando“ um Jonathan Bernwieser und Jonas Hueber. Mit einer Beta-Version vorerst in Bayern gestartet, soll das Portal nun wachsen. Agrando agiert nicht als Online-Shop, sondern verbindet Landhändler mit Landwirten. Letztere können beim Portal individuelle Anfragen über Futter-, Dünger- und Pflanzenschutzmittel sowie Saatgut stellen. In der Regel melden sich mehrere Landhändler mit Angeboten zurück – auch eine Preisverhandlung soll möglich sein. Die Angebote sind für andere nicht einsehbar, sollen aber nach Angaben des Start-ups für mehr Markttransparenz sorgen. Künftig soll auch der Landwirt den Verkauf von Gütern anbieten können.

Für Landwirte ist Agrando kostenlos. Es werden keine Provisionen oder Gebühren aufgeschlagen. Das Portal generiert seine Einnahmen nach Angaben der Firmenwebseite durch kostenpflichtige Marketing-Dienstleistungen. 20 Mitarbeiter sind derzeit angestellt.
Finanziert wurde die Seite durch Business Angels und mehrere Landwirte, die auch bei der Entwicklung miteinbezogen wurden (f3 berichtete). Das Start-up betont seine...