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Getreide digital vertreiben

Macht es Sinn, meine Gerste zur diesjährigen Ernte online zu verkaufen? Welche Plattformen gibt es für den digitalen Handel von Getreide? Und welche passt zu meinem Betrieb? f3 hat sie für euch zusammengestellt.

Online-Marktplätze für Betriebsmittel oder Landmaschinen können eine Ergänzung zum stationären Handel sein. Auch für den Handel von Weizen, Roggen oder Ackerbohnen ploppen in den vergangenen Jahren einige Anbieter von digitalen Plattformen auf. Landwirt und Landhändler können dort ein Angebot oder eine Nachfrage für Getreide bzw. Ölsaaten veröffentlichen. Häufig bietet die Plattform an, die Vertragsabwicklung oder den Transport zu übernehmen. Die Anbieter verdienen in der Regel über Provisionen bzw. Mitgliedsbeiträge Geld. Die Herausforderung besteht für die Betreiber darin, eine kritische Masse zu erreichen. Chancen für die Kunden können eine erhöhte Transparenz, mehr Abnehmer oder Arbeitserleichterungen sein.

Unsere Nutzer können ihren gesamten Transaktionsprozess digitalisieren.

Hauke Jaeschke, Agrora

Agrora

Michel Kade, Torben Köhn und Hauke Jaeschke gründeten 2019 „Agrora“ in Berlin. Sie entwickeln eine digitale Plattform für den Handel mit Getreide. Demnächst sollen Ölsaaten dazukommen. Agrora sieht das Kernproblem des Getreidehandels in der Abwicklung und der Transportorganisation. Daher übernimmt das Team als QS-zertifizierte Spedition Transportdienstleistungen. Zusätzlich können Kunden auf Agrora in wenigen Klicks die wesentlichen Vertrags- und Transportdokumente erstellen. Das Gründerteam fokussiert sich in der Akquise auf die Postleitzahlen 0 bis 5 und kann aktuell 50 aktive Nutzer verzeichnen.

„Unsere Nutzer können ihren gesamten Transaktionsprozess – von der Vertragsanbahnung über den -abschluss bis zur -abwicklung digitalisieren“, sagt Hauke Jaeschke. „Aktuell arbeiten wir an einem LKW-Tracking, sodass Belader und Empfänger minutengenau wissen, wann der Laster bei ihnen ankommt.“ Das Erlösmodell besteht aus drei Säulen: Der Mitgliedsgebühr von 50 € / Monat nach Ablauf des Probemonats, einer Vermittlungsprovision ab der 200. Tonne von 0,25 € / t und dem Transportentgelt.

Bei digitalen Plattformen kommt es häufig vor, dass sie sich wie Agrora zuerst auf gewisse regionale Märkte konzentrieren. (Bildquelle: Höner)

cropspot

Tobias Fallmeier und Maximilian von Weichs gründeten 2019 „cropspot“ in Hamburg. Die digitale Plattform für den Handel von Getreide und Ölsaaten verzeichnet bislang mehrere hundert Kunden. Neben Landhändlern sind auch industrielle Verarbeiter und vor allem Landwirte als Nutzer aktiv. In der Zukunft möchte das Start-up verstärkt die eigenen Logistik- und Frachtoptionen ausbauen und die handelbaren Güter erweitern. Die Nutzer zahlen keine Grundgebühr für die Teilnahme an der Plattform. Cropspot verlangt lediglich eine Gebühr in der Höhe von 0,25 € pro gehandelter Tonne.

Zum Beispiel für Ackerbohnen und Erbsen schaffen wir einen Marktplatz, den es virtuell so noch nicht gibt.

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