Am von Claus Mayer

Hacke mit Hirn

Nicht selten laufen Traktor-Anbaugeräte unsauber in der Spur und hacken dabei die Hauptkultur weg. Spezielle Sensoren, Kameras und Ultraschall können dem Landwirt helfen. Ein Überblick über den Stand der Technik.

Der Artikel ist zuerst in der Top Agrar Südplus Ausgabe 2/2019 erschienen.

Wer schon mal eine Hacke mit dem Traktor über den Acker gezogen hat, kennt das Gefühl: Man steuert die Maschine sehr genau oder nutzt sogar ein automatisches Steuersystem. Dennoch läuft das Anbaugerät nicht sauber in der Spur hinterher. Es ist zu viel Spiel in Steuerung, Unterlenkern und Aufnahme. Vor allem an Unebenheiten und Hängen tritt dieses Problem oft auf. Dann hackt das Gerät schnell die Hauptkultur mit weg.

Doch mittlerweile gibt es zahlreiche technische Lösungen dafür. Die einfachste und vermutlich verbreitetste ist der Verschieberahmen. Dieser hängt an der Dreipunktaufnahme des Traktors und nimmt auf der anderen Seite ein weiteres Anbaugerät auf, zum Beispiel eine Hacke. Der Rahmen verschiebt das Gerät je nach Bedarf um bis zu 30 cm gegenüber dem Traktor. Doch woher weiß der Rahmen, wo die Hacke hin muss?

RTK (Real Time Kinematic)

Ultraschallsensoren erkennen die Reihe auch in der Dunkelheit. (Bildquelle: Reichhardt)

Der Bordcomputer des Verschieberahmens nutzt ein Satellitensignal wie GPS oder – künftig – das europäische System Galileo, gleicht den so ermittelten Standort jedoch zusätzlich mit dem Signal von einem stationären Sender ab. Die Hackschare gleiten so auf 1,5 bis 2 cm genau durch den Boden. Baden-Württemberg testet derzeit mit 100 Land- und Forstwirten sowie Lohnunternehmern ein RTK-Korrektursignal und will dieses ab 2020 schrittweise landesweit zur Verfügung stellen.

In Bayern ist das Signal mit einer Dreijahreslizenz für 50 € verfügbar. Es wird allerdings per Mobilfunk verschickt und steht daher nur da zur Verfügung, wo es Netzabdeckung gibt. Das Hacksystem muss bei RTK-Steuerung vorab wissen, wo...