Am von Julia Hufelschulte

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Proteinversorgung 

Erste Futter-Eiweißbilanz für Deutschland

Die Eiweißlücke für verfüttertes Protein in Deutschland beträgt 25 %. Das zeigt die Eiweißbilanz des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BLZ). 

Das BLZ hat mit dem neuen „Feed Protein Balance Sheet“ erstmals eine Bilanz des verfütterten Eiweißes in Deutschland veröffentlicht. Die Bilanz für 2019/20 zeigt, dass 75 % der Eiweißversorgung – bezogen auf den Rohproteingehalt – von inländischen Futtermitteln gedeckt sind. Die fehlenden 25 % werden aus Europa und Drittländern importiert und machen damit die sogenannte Eiweißlücke aus. Das teilt das BLZ mit. 

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Raufutter hat den größten Anteil

Die Bilanz stellt die Eiweißmenge jedes Futtermittels und seine Relevanz in Bezug auf die Gesamteiweißversorgung durch das Futteraufkommen dar. Das Inlandsfutter macht mit 178,3 Mio. t den größten Teil des Gesamtfutteraufkommens (186,6 Mio. t) aus. Der größte Teil davon ist mit 147,4 Mio. t (79 %) Raufutter wie Gras und Silomais. Auf Getreide entfallen 24,4 Mio. t (13 %), auf Rapsschrot knapp 5 Mio. t (2,7 %). Die restlichen 9,8 Mio. t liefern Hülsenfrüchte wie Sojaschrot, Ölsaaten, weitere Ölkuchen/ Schrote, sonstige Nebenprodukte sowie nichtpflanzliche Quellen.

Ölsaaten-Verband fordert Ausbau von Raps- und Sojaanbau

“Eine Proteinbilanz für Deutschland zu erstellen, ist ein richtiger Schritt. Durch die Anrechnung von Gras und Silomais kaschiert die Bilanz jedoch den weiterhin vergleichsweise niedrigen Selbstversorgungsgrad an klassischen Proteinfuttermitteln”, erklärt Jaana Kleinschmit von Lengefeld. Die Präsidentin des Verbands der Ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) merkt an, dass der Selbstversorgungsgrad bei den „klassischen Proteinen“ wie Raps-, Sonnenblumen- und Sojaschrot 2020 bei nur 30 % lag. 2014 waren es noch 40 %. Diese Futtermittel seien besonders in der Schweine- und Geflügelfütterung wichtig. 

Der Rapsanbau in Deutschland war in den letzten Jahren rückläufig.  (Bildquelle: OVID)