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Digital Farming Conference

Digitalisierung: Schlüssel für mehr Nachhaltigkeit und Transparenz?

Wie kann Digitalisierung helfen, die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten? Wie stellt man den Datenaustausch zwischen Landtechnikanbietern sicher? Fragen wie diese waren vergangenen Donnerstag Thema auf der Digital Farming Conference des Bitkom. 

Führt die Digitalisierung zu mehr Transparenz entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette? Steigern digitale Technologien die Nachhaltigkeit der Branche? Und wie stellt man dafür notwendige Schnittstellen bereit? All das war in der vergangenen Woche Thema bei der diesjährigen, rein digital durchgeführten Digital Farming Conference des bitkom. Auf drei Bühnen diskutierten Experten aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Industrie einen Tag lang die Entwicklung der Land- und Ernährungswirtschaft. 

Mehr Nachhaltigkeit, mehr Transparenz

„Die Digitalisierung der Landwirtschaft führt zu mehr Effizienz auf den Höfen, mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit und mehr Transparenz für die Verbraucher“, sagte etwa Alexandra Brand, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Syngenta, in der Gesprächsrunde „3 Sichtweisen auf die Digitalisierung in der Landwirtschaft“, die von top agrar-Chefredakteur Guido Höner moderiert wurde. So könne man Digitalisierung und Nachhaltigkeit nur zusammen denken. „Drohnen, Sensortechnologien oder Farmmanagementsysteme können dazu beitragen, nachhaltiger und effizienter zu wirtschaften“, so Brand. Wer genau erkenne, wo ein Unkraut wächst oder wo Trockenheit droht, könnte gezielt reagieren. Klar sei aber auch, dass Landwirte die dafür nötigen Investitionen nicht alleine tragen könnten. „Es braucht Förderung von Staat, Unternehmen und Privatsektor, um das Thema in den nächsten fünf bis zehn Jahren sichtbar voranzutreiben“, sagte Alexandra Brand.

Die Gesprächsrunde „Perspektivwechsel – 3 Sichtweisen auf die Digitalisierung in der Landwirtschaft“ wurde moderiert von top agrar Chefredakteur Guido Höner (o.l.). Zu Gast waren Agrarbloggerin Julia Nissen (o.r.), Gründerin Eva Neugebauer (u.r.) und Nachhaltigkeitsbeauftragte Alexandra Brand (u.l.). (Bildquelle: Kokenbrink)

Auch das Start-up „Frischepost“ nutzt die digitalen Möglichkeiten und vertreibt Lebensmittel über eine Online-Plattform – direkt vom Landwirt zum Kunden. „Wir wissen, wie schwierig Direktvermarktung für Landwirte ist, da sie sich ja eigentlich auf die Produktion fokussieren und wenig Wissen über die Vermarktung haben. Diese Arbeit nehmen wir den Landwirten ab“, sagte Mitgründerin Eva Neugebauer.
Gleichzeitig erlebten wir aber eine Verachtfachung des Umsatzes über Privatkunden.“
Eva Neugebauer
Die Kundschaft des Start-ups wurde durch Corona komplett umgekrempelt. „Vor dem Lockdown lief 70 bis 80 % des Absatzes über Firmenkunden. Diese Kundschaft brach durch Corona fast komplett weg. Gleichzeitig erlebten wir aber eine Verachtfachung des Umsatzes über Privatkunden.“ Lebensmittel aus der Region stärken die Transparenz, so Neugebauer. Durch kurzen Lieferwege und die Unabhängigkeit von globalen Lieferketten machte die Corona-Pandemie dem Start-up bislang nur wenig zu schaffen, das erst kürzlich eine neue Finanzierungsrunde vermeldete.

Der digitale Mauerfall 

Herstellerübergreifender Datenaustausch soll bald mit „DataConnect“ zwischen John Deere, Claas und 365 FarmNet möglich sein. (Bildquelle: Landwirtschaftsverlag GmbH)

Wie wichtig eine herstellerübergreifende Zusammenarbeit und Datenaustausch ist, diskutierten Alexander Berges von John Deere, Frank Drexler von Claas und Martin Schönberg von 365 FarmNet mit top agrar- Chefredakteur Guido Höner. Sie stellten ihre Neuheit „DataConnect“ vor und betonten, dass eine Zusammenarbeit auch trotz Konkurrenz entstehen kann, wenn sie letzten Endes zum Vorteil für alle führt.
Ziel von „DataConnect“ ist, über eine Cloudlösung einen Datenaustausch über Markengrenzen hinweg zu ermöglichen. Ob die Felgen des Traktors rot oder gelb sind, soll nun also nicht mehr darüber entscheiden, welche Daten der Landwirt nutzen kann. Das sei ein wichtiger Schritt, um Präzisionslandwirtschaft voranzubringen, so die einhellige Meinung der Landtechniker. Die Struktur der neuen Cloud-to-Cloud-Lösung ermöglicht nach Unternehmensangaben einen nahtlosen und automatisierten Datenfluss ohne Zusatzaufwand für den Nutzer. Nicht nur gibt DataConnect dem Nutzer einen Live-Überblick über den gesamten Maschinenpark – es bedarf auch keiner zusätzlichen Hard- und Softwarekomponenten und gewährleistet ein sicheres Datenhandling.

Wenn Daten zwischen Anbaugerät, Schlepper und Agrarmanagement-Software hin und her transferiert werden müssen, zeigt sich das vielzitierte Problem fehlender Schnittstellen. Ein Landtechnikverbund...

„Den Kunden ist bewusst, dass Daten eine immer wichtigere Rolle spielen“, sagt Frank Drexler. Daher würden sie sich auch immer häufiger für Produkte entscheiden, die solche erfassen. Dazu gehört aber oft auch die Erwartungshaltung, dass nicht alles von einem Hersteller kommen muss. Die weltweite Cloudlösung soll dem Kunden die Wahl lassen, welche Anwendungen er von welchem Hersteller nutzt. Auch ein Wechsel unter den Apps und Techniken sei reibungslos möglich. 

apic.ai gewinnt Start-up Award 

Der Konferenztag endete mit einem remote Start-up-Pitch. Vier Finalisten hatten sich im Vorfeld der Veranstaltung gegen zahlreiche Mitbewerber durchgesetzt und traten in 3-Minuten-Pitches gegeneinander an. Eine Jury bestehend aus f3-Redaktionsleiterin Eva Piepenbrock, Impact-Investor Ralph Dreßler und Azadeh Ghahghaie vom SAP io.Foundry Accelerator entschieden über das siegreiche Team und gratulierten Katharina Schmidt vom Bienen-Start-up „Apic.ai“. 
  • Andreas Heckmann, Agvolution
  • Markus Huhn, CORAmaps
  • Suvrajit Saha, Smart Cloud Farming
  • Katharina Schmidt, Apic.ai (Sieger)


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