Am von Eva Piepenbrock

Digitalisierung zwischen Hype und Realität

Ob im Agrarbüro, beim Pflanzenschutz oder im Vertrieb – die Digitalisierung verspricht Lösungen für ­nahezu alle Agrarbereiche. Auf der "Farm & Food 4.0" wurde das große digitale Versprechen einer Bestandsaufnahme unterzogen: Wie viel davon ist handfest, wie viel ist Hype?

Fernab der hiesigen Landwirtschaft wird im Silicon Valley die digitale Agrarwelt kreiert. Nicht mehr ganz so fern finden auch in Deutschlands (Digital-)Hauptstadt beinahe täglich Veranstaltungen rund um das Dauerthema Digitalisierung statt. Doch was davon kommt auf den Betrieben an? Und was nützt diesen wirklich? „Viel zu wenig“ – so lautete eines der Diskussionsergebnisse der diesjährigen „Farm & Food 4.0“.

Unter dem Titel „Don´t Sleep – Die Digitalisierung nicht verschlafen“ fand der internationale Kongress am Montag dieser Woche in Berlin statt. Rund 400 Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik, Land- und Lebensmittelwirtschaft blickten in vier Panels (zur thematischen Übersicht geht's hier) auf die digitalen Chancen vom Acker bis zum Teller – und zogen eine durchaus gemischte Bilanz.

Mehrwert sichtbar machen

Nach vier Jahren Precision Farming habe sein Nachbar den punktgenauen Pflanzenschutz wieder aufgegeben, berichtete 365FarmNet-Geschäftsführer Maximilian von Löbbecke. Es habe sich einfach nicht gerechnet. „Effizienzsteigerung und Produktivität – das sind die Themen, mit denen wir die Landwirte abholen müssen“, leitete von Löbbecke ab.

Im Panel "Digital Agriculture" diskutierten (v. l. n. r.): Georg Mayerhofer (Landwirt des Jahres 2017), Jonathan Bernwieder (Agrando), Dr. Andreas Möller (Autor und Moderator), Maximilian von Löbbecke (365FarmNet), Dr. Martin Kunisch (KTBL) und Michael Horsch (HORSCH Maschinen). (Foto: Deutscher Bauernverlag).

Zustimmung erhielt er von Mitdiskutant Jonathan Bernwieser, Gründer der Agrarhandelsplattform Agrando: „Digitalisierung kann dabei...