Am von Eva Piepenbrock

Schreiben Sie Eva Piepenbrock eine Nachricht

Versuchsprojekt

Emissionen mindern im Außenstall

Die Nutztierhaltung stellt eine erhebliche Quelle für luftgetragene Emissionen dar. Gleichzeitig sind Offenställe politisch und gesellschaftlich gewünscht. Ein Forschungsprojekt soll jetzt wertvolle Daten liefern.

„Bisher fehlen für die deutsche Nutztierhaltung belastbare Daten für den Bereich Stallhaltung aus der Praxis, mit denen die Wirksamkeit aktuell diskutierter, umwelt- und tiergerechter Emissionsminderungsmaßnahmen insbesondere für Ammoniak wissenschaftlich quantifiziert werden kann. Vor allem für Tierhaltungsverfahren mit freier Lüftung sowie mit Auslauf ist der Kenntnisstand im Hinblick auf belastbare quantitative Daten unzureichend.“
So beschreibt das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) die Problemstellung des Forschungsprojektes „Emissionsminderung Nutztierhaltung“ (EmiMin). Zusammen mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und weiteren Partnern soll das Verbundvorhaben nun verlässliche Daten für die Planung von emissionsarmen Außenklimaställen liefern. Dafür hat die Versuchsstation für Schweinehaltung im niedersächsischen Wehnen jetzt einen Versuchsstall in Betrieb genommen.  Das berichtete diese Woche der Agrar-Pressedienst AgE. 

Kot-Harn-Trennung im Fokus

Die Emissionen sind ein wichtiges Kriterium in der Genehmigungspraxis bei Außenklimaställen. Die Forscher wollen daher mit einem speziell entwickelten Verfahren die Emissionen des neuen Versuchsstalls messen. Im Fokus steht die Wirkung einer Kot-Harn-Trennung auf die Emissionen:
Unter der einen Hälfte des Stalls befindet sich im Versuchsaufbau ein normaler Flüssigmistkeller. Unter der anderen Hälfte gibt es einen speziellen Kanal zum Ableiten des Urins sowie einen Schieber zum regelmäßigen Beseitigen von Kot. „Durch die Trennung der festen und flüssigen Bestandteile sollen die Emissionen erst gar nicht entstehen“, erläuterte die Kammer im Gespräch mit AgE. Außerdem kommt zusätzlich ein Enzym zum Einsatz, das die Bildung von Ammoniak verhindern soll.

Das Luftreinhalteprogramm schreibt Landwirten vor, weniger Ammoniak auszustoßen. Viel weniger! Die bisherigen Maßnahmen sind aufwendig und teuer. Manfred Vox ist überzeugt, eine bessere Lösung...

Die Projektpartner

Am Projekt beteiligt sind neben der Landwirtschaftskammer die Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Nord-West, das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL), die Universität Kiel, die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) mit dem Informationszentrum Lebenswissenschaften in Köln, das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) in Potsdam sowie die Universitäten in Bonn und Hohenheim. Das noch bis Mitte 2023 laufende Vorhaben wird von der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert und von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreut.


Du musst dich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Du hast noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Du hast noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Du hast noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen