Am von Stefanie Jaisfeld

Feuer und Flamme für Chili

Handgefertigte Feinkost mit Chili aus eigenem Anbau – so lautet die Passion von Susanne Menke aus Soltau in der Lüneburger Heide. Beim kostenlosen Tasting können Kunden erschmecken, wie vielfältig Schärfe sein kann. Im Hofladen gibt es über 60 verschiedene Spezialitäten zu entdecken.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in HOF direkt 04/2020.

Zaghaft betritt ein Ehepaar den barrierefreien Hofladen der Chili-Manufaktur aus Soltau in Niedersachsen und schaut sich unschlüssig das Sortiment an. Beherzt begrüßt Inhaberin Susanne Menke die beiden: „Soll es etwas Fruchtiges oder Herzhaftes sein?“ Sie erklärt den Gästen, dass Chili nicht gleich Chili ist und die Schärfe je nach Sorte von mild bis extrem scharf variiert und somit nicht nur etwas für Scharfesser ist.

Susanne Menke empfiehlt: „Eine leichte Schärfe mit Frucht kombiniert ist beispielsweise sehr schmackhaft auf Käse.“ Schnell ist der Bann gebrochen und die Kunden erfahren während des Verkostens, wie vielseitig sich Chili zubereiten lässt. Nach und nach füllt sich dabei der Einkaufskorb der Chilineulinge.

Chiliprodukte vor Ort verkosten

Milde und scharfe Schoten

Die Direktvermarkterin baut auf einer Freilandfläche von etwa 600 m2 16 verschiedene Sorten Chili unter Netzen an. Sie verhindern nicht nur Hagelschlag von oben, sondern auch, dass Rehe von außen in die Anlage eindringen und die zarten Triebspitzen abknabbern. Die einjährigen Pflanzen zieht Susanne Menke im Frühling aus zugekauftem Saatgut vor. Lediglich die scharfe rotfarbene Sorte „Mamas Liebling“ vermehrt sie selbst. „Meine Kinder haben dieser Sorte den Namen verpasst, weil ich die Schoten so gerne esse“, verrät die alleinerziehende Direktvermarkterin schmunzelnd. Ab Ende Mai pflanzt sie rund 1600 Pflanzen ins Freiland. Da auch Schnecken Fans der Triebspitzen sind, sucht die Landfrau die Pflanzen regelmäßig per Hand ab.

Der Ertrag liegt bei etwa 35 Chilischoten pro Pflanze.

Susanne Menke

Auch die Farbpalette kann sich sehen lassen: Auf dem Feld reifen grüne, rote, gelbe, lilafarbene und schwarze Schoten heran. Um einen Irrtum auszuschließen: Die Farbe der Schote ist kein Hinweis auf die Schärfe. Gepflückt und verarbeitet wird ausschließlich sortenrein. Ab Ende Juli beginnt die Landfrau mit der Ernte, natürlich schonend von Hand. Denn nur so ist garantiert, dass sie nur vollreife Früchte erntet.

Die Ernte endet mit dem ersten Frost, wobei die Haupterntezeit im August und September ist. Ihre Ernte verarbeitet sie ausschließlich frisch und nicht getrocknet. Neben Chili baut die gelernte Maler- und Lackierermeisterin zusätzlich bis zu 20 verschiedene Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Guter Heinrich, Ewige Kresse, Zuckerwurzel, Fenchel, Basilikum und Blumen wie Rosen, Korn- und Ringelblumen für die Weiterverarbeitung an.

Susanne Menke kultiviert 16 verschiedene Sorten Chili im Freiland. (Bildquelle: Schildmann)

Kreative Chiliküche für 30.000€

Der Streifzug durch den Hofladen zeigt es schnell: Die Direktvermarkterin ist äußerst kreativ. In und auf den...