Am von Nadine Maier

Hofschlachtung als Verkaufsargument

In Deutschland gibt es erste Konzepte für eine mobile Schlachtung. Denn die Vermeidung von Lebendtransporten kommt beim Verbraucher gut an. In der Schweiz bringt nun eine neue Verordnung Bewegung in die Diskussion. Ein Blick zu den Nachbarn.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen im LANDfreund (5/2020).

Die Hoftötung kann ein spannender Nischenmarkt für Direktvermarkter sein. In Deutschland, Österreich und Südtirol laufen bereits erste Projekte mit verschiedenen technischen Konzepten. Allesamt unterliegen sie strengen EU-Hygienevorschriften und nationalen Schlachtverordnungen. Darüber hinaus entscheidet in Deutschland noch die jeweilige zuständige Landkreisbehörde über die Genehmigung mit. Aktuell passt auch das Schweizerische Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Verordnung über das Schlachten und die Fleischkontrolle an.

Verzögerung durch Corona?

Damit die Prozesse auf dem Betrieb reibungslos ablaufen, ist das gute Zusammenspiel zwischen allen Akteuren, das heißt Bauer, Metzger oder Jäger und Tierarzt wichtig. Gemäß der heutigen eidgenössischen Verordnung über das Schlachten und die Fleischkontrolle müssen Tiere im Schlachthof getötet werden. Nur mit Ausnahmebewilligungen sind die Hof- und Weidetötung erlaubt. Die gesetzlichen Anpassungen sollen das Bewilligungsverfahren der Schweiz künftig vereinfachen.

Eric Meili setzt sich seit langer Zeit für die Hof- und Weidetötung ein und führt eine Liste mit interessierten Personen aus dem In- und Ausland. "Sie alle warten auf das Merkblatt", so Meili. "Wir müssen aber zuerst die gesetzliche Grundlage kennen." Voraussichtlich entscheidet der Bundesrat Mitte des Jahres über die Verordnungsänderung. "Vielleicht kommt es aufgrund der Coronakrise auch zu einer Verzögerung", sagt Meili. "Schließlich handelt es sich um ein großes Verordnungspaket, das dann auf einen Schlag in Kraft tritt."