Am von Julia Hufelschulte

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Hofnachfolge

"Ich kam zur Landwirtschaft wie die Jungfrau zum Kinde."

Nach einem Besuch bei Eva fährt man mit dem Drang nach Hause, neue Ideen anzupacken." Mit diesen Worten wurde das f3-Team auf die junge Betriebsleiterin aus Rheda-Wiedenbrück aufmerksam gemacht. Das Ergebnis: Eine Story von Strukturbrüchen, vielen Hürden und einer wolligen Art der Landnutzung.

"Papa, wie soll das gehen. Ich kann Gerste nicht von Weizen unterscheiden und habe keinen Plan, wie irgendwas hier läuft. Mit diesen Worten sagte Eva Meintrup 2016 ihrem Vater zu, seinen 185 ha Ackerbaubetrieb nebst verpachteten Ställen und zwei Hofstellen in Nordrhein-Westfalen zu übernehmen.
Wie so oft war sollte eigentlich ihr Bruder den Betrieb übernehmen. Er hatte sich schon von Kindesbeinen an sehr für die Landwirtschaft interessiert und die entsprechende Ausbildung gemacht. Doch als es ernst wurde, kam alles anders als geplant. Evas Bruder entschied sich einen anderen Weg einzuschlagen. Und die damals 25-jährige stand vor der Entscheidung den elterlichen Ackerbaubetrieb zu übernehmen.

Von Null auf Hundert

„Ich kam zur Landwirtschaft wie die Jungfrau zum Kinde“, sagt sie. Bis zum Tag der Zusage war sie möglichst häufig möglichst weit weg. Viele Praktika, oft auch im Ausland, eineinhalb Jahre in Australien und das Bachelorstudium in international Business – und nichts davon hatte mit Landwirtschaft zu tun. Aber den Hof, ihr Zuhause, in fremde Hände geben. Das kam nicht infrage.
Um den Hof überhaupt leiten zu dürfen, studierte sie daher von 2016 bis 2018 Agrarwirtschaft in Soest und pendelte dabei zwischen FH und dem Betrieb. Eine Ausbildung hätte ihr mehr praktisches Wissen gebracht, war aber zeitlich nicht möglich. Sie wollte jede freie Minute nutzen, um in den Betrieb einzutauchen und die Abläufe kennenzulernen. „Ich wusste nicht wer hier überhaupt involviert ist. Ich kannte ja nicht einmal alle Nachbarn.“

Wer ist dieser "man"?

Eva übernahm schnell die alleinige Verantwortung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb.  (Bildquelle: Meinpaka/Keil)

Dieses Vakuum an landwirtschaftlichem Netzwerk machte ihr den Einstieg schwerer. Wo andere Hofnachfolger zur Not den Traktor vom Nachbarn leihen, die Landjugend-Freunde fragen oder den "Schrauber" aus der Gegend um Hilfe bitten können, hatte Sie zunächst nur wenige Kontakte. Und die, die sie kannte, waren nicht alle von der unerfahrenen Quereinsteigerin begeistert. Ihr Vater leitet einen Betrieb in Brandenburg und konnte nur telefonisch Rat leisten.
Freunde machte sich die Betriebsleiterin in der ersten Zeit nach ihrem Studium notgedrungen nicht. Denn den Betriebszweig "Ackerbau" konnte sie in der bisherigen Form so nicht...


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