Am von Anne Kokenbrink

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Direktvermarktung im Netz

Eier, Fleisch und Kartoffeln online vermarkten – aber wie?

Produkte vom Landwirt bis vor die Haustür: Den zunehmenden Trend des Online-Handels können Betriebe nutzen, indem sie ihre Erzeugnisse auf digitalen Plattformen anbieten. Wir haben vorhandene Online-Plattformen in einer Übersicht für euch verglichen.

Der Online-Handel von Lebensmitteln boomt. Besonders der Kauf regionaler Produkte liegt im Trend. Die Kombination bietet Chancen: Denn über das Internet können Landwirte und Direktvermarkter neue Kundenkreise erschließen. Wer seine Produkte online verkauft, kann die Preise selbst bestimmen und agiert unabhängig vom Handel. Da der Aufbau eines digitalen Verkaufs- und Kundennetzes viele Landwirte jedoch vor Herausforderungen stellt, gibt es eine Reihe von Angeboten, die die Vermarktung erleichtern sollen.

Verschiedene Ansätze

Dabei sind die Herangehensweisen unterschiedlich: Ob genossenschaft­liche Vermarktung, gemeinschaftliches Verkaufsportal, ein digital organisierter Wochenmarkt oder ein eigener Shop für den Landwirt. Verbundlösungen, bei denen mehrere Landwirte in einem Online-Shop gebündelt ihre Waren anbieten, sind derzeit häufig vorzufinden. Dabei betreibt der Inhaber das Portal in der Regel gegen einen prozentualen Anteil vom Umsatz, eine Provision. Möglich ist dabei die zentrale Auslieferung der Waren per Kurier oder der Versand per Post durch den Landwirt selbst.
Ein weiterer Online-Vertriebskanal ist die ­genossenschaftliche Vermarktung im Netz. Hier ist der Landwirt mit einer Einlage am Umsatz der Genossenschaft beteiligt, während diese die Logistik und Lieferung gegen eine prozentuale Gebühr übernimmt. Wieder andere Anbieter stellen dem Landwirt seinen eigenen Shop zur Verfügung und werden dafür prozentual an seinem Umsatz beteiligt.
Einen ganz anderen Ansatz verfolgt das Konzept der „Marktschwärmerei“: Kunden bestellen Produkte vom Landwirt online vor und können diese einmal wöchentlich an einem festge­legten Marktstandort persönlich abholen. Für welche Vermarktungsform sich der Landwirt im Internet entscheidet, hängt von den betrieblichen Gegebenheiten ab. So sind etwa die zeitlichen Kapazitäten oder die vorhandene ­Produktpalette entscheidend.
Eine Übersicht mit den größten Plattformen und den Bedingungen für Landwirte und Produzenten haben wir hier zusammengestellt.

Eine Übersicht der größten Online-Plattformen mit den wichtigsten Konditionen für Produzenten im Überblick. (Bildquelle: Kokenbrink)

Pielers

Pielers“ ist eine deutschlandweite Direktvermarktungsplattform, auf der sich Landwirte mit einem eigenen Profil präsentieren, ihren Betrieb vorstellen und ihre Produkte verkaufen können. Die Preise legen sie selbst fest. Auch den Versand an Kunden in ganz Deutschland übernehmen sie. Der Verkauf läuft für den Erzeuger wie in einem regulären Onlineshop ab. Sobald ein Kunde bestellt, erhält der Landwirt eine E-Mail, verpackt die gewünschte Ware und sendet sie dem Privatkunden per Post und dem Geschäftskunden per Frischekurier zu. Alternativ können die Lebensmittel beim Landwirt abgeholt werden.
  • Gründung: 2018
  • Anzahl Lieferanten: 100 landwirtschaftliche Lieferanten
  • Bisherige Bestellungen: 200.000 Besucher in 2020
  • Sortiment: 1.430 Produkte
  • Lieferdauer: variiert

Münsterländer Bauernbox

Gemeinsam vertreiben landwirtschaftliche Betriebe aus und um Münster ihre Produkte als Genossenschaft über die „Münsterländer Bauernbox“ für die Region. Die Landwirte sind mit einer Einlage in dreistelliger Höhe an der Genossenschaft beteiligt....