Am von Eva Piepenbrock

Schreiben Sie Eva Piepenbrock eine Nachricht

Feuer frei: Grillkohle aus Mais-Spindeln

Auf den Grill statt unter den Pflug: Das Start-up "Maister" aus Berlin verkauft vom Korn getrennte Mais-Spindeln als Grillkohle. Die Gründer suchen weitere Landwirte, denen sie das oftmals ungenutzte Material abkaufen können.

Die Entdeckung, dass der hölzerne Kern von Maiskolben sehr gut brennt und lange nachglüht, machten die Gründer des Start-ups "Maister", Johannes Musiol und Valentin Schnoor, zufällig. Mit  Maisanbau selbst hatten sie vor der Gründung nämlich wenig zu tun. Ihr Gedanke: Sie wollten eine nachhaltige Alternative zu herkömmlicher Holzkohle erfinden.

Das Problem: Mehr als 90% der Holzkohle werde importiert und etwa 60% der in Deutschland verkauften Produkte enthalte Tropenholz, so die Gründer. Sie beziehen sich mit diesen Zahlen auf eine Thünen-Institut-Studie aus dem Jahr 2016. „Viele Menschen machen sich gar keine Gedanken darüber, woher ihre Holzkohle eigentlich stammt“, sagt Johannes. Dabei sei sie zumindest mitverantwortlich für die Abholzung von Regenwäldern. In ihrem Start-up verkaufen sie nun abgeerntete Körnermais-Spindeln als massentauglichen Grillkohleersatz. Damit verwerten sie ein Material, das hierzulande zum größten Teil ungenutzt auf den abgeernteten Körnermais-Feldern verrottet.

Spezielle Technik: Spindeln "auffangen"

Gerade der verholzte Kern der Spindeln brennt gut und glüht nach. Spindeln könnten eine massentaugliche Alternative für Grillkohle...