Am von Eva Piepenbrock

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Fairer Hafer: wie Landwirt und Start-up kooperieren

Wenn Start-ups und Landwirte zusammenarbeiten, geht es oft um Pionierarbeit: Biobauer Carlo Horn und die Gründerinnen von „Kornwerk“ haben einen Weg gefunden, wie sie das Risiko gemeinsam tragen können.

Nicht erst seit Corona - aber vielleicht erst recht seit der Krise - wissen wir kurze Transportwege von Lebensmitteln (wieder) zu schätzen. Die drei Gründerinnen des Berliner Start-ups „Kornwerk“ wollten zusätzlich noch etwas für die Biodiversität auf deutschen Äckern tun. So kam es dazu, dass sich Swenja Rosenwinkel, Miriam Boyer und Marlene Bruce im vergangenen Jahr auf die Suche nach einem brandenburgischen Landwirt machten, der den Grundstoff für ihre Getränkeidee direkt in der Nähe herstellt. Das Team hat einen Haferdrink entwickelt, der als pflanzliche Alternative zu Kuhmilch zu Cornflakes oder in Kaffee getrunken wird.

Fündig wurden sie in Carlo Horn aus Grünheide im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree. Der 40-jährige Landwirt führt einen 100 ha Ökobetrieb im Nebenerwerb, auf dem er Feldversuche mit Kräutern und Gräsern durchführt. Seit neuestem pflanzt er auch alte Hafersorten für die Berlinerinnen an. Das Gründerteam will den Anbau alter Sorten fördern, weil sie Eigenschaften bereithalten, die im Zuge der Klimakrise an Bedeutung gewinnen.

Besonders aber ist die Art der Zusammenarbeit, auf die sich Landwirt und Start-up geeinigt haben. f3 hat mit Carlo Horn darüber gesprochen, welche Zusagen und Garantien ihm die Gründerinnen für die Zusammenarbeit gegeben haben.


Das Interview

f3 - farm. food. future: Was für einen Betrieb führst du?

Carlo Horn bei der Aussaat des Hafers. (Bildquelle: Horn)

Carlo Horn: Einen voll arrondierten Betrieb mit 186 ha, den wir in zwei Teile geteilt haben: Ich selbst betreibe 100 ha nach EU-Bio-Richtlinien....