Am von Eva Piepenbrock

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Staatliche Datenplattform

Eine einzige Internetseite für alle Anträge und Dokumentationen? 

Ist es möglich, alle Daten, die auf einem landwirtschaftlichen Betrieb anfallen, auf einer einzigen Internetseite zu bündeln? Das sollte eine Machbarkeitsstudie herausfinden, die das Bundeslandwirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hatte. f3 fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen. 

Das wird vielen Landwirten bekannt vorkommen: Erst trägt man die genaue Flächengröße im Cross Compliance-Antrag ein. Dann steht die Tierzahlmeldung an die HIT-Datenbank an. Nur wenig später fragt die Berufsgenossenschaft nach den Zahlen. Kaum hat man alles eingetragen, meldet sich der Nachbar, weil ein Landschaftselement zweimal beantragt worden ist. Also alle Ordner wieder raus und nochmal nachschauen?
Die Liste von Dokumentations- und Antragspflichten in der Landwirtschaft ist lang. Die anfallenden Datenmengen entsprechend groß. Der Staat glaubt, die Daten ordnen zu können und sie anwenderfreundlich zu bündeln. Auch datenschutzrechtliche Bedenken sollen dabei ausgeräumt werden. Die Idee: Alle Daten könnten auf einer staatlich geregelten Datenplattform vom Landwirt steuerbar sein. Ob das wirklich machbar ist und wie eine solche Datenplattform aussehen müsste, das sollte eine vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Auftrag gegebene und vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE durchgeführte Studie untersuchen. 
Hier findet ihr die gesamte Untersuchung. f3 hat die wichtigsten Ergebnisse im Folgenden für euch zusammengefasst: 

Die Grafik zeigt, welche Akteure für die Machbarkeitsstudie interviewt wurden. (Bildquelle: f3)

Bestehende Angebotsvielfalt konsolidieren 

„Die Potenziale einer solchen Plattform sind gewaltig“, sagen die Macher um Dr. Jörg Dörr vom IESE. „Sowohl für die Landwirtinnen und Landwirte direkt als auch für das gesamte digitale landwirtschaftliche Ökosystem.“ Gleichermaßen überzeugt ist  Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner: „In der Landwirtschaft führt kein Weg vorbei an einer digitalen Datenplattform.“
Die Frage der Machbarkeit ist demnach keine Frage von rechtlichen oder technischen Rahmenbedingungen. Diese seien laut Studie bereits mit Einschränkungen gegeben. Die Machbarkeit beziehe sich vielmehr darauf, das große „bereits existierende (…) und nicht durchgängig gut nutzbare Angebot“ verschiedener Anbieter und Institutionen zusammenzuführen und zu konsolidieren.
Es werden von den Stakeholdern viele Daten für sehr unterschiedliche Zwecke benötigt.
Studienauszug
Die Studie kritisiert etwa die unterschiedlichen Angebote der verschiedenen Bundesländer. Eine Plattform müsste die „förderalen Zuständigkeiten wahren“, aber gleichzeitig allen Nutzern aus landwirtschaftlicher Praxis, Behörden, Verbänden sowie Forschung und Wirtschaft zentralen Zugang zur Datenplattform gewähren. Zur Realisierung könnten Vergleiche mit anderen Ländern und Sektoren helfen und „Inspiration liefern“. Allerdings habe bisher „kein Land eine wie in der Studie skizzierte Plattform umgesetzt“. 

Datenhoheit beim Landwirt – Akzeptanz nur, wenn Nutzen deutlich wird

Wie wichtig Vertrauen in den Datenschutz für die Akzeptanz der Plattform bei den Nutzern ist – und hier in erster Linie bei den Landwirtinnen und Landwirten – zeigt die Studie ebenfalls. Sie weist dem Umgang mit der Datenhoheit und der Transparenz eine „besondere Relevanz“ zu. Denn: Aus den Interviews ergab sich eine deutliche Zurückhaltung bei den Bauern, wenn es um die Übermittlung der eigenen Daten an Dritte geht. Eine staatliche Datenplattform müsste so funktionieren, dass Landwirte und Landwirtinnen zentral auf alle Daten zugreifen könnten.
Landwirte können, sofern gewünscht, Daten für weitere Zwecke freigeben. Dies kann Doppelteingaben signifikant reduzieren.
Studienauszug 
Sie müssten,...


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